Schweiz
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Spaziergaenger ausserhalb der wegen der Coronakrise abgesperrten Zone am Ufer des Luganersees, am Donnerstag, 2. April 2020, in Lugano. (KEYSTONE/Ti-Press/Francesca Agosta)

Spazieren am Luganersee in Zeiten Coronas. Bild: KEYSTONE/Ti-Press

Drei Wochen Notstand in der Schweiz: Was wir über das Coronavirus wissen – und was nicht

Am 13. März beschloss der Bundesrat, alle Schulen zu schliessen, drei Tage später erklärte er die «ausserordentliche Lage» – auch Geschäfte und Restaurants machten dicht. Nun beantworten wir die drängendsten Fragen zu Politik, Wissenschaft und Wirtschaft.

Maja Briner, Othmar von Matt, Gabriela Jordan, Daniel Zulauf, Niklaus Vontobel, Stefan Ehrbar und Bruno Knellwolf / Schweiz am Wochenende



Wie lange dauern die Notstandsregeln und Einschränkungen noch?

Vieles deutet darauf hin, dass der Lockdown noch bis Mitte Mai dauert. An der Medienkonferenz vom Freitag betonte Gesundheitsminister Alain Berset, China habe zwei Monate benötigt, bis es sein striktes Regime leicht habe lockern können. Für die Schweiz hiesse das: Am 16. März hatte der Bundesrat die ausserordentliche Lage erklärt. Zwei Monate später, Mitte Mai, gäbe es erste Lockerungen.

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Wie positionieren sich die Parteien?

«Einer für alle, alle für einen» heisst die Inschrift in der Kuppel des Bundeshauses: In Anlehnung daran stellten sich am 16. März alle Parteien in einem gemeinsamen Communiqué hinter den Beschluss des Bundesrats, die ausserordentliche Lage auszurufen. Diese Einmütigkeit ist mittlerweile Geschichte: Die SVP fordert den schrittweisen Ausstieg aus dem Lockdown. Und die FDP will einen Exit-Plan.

Wie einig ist sich der Bundesrat?

Hinter den Kulissen gibt es grössere Spannungen, als es nach aussen hin den Anschein macht. Zu Beginn der Krise mussten die SVP-Bundesräte Guy Parmelin und Ueli Mauer ins Boot geholt werden. Parmelins erstes Hilfspaket überzeugte das Gremium nicht. Maurer war gemäss NZZ der Einzige, der sich gegen Einschränkungen des öffentlichen Lebens wehrte. Die Regierung rang stark um die Massnahmen, mittlerweile werden sie aber von allen Bundesräten mitgetragen.

Wie weit kann der Bundesrat im Lockdown gehen?

Die ausserordentliche Lage nach Epidemiengesetz gründet auf Notrecht. Der Bundesrat kann «für das ganze Land oder für einzelne Landesteile die notwendigen Massnahmen anordnen». Einschränkungen sind keine festgehalten.

Wie schnell kann das System überhaupt wieder hochgefahren werden?

Der Bund arbeitet an Strategien, um das System hochzufahren. Der Ausstieg ist nur schrittweise möglich. Alleine die SBB brauchen drei Wochen Vorlauf, um den Normalbetrieb wieder hochzufahren. Die wissenschaftliche Taskforce, die den Bund berät, befasst sich intensiv mit der Transitionsphase. Sie prüft etwa, ob dank des Ausbaus der Testkapazitäten, des Aufbaus eines flächendeckenden Proximity-Tracings oder der Ausweitung des Maskentragens eine Situation erreicht werden kann, in der Schritt für Schritt die Massnahmen gelockert werden können.

Regieren die Bundesräte durch? Der Bundesrat regiert aktuell mit Notrecht. Seit er die ausserordentliche Lage ausgerufen hat, kann er ohne Zustimmung des Parlaments weitreichende Entscheide treffen. Seine Notverordnungen sind maximal sechs Monate gültig, danach muss das Parlament dafür grünes Licht geben. Der Bundesrat kann also tatsächlich eine Zeit lang allein durchregieren und dabei auch Entscheide treffen, die normalerweise in der Kompetenz der Kantone liegen. Die Massnahmen des Bundesrats müssen verhältnismässig sein.

