Schweiz
Bundesrat

Baume-Schneider weist Kritik an viertem lateinischen Sitz zurück

Baume-Schneider weist Kritik an viertem lateinischen Sitz zurück

28.11.2022, 07:4528.11.2022, 13:55

Die jurassische Ständerätin und SP-Kandidatin für die Bundesratswahl, Elisabeth Baume-Schneider, hält es für legitim, dass die lateinische Schweiz einen vierten Sitz in der Landesregierung erhalten würde.

Bundesratskandidatin Elisabeth Baume Schneider, spricht an einem Point de Presse am Samstag, 26. November 2022, in Bern. Baume Schneider wurde zusammen mit Eva Herzog von der Fraktion nominiert. Die W ...
Elisabeth Baume-Schneider ist auf dem offiziellen Ticket der SP. Bild: keystone

Sie respektiere andere Meinungen in diesem umstrittenen Punkt. Sie teile sie aber nicht, sagte Baume-Schneider in einem Interview mit den Tamedia-Zeitungen. Ein Ziel der letzten Verfassungsreform von 1999 sei es gewesen, die Zusammensetzung des Bundesrates zu modernisieren und flexibler zu gestalten.

Bis dahin sei es verboten gewesen, dass zwei Vertreter desselben Kantons in der Regierung sitzen. Seither gebe es bei der Zusammensetzung keine obligatorische Normen mehr. Es heisse nur noch, dass auf eine angemessene Vertretung der verschiedenen Landesgegenden und Sprachregionen Rücksicht zu nehmen sei.

Natürlich ergäbe sich eine lateinische Mehrheit im Bundesrat, wenn sie gewählt werden sollte. Dies aber nur für eine begrenzte Zeit. Sie plädiere dafür, den Bundesrat als lebendigen Organismus zu sehen, der Ressourcen, Erfahrungen und Kompetenzen brauche. Lange sei auch der Kanton Tessin nicht in der Regierung vertreten gewesen.

Die Kandidatur von Baume-Schneider war in den letzten Wochen namentlich von Parlamentariern der FDP kritisch betrachtet worden. Parteipräsident Thierry Burkart hatte verlauten lassen, das auf die amtierende Bundesrätin Simonetta Sommaruga eine Deutschschweizerin folgen sollte. Das entspreche dem Geist der Verfassung. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Albert Rösti: «Ich habe Freude am schönen Wetter»
Video: srf
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
34 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
tinu32
28.11.2022 10:26registriert September 2015
Die, die sagten, es dürften auch mal 5 Männer sein, sagen jetzt, es dürfen keine 4 Lateiner:innen sein. 🤷‍♂️
2111
Melden
Zum Kommentar
34
Thun-Boss Andres Gerber will Meister werden – aber nicht als «💩-Klub»
Aufsteiger Thun wird wohl Meister. Wie ist dieses Fussball-Märchen möglich? Und wie gross ist die Gefahr eines nächsten Skandals? Das weiss keiner besser als Andres Gerber, der seit 23 Jahren den Klub prägt. Erst als Spieler, später als Sportchef, nun als Präsident.
Der Samstags-Match gegen den FC Basel musste wegen eines Brands im St. Jakob-Park verschoben werden, doch an der Ausgangslage ändert das wenig. Der FC Thun hat beste Aussichten, den Titel zu gewinnen. Thun, Schweizer Meister: Das tönt so unwirklich wie Ferien auf dem Mars. Auch, weil dem Klub vor nicht allzu langer Zeit das Messer im Rücken gesteckt hat, wie Andres Gerber ausführt. Der 52-jährige Präsident erklärt im Interview, was Robin Hood mit dem FC Thun und das Alte Rom mit VIPs in den Fussball-Arenen zu tun haben.
Zur Story