Schweiz
Bundesrat

So reagiert die Region Basel auf die Nicht-Wahl von Eva Herzog

Die neue Bundesraetin Elisabeth Baume-Schneider, SP-JU, rechts, wird von der unterlegenen Bundesratskandidat Eva Herzog, SP-BS, umarmt, nach der Ersatzwahl in den Bundesrat durch die Vereinigte Bundes ...
Eine gute Verliererin: Eva Herzog umarmt Elisabeth Baume-Schneider nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses.Bild: keystone

«Region Basel hätte längst Anspruch»: Trauer und Frust am Rheinknie nach Bundesrat-Debakel

07.12.2022, 12:2307.12.2022, 15:30

Eva Herzog war die grosse Hoffnung für die Region Basel: Nach fast 50 Jahren Basel-Stadt-Abstinenz hätte sie als Nächste die Regionen Basel im Bundesrat vertreten sollen.

Doch die Jurassierin Elisabeth Baume-Schneider hat ihr einen Strich durch die Rechnung gemacht: Herzog verlor die Wahl im dritten Wahlgang mit einem Rückstand von lediglich sieben Stimmen auf Baume-Schneider, die es eben so zum absoluten Mehr schaffte.

Hier die enttäuschten Reaktionen aus der Region Basel direkt aus dem Bundeshaus – und vor allem eine gewichtige Bitte an den neuen Bundesrat:

Elisabeth Schneider-Schneiter (Mitte, BL)

Video: watson

Die Nationalrätin bedauert es im Interview unter anderem, dass Eva Herzog nicht gewählt wurde. Sie sagt:

«Die Region Basel hätte längst Anspruch auf den Bundesrat. Denn wir sind die stärkste Wirtschaftsregion der Schweiz, was die Exportwirtschaft anbelangt.»

Der Stadt-Land-Graben werde durch diese Wahl noch weiter aufgehen, prophezeit Schneider-Schneiter.

Sarah Wyss (SP, BS)

Video: watson

Genau wie Schneider-Schneiter vermisst die Nationalrätin Sarah Wyss eine «urbane Stimme» im neuen Bundesrat. Sie sagt:

«Ich werde dran bleiben, dass diese Angelegenheiten nicht vergessen gehen.»

Sie attestiert Baume-Schneider aber, die Wichtigkeit der Region Nordwestschweiz richtig einzuschätzen.

Sibel Arslan (Grüne, BS)

Video: watson

Die Baslerin Sibel Arslan erklärt im watson-Interview, warum sie in mehrfacher Hinsicht enttäuscht ist von der Wahl.

Arslan appelliert an den neuen Bundesrat, den Klimawandel ernst zu nehmen sowie den sozialen Ausgleich zu gewährleisten. Und:

«Sehr geehrte Bundesrätinnen und Bundesräte, vergessen Sie bitte die Städte nicht!»

Auch beim Public Viewing in der Basler Fussballbar Didi Offensiv wurde die Nichtwahl der lokalen SP-Kandidatin Eva Herzog als Bundesrätin mit langen Gesichtern zur Kenntnis genommen. Für Unmut gesorgt hatte bei den rund 50 Baslerinnen und Baslern vor allem der Umstand, dass sich der SP-Sprengkandidat Daniel Jositsch nicht von selber aus dem Rennen genommen hatte. Ein FDP-Mitglied monierte, dass nun nur noch Finanzausgleichs-Nehmerkantone in der Landesregierung vertreten und die Städte als Wirtschaftsmotoren an den Rand geschoben worden seien.

Auch auf den sozialen Medien zeigen sich die Region Basel und die urbanen Regionen als enttäuschte, aber gute Verlierer:

(yam/pit/sal/aya, mit Material der sda)

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