Welche Rolle spielt das Parlament in der Krise?

Die National- und Ständeräte haben sich selbst aus dem Spiel genommen, als sie die Frühlingssession Mitte März wegen der engen Platzverhältnisse im Bundeshaus abgebrochen haben. Nun nimmt das Parlament seine Arbeit langsam wieder auf: Die Finanzdelegation hat das Milliarden-Hilfspaket bereits gutgeheissen, ab kommender Woche tagen die Kommissionen wieder, und im Mai findet eine ausserordentliche Session statt. Das Parlament könnte dann Entscheide des Bundesrats abändern oder zum Beispiel weitere Hilfen für die Wirtschaft beschliessen.

Wie tief geht die Rezession in der Schweiz?

Die Schätzungen variieren stark: Die Prognosen reichen von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung (BIP) um 0,5 bis 4 Prozent. Ein Einbruch des BIP um beispielsweise 4 Prozent führt zu einem Verlust an verkaufter Produktionsleistung im Wert von über 35 Milliarden Franken. Die meisten Konjunkturprognostiker gehen davon aus, dass sich die Wirtschaftsaktivität in den Sommermonaten wieder zu normalisieren beginnt. Auf dieser Grundlage sagen sie für das kommende Jahr starke Erholungseffekte voraus. Damit sollte bis Ende 2021 die nun entstehende Delle überwunden werden.

Bild

Grafik: Schweiz am wochenende

Wie wird der Wirtschaft geholfen?

Der Bund greift der Wirtschaft mit einem grossen Hilfspaket unter die Arme. 14 Milliarden Franken fliessen in die Kurzarbeitsentschädigungen, 40 Milliarden Franken werden Unternehmen als Liquiditätshilfe zur Verfügung gestellt. Bis Donnerstagabend sind laut dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) bereits Kredite in der Höhe von rund 14,3 Milliarden Franken beantragt worden. Ebenfalls im Hilfspaket enthalten sind rund 5 Milliarden für Erwerbsausfälle und 380 Millionen für Kulturschaffende und Sportvereine. Teils haben auch die Kantone Hilfspakete in Millionenhöhe beschlossen. Wer profitiert nicht von der Hilfe? Tausende Selbstständige wie Taxifahrer und Physiotherapeuten, die im Prinzip zwar weiterarbeiten dürften, deren Geschäft aber wegen des fast stillgelegten Wirtschaftslebens weitgehend zusammengebrochen ist, fallen bisher durch die Maschen. Diese Woche entschied der Bundesrat, dass in Härtefällen auch sie unterstützt werden sollen. Bald soll es auch für Start-ups eine Lösung geben. Da die jungen Firmen meist noch keinen relevanten Umsatz haben, können sie auch keinen Notkredit beantragen.

Für wie viele Beschäftigte wurde bereits Kurzarbeit angemeldet?

Bis Donnerstagabend haben gemäss Angaben des Seco 109'000 Betriebe für rund 1,3 Millionen Personen Kurzarbeit beantragt. Das entspricht 24,5 Prozent aller Erwerbstätigen. Damit wird der Rekord von 2009 infolge der Finanzkrise 2008 deutlich übertroffen, in welcher zeitweise über 92'200 Personen von Kurzarbeit betroffen waren.

Kommt jetzt eine Arbeitslosigkeitswelle auf uns zu?

Vermutlich schon. Die Schweiz versucht, den Arbeitsmarkt mit Hilfe von Kurzarbeit im Zustand von vor Coronakrise einzufrieren. Die Frage ist, wie lange genug Geld zur Verfügung ist. Nach Ansicht der Ökonomen hat der Bund recht viel Spielraum. Er könnte an die 100 Milliarden Franken ausgeben, die Schweiz stünde dann punkto Verschuldung im internationalen Vergleich immer noch gut da. Aber es hängt alles davon ab, wie lange der Ausnahmezustand dauert. Ohne Kurzarbeit wäre die Kündigungswelle schon längst da. Das lässt sich am Beispiel USA ablesen, wo die Arbeitslosenzahlen explodiert sind, wie die folgende Grafik zeigt.

