Schweiz
Bundesrat

Notrufnummern 117, 118 und 144 bald auch via Echtzeittext verfügbar

Polizei und Co. bald auch per Echtzeit-Text erreichbar

06.05.2026, 10:2006.05.2026, 12:20

Notrufnummern von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten in der Schweiz sollen künftig auch schriftlich in Echtzeit via Smartphone erreichbar sein. Der Bundesrat hat zu diesem Zweck mehrere Verordnungen angepasst.

Die Neuregelung ermögliche namentlich Menschen mit einer Hörbeeinträchtigung den Zugang zu den Notdiensten, teilte die Landesregierung am Mittwoch anlässlich ihrer Sitzung mit.

Es braucht Schulungen und Ausrüstung

Echtzeit-Text ermögliche es, Textnachrichten gleichzeitig während eines Sprachanrufs zu übertragen, hiess es. Auf den neuesten Smartphones sei die Funktion bereits vorhanden, eine spezielle App oder Anmeldung brauche es nicht.

Bevor das Vorhaben umgesetzt werden kann, müssen den Angaben zufolge verschiedene technische und organisatorische Voraussetzungen erfüllt werden. Dazu zählen beispielsweise die vollständige Digitalisierung der Mobilfunknetze, die Beschaffung der erforderlichen Ausrüstung in den Alarmzentralen und die Schulung des Personals.

Umrüstung notwendig

Im Mobilfunknetz wird die neue Funktion laut dem Bundesrat ab Mitte 2028 zur Verfügung stehen. Damit sie genutzt werden könne, müssten die Zentralen der Notdiensten entsprechend ausgerüstet sein. Wann genau dies der Fall sein wird, blieb zunächst unklar: Der Bund werde in Absprache mit den Notrufzentralen darüber informieren, hiess es.

An seiner Sitzung änderte der Bundesrat zudem weitere Verordnungen. Bei den Anpassungen geht es zum einen darum, dass automatisierte Notrufe von Fahrzeugen neu über modernere Mobilfunktechnologien abgesetzt werden können sollen.

Zum anderen geht es um die Kurznummer 142 der Opferhilfe Schweiz, die seit dem 1. Mai in Betrieb ist. Festgelegt ist in der Verordnung neu unter anderem, dass der Zugang zur Opferhilfe kostenlos sein muss. Telekommunikationsunternehmen dürfen zudem keinerlei Anrufdaten bekanntgeben. (sda)

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