Wie stark litt die Schweizer Börse unter dem Coronavirus?

Der Swiss Market Index (SMI) büsste im abgelaufenen Quartal rund 12 Prozent ein. Im Vergleich mit anderen Indices kam er damit glimpflich davon – vor allem, weil rund die Hälfte seiner Titel aus defensiven Branchen kommt. Die durch einen neuen Coronatest beflügelten Aktien von Roche konnten sich im Quartalsvergleich halten, Novartis büsste 14 Prozent ein. Auch die relativ konjunkturresistenten Titel von Swisscom und Nestlé verloren vergleichsweise wenig. Die Grossbanken mussten hingegen Federn lassen: Die Credit-Suisse-Papiere verloren 39 Prozent, jene der kapitalstärkeren Konkurrentin UBS 26 Prozent. Einen Viertel ihres Werts eingebüsst haben auch die Versicherungstitel.

Weiss man nun, wie gefährlich das Coronavirus ist?

Nein. Die Gefährlichkeit eines Virus wird zum einen über die Ansteckungsgefahr und über die Tödlichkeit definiert. Entscheidend ist das Verhältnis der Zahl der Infektionen zu jenen der Todesfälle. Bei der Infektions- und der Mortalitätsrate gibt es aber grosse Fragezeichen. Viele Infektionen bleiben unerkannt, weil die Erkrankung meist harmlos verläuft und zudem nicht alle Menschen getestet werden. Die Zahl der Infektionen ist wohl höher, was die Sterblichkeitsrate senkt. Zum anderen ist auch nicht klar, ob die als Coronatote gemeldeten Todesfälle wirklich alle auf das Coronavirus zurückzuführen sind.

Sind unter den Corona-Todesfällen in der Schweiz somit Tote zu beklagen, die zwar das Virus tragen, aber zum Beispiel wegen eines Nieren- oder Leberversagens gestorben sind?

Das ist so. Am Schluss entscheiden die Ärzte, woran jemand gestorben ist und das ist nicht immer eindeutig. Falsch klassifizierte Coronafälle sind möglich. Dasselbe gilt auch für die rund 1000 Grippeopfer, die jedes Jahr beklagt werden. Bei dieser Zahl handelt es sich um eine Schätzung – eine Hochrechnung, bei der den eindeutig bestimmten Grippetoten wahrscheinliche Grippeopfer dazugerechnet werden. Eine Studie aus Italien hat vor zwei Wochen gezeigt, dass von den Tausenden Coronaopfern nur drei allein wegen des Coronavirus gestorben sind. Allerdings gibt es wahrscheinlich auch Coronatodesfälle, die nicht bekannt sind und nicht in die Statistik fliessen. Sterberaten wie auch jene der Infektionen sind mit Vorsicht zu betrachten.

Was bringt eine Schutzmaske?

Es gibt bis heute keinen wissenschaftlichen Beweis, dass das Tragen von Masken in der allgemeinen Bevölkerung etwas bringt. Nutzen gibt es gesichert nur bei der professionellen Anwendung, zum Beispiel beim Pflegepersonal, und von Risikopersonen, aber nicht bei gesunden Personen. Ein möglicher Vorteil ist, dass sich Menschen mit Masken weniger an den Mund fassen und so Tröpfchen mit dem Virus einnehmen. Eine Maskenpflicht für die gesunde Bevölkerung rechtfertigt sich gemäss dem Bundesamt für Gesundheit nicht.

Woran wird geforscht?

An der Entwicklung von antiviralen Medikamenten, für die auch bestehende Wirkstoffe untersucht werden, um diese allenfalls in neuer Kombination gegen die Lungenerkrankung einzusetzen. Zudem an Antikörpertests, mit denen die Immunität von Personen festgestellt werden kann, welche die Covid-19-Erkrankung unerkannt durchgemacht haben. Weltweit wird nach Impfstoffen geforscht, die wohl erst nächstes Jahr eingesetzt werden können.

Wie steht es um Medikamente zur Behandlung von Coronapatienten?

Die Universität Zürich testet 5000 anti-virale Medikamente, Resultate sind erst Ende Jahr zu erwarten. Gleiches machen andere Hochschulen und Pharmafirmen. Roche entwickelt das Medikament Actemra/RoActemra. Das ist derzeit von keiner Gesundheitsbehörde, auch nicht von der US Food and Drug Administration (FDA), für die Behandlung von Covid-19-Patienten zugelassen. Roche hat angekündigt, eine klinische Studie bei hospitalisierten Patienten mit schwerer Covid-19-Pneumonie einzuleiten.

Welche Arten von Tests gibt es? In der Schweiz gibt es bis jetzt die etwa 200 Franken teuren Abstrichtests, die das Virus über eine Genanalyse nachweisen, den PCR-Test (Polymerase Chain Reaction). Auf den Markt kommen jetzt auch Bluttests, welche Antikörper im Blut nachweisen und damit eine allfällige Immunität des Getesteten nachweisen. Davon gibt es präzise Labortests und auch billige Schnelltests, die jetzt geprüft werden. In den ersten Tests haben die Schnelltests mehrheitlich nicht funktioniert.

Wie funktionieren Coronatests?

Der Nachweis für Sars-CoV-2 läuft über Abstriche aus dem Mund-, Nasen- oder Rachenraum. Im Abstrich des Virus kann Erbgut enthalten sein. In den Laboren wird das virale Erbgut durch einen empfindlichen molekularen Test nachgewiesen. Beim Bluttest werden bestimmte Antikörper gemessen, die auf das Coronavirus reagieren. Im Blut erscheinen die Antikörper frühestens nach rund zwei Wochen nach Auftreten von Symptomen.

Wie viele werden getestet?

Gemäss dem BAG können täglich 6000 bis 8000 Personen getestet werden. Die Firmen fahren die Produktion hinauf. Die grösste Schweizer Pharma Roche hat zwei PCR-Tests: Von diesen Tests liefert die Pharmafirma mehrere zehntausend pro Woche an Labore in der Schweiz. Roche kann pro Monat etwa 8,5 Millionen der beiden PCR-Tests liefern. Gleichzeitig wird bei Roche auch an der Entwicklung von Antikörpertests gearbeitet. Andere Hersteller bieten diese seit Anfang April an für die Labore in der Schweiz.

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72Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Onkel Jenny 05.04.2020 13:14
    Highlight Highlight Endlich ist Mai wieder aktiv:
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  • Marlon Arslantas (1) 05.04.2020 06:02
    Highlight Highlight Eine Maskenpflicht wäre bestimmt sinnvoll, da jeder der potenziell ansteckend ist, das Risiko drastisch minimiert andere anzustecken. Da man nie sicher sein kann, wer wirklich ansteckend ist, sollte jeder eine Maske tragen.
  • Adumdum 04.04.2020 11:58
    Highlight Highlight Ok, also zu 13 und 14: dann alles gar nicht so schlimm? Und in Norditalien und New York übertreiben sie nur alle ein bisschen und alle Todesfälle waren auch so irgendwie passiert?
    • lilie 04.04.2020 21:38
      Highlight Highlight @Adumdum: Leider wird ständig auf der Sterberate rumgeritten, was aber ja nur ein kleiner Teil der Gesamtproblematik ist.

      Tatsächlich sterben viele an Covid-19, die bereits sehr alt und/oder krank waren und somit tatsächlich vermutlich bald an irgendwas gestorben wären. Auch ohne Covid-19 kann man am Schluss oft nicht mehr genau sagen, was die eigentliche Todesursache war, weil alles aufs Mal kommt.

      Die ganze Aufregung kommt einfach davon, dass mit Covid-19 sehr viele Leute gleichzeitig ins Spital müssen. Eine solche Flut von Patienten können die Spitäler nicht verkraften.
  • Der Kerl da 04.04.2020 11:39
    Highlight Highlight Mich überfordert die Einordnung der Pandemie und ihrer Auswirkungen masslos. Was ist mit den ganzen Nebenwirkungen (positiv und negativ) der globalen staatlichen Massnahmen? Wie entwickelt sich die psychische Gesundheit der Menschen, die Suizidrate, die Armutsschere? Was bewirkt die Machtzentrierung gewisser Populisten? Wie viele Menschen sterben nicht, weil die Verkehrsunfälle zurückgehen (normalerweise p.a. 1,3 Mio.), wie viele nicht, weil die Luft temporär besser ist und wie viele nicht, weil wir „Alltagskrankheiten“ wie die Grippe wegen besserer Hygieneroutine besser im Griff haben?
    • lilie 04.04.2020 12:24
      Highlight Highlight @Der Kerl da: All diese Fragen kann derzeit niemand beantworten. Frag in 5 Jahren nochmals.
  • KYBI60 04.04.2020 11:38
    Highlight Highlight Eines wissen wir mit Bestimmtheit, nämlich dass weltweit die Wirtschaft und viele Existenzen am Arsch sind.
  • DocHoliday 04.04.2020 11:30
    Highlight Highlight Also, was mich mal interessieren würde, wären die Kernaussagen der verschiedenen Virologen, die momentan überall als Experten rumgereicht werden (Drusden, Streeck,....). Ich weiss, das könnte ich selbst recherchieren, aber da ihr ja eh ständig neue Artikel bringt ;) ....Und was die Masken angeht, denke ich, hat sich mittlerweile rumgesprochen, dass OP Masken nicht den Träger schützen. Und wenn das BAG sich dagegen ausspricht, weil es momentan nicht genug Masken gibt (glaube, das war der eigentliche Grund, aber lasse mich gerne berichtigen) könnte es das auch so kommunizieren.
    • lilie 04.04.2020 21:42
      Highlight Highlight @DocHoliday: Diese Frage wurde an der heutigen PK gestellt.

      Herr Koch sagte, dass die Pflichtlager für Masken unterdessen gefüllt seien. Aber sie seien tatsächlich der Meinung, dass die Masken die Bevölkerung nicht genügend schützen würden, und deshalb würden sie sie auch nicht empfehlen.

      Mit der Anzahl vorhandenen Masken hätte es nichts zu tun, es werde auch in Zukunft keine Empfehlungen des BAGs geben, Masken zu tragen.
  • d10 04.04.2020 11:01
    Highlight Highlight Komisch, dass ihr Drosten's Aussage zu Schutzmasken ("es gibt keinen Beweis...") unkritisch und ungefiltert abschreibt. Drosten sagt das v.a. weil es in DE auch nicht genug Schutzmasken hat, ebenso wie unser Herr Koch.

    Asiatische Wissenschaftler sagen das Gegenteil, und es gibt eine neue Studie aus Hongkong, die das Gegenteil aufzeigt: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.03.12.20034660v1.full.pdf

    Schutzmasken alleine reichen als Massnahme nicht aus, aber sie sind ein wichtiges Puzzleteil im Kampf gegen den Coronavirus.
    • dmark 04.04.2020 12:41
      Highlight Highlight Sicher helfen Masken, um die Ausbreitung zu vermindern. Nur kann (darf?) man dies eben auf Grund des Mangels nicht so kommunizieren.
      Die Masken werden eben in erster Linie vom Pflegepersonal und anderen medizinischen Einrichtungen gebraucht. Und das ist auch verständlich so. Da wäre es verheerend, wenn nun jedermann sich welche besorgen würde. Dies hätte dann den "Toilettenpapier-Effekt"...
    • Mephista87 04.04.2020 15:52
      Highlight Highlight Aber man könnte die Leute doch wenigstens darüber informieren, dass es schon hilft, seinen Mund und die Nase mit einem Schal zu bedecken. Das man auch einen selbstgenähten Mundschutz verwenden kann, oder einfach ein Tuch umbinden. Aber einfach behaupten, es nütze nichts, ist einfach nicht korrekt.
    • lilie 04.04.2020 21:48
      Highlight Highlight @d10: In der Untersuchung wurden die Leute telefonisch befragt. Die Forscher stellten fest, dass ein Grossteil der Befragten Masken trugen, allerdings auch social distancing praktizierten und vermieden, sich an Orte mit vielen Menschen zu begeben.

      So hätte das Covid-19-Virus eingedämmt werden können.

      Wie du daraus schliesst, dass die Masken der Haupteffekt sei bei dieser Geschichte, erschliesst sich mir nicht.

      Das BAG ist ganz klar der Meinung, dass Masken keinen zusätzlichen Schutz schaffen. Diese Studie trägt nichts dazu bei, diese Ansicht zu entkräften.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Morgenbrot 04.04.2020 10:46
    Highlight Highlight Exit? Eine Risikoanalyse von 2012 des deutschen Bundestages geht von drei Jahren aus und bis jetzt stimmen erschreckend viele Details mit dem dort beschriebenen Szenario überein. Liest sich fast schon wie ein Drehbuch. PDF Ab Seite 55:
    https://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/120/1712051.pdf
    • d10 05.04.2020 18:45
      Highlight Highlight Danke fürs Teilen, das ist wirklich interessant!
  • offgrid 04.04.2020 10:26
    Highlight Highlight Ist die Wirtschaft erst einmal ruiniert regiert sichs gänzlich unlimitiert ... es ist nur blöd, dass man eines vermutlich nicht allzu fernen Tages mit Gelddrucken auch keinen Wohlstand mehr schaffen kann. Meine Forderung: testen, testen, testen und noch einmal testen, sofortige Isolation aller nicht getesteten Ü50 und Mitglieder von Risikopruppen und schnelle Lockerung der Einschränkungen, sonst endet das ganz böse. Solidarität heisst nicht nur "alle für einen" sondern auch "einer für alle".
    • dmark 04.04.2020 12:55
      Highlight Highlight Sicher. Und während die Ü50er in Quarantäne sitzen, verbreiten die anderen das Virus fleissig weiter und ziehen die ganze Sache unnötig in die Länge.
      Allerdings hat die Sache noch einen weiteren Haken.
      Das Virus kann - so ist man nun am Forschen - auch neurologische Schäden und eben auch bei jüngeren Infizierten, gerade auch bei denjenigen ohne Symptome verursachen.
      Sprich, es könnte über Nervenbahnen ins Gehirn gelangen.

      https://www.mdr.de/wissen/corona-virus-kann-offenbar-auch-gehirn-angreifen100.html

      Also - nur weil man jung ist, ist man nicht auf der sicheren Seite.
  • Gubbe 04.04.2020 10:12
    Highlight Highlight Schade, ein Artikel als Füller. Gespickt mit Adverbs, möglicherweise, vielleicht, etwa usw.
    Gut es ist eine Zusammenfassung des in der Woche Geschriebenen.
  • Spellbinder 04.04.2020 10:03
    Highlight Highlight Es ist eine Illusion zu glauben eine Lockerung des Lockdowns ändert viel an der wirtschaftlichen Situation.
    Die Leute haben angst um sich oder Angehörige und werden nicht normal Konsumieren.
    Hier schön erklärt:
    Play Icon


    Die Geschäfte öffnen dann zwar, aber werden zu wenig Kunden haben um zu überleben.

    Besser jetzt strikt bleiben oder sogar noch zulegen als in 2 Monaten das Prozedere nochmals von vorne zu starten.
    • dmark 04.04.2020 12:57
      Highlight Highlight Meine Rede. Augen zu, Zähne zusammen beissen und durch.
      Lieber konsequent und hart, als locker und härter...
  • Bert der Geologe 04.04.2020 10:01
    Highlight Highlight Bitte untersucht und teilt mit: wo haben sich die aktuellen Fälle sicher oder möglicherweise angesteckt. Welche Berufsgruppen neben dem Pflegepersonal hat auffallend viele Fälle. Sind das Maurer, Kassenpersonal oder Partynudeln. Man muss lernen im trüben zu fischen.
    • lilie 04.04.2020 15:49
      Highlight Highlight @Bert: Im Trüben fischen wir gerade im Akkord.

      Aber bei 1000 Neuansteckungen am Tag kommst du einfach nicht mehr nach mit dem Tracing.

      Wenn du noch bedenkst, wie hoch die (oft symptomlose) Dunkelziffer ist, dann könnten wir jetzt schon 100'000 Fälle in der Schweiz haben.

      Und getestet wird ja nur bei den Risikopatienten.

      Was aber sicher sagen können: Von den ersten 50 Fällen in der Schweiz war ein substantieller Teil in Italien gewesen.

      Das nützt uns jetzt aber auch nichts mehr.
    • Bert der Geologe 04.04.2020 16:46
      Highlight Highlight 1000 neu entdeckte Fälle un der ganzen Schweiz heisst 1000 Leute pro Tag befragen. Das muss schon gehen.
    • lilie 04.04.2020 16:56
      Highlight Highlight @Bert: Äh, nein? Es werden täglich etwa 8000 Tests gemacht, diese Leute werden natürlich zuerst nach Symptomen etc. befragt.

      Von diesen 8000 Leuten stellen sich 1000 als SARS-CoV2-positiv heraus.

      Jetzt müsstest du die also nochmals befragen, um herauszukriegen mit wem sie in den letzten 2 Wochen Kontakt hatten (besonders schwierig bei denen, die unterdessen auf der Intensivstation liegen).

      Nehmen wir an, die hatten im Schnitt mit 10 Personen Kontakt.

      Also musst du jetzt ZUSÄTZLICH auch noch diese 10'000 Leute testen (befragen nützt nichts, sie könnten symptomlos sein).

      Das geht nicht.
  • Mephista87 04.04.2020 09:53
    Highlight Highlight Der Beobachter sieht das mit den Masken irgendwie anders:
    https://www.beobachter.ch/gesundheit/medizin-krankheit/schutz-vor-coronavirus-der-masken-mythos
  • smoking gun 04.04.2020 09:48
    Highlight Highlight Hier die offizielle Statistik für Europa:

    https://www.euromomo.eu/
    • lilie 04.04.2020 10:02
      Highlight Highlight @smoking gun: Danke dafür! 😃👍

      Bin allerdings noch am Grübeln, wie das mit den Z-Werten war. Was ist schon wieder eine Abweichung von 3?

      Könntest du mir bitte auf die Sprünge helfen, das ist schon zu lange her. 🙂
  • Walter Sahli 04.04.2020 09:41
    Highlight Highlight Sich auf China zu stützen wenn es um Aussagen über die Dauer der einschränkenden Massnahmen geht, finde ich doch sehr gewagt. Anscheinend raten in Wuhan ja "hohe Funktionäre" der Bevölkerung, die Schutzmassnahmen wieder zu verstärken.

    watson, gibt es einen Grund, warum im obigen Artikel die Situation in den Spitälern - für die wir ja notabene all die Einschränkungen in Kauf nehmen - nicht aufgezeigt wird?
    • lilie 04.04.2020 10:04
      Highlight Highlight @Walter Sahli: Weil die Situation nicht überall bekannt ist.

      Was man aber in einer Zusammenfassung erwähnen müsste, das ist schliesslich der springende Punkt an der Geschichte.

      Der Bund ist erst daran, sich eine Übersicht zu verschaffen. Besser spät als nie...
    • elco 04.04.2020 10:13
      Highlight Highlight Ja gibt es. Kurzarbeit macht sich schlecht im Moment...
    • rodolofo 04.04.2020 11:09
      Highlight Highlight Vielleicht landen wir via ultra-liberalen Neoliberalismus im autoritären Staatskapitalismus...
      Die prekäre Situation im Gesundheitswesen hat damit zu tun, dass man kein Geld für "unrentable" Alte und Kranke ausgeben wollte.
      Dafür waren die meisten Staatsregierungen immer ausgesprochen spendabel, wenn es um die militärische Aufrüstung ging. Da war jeweils nur das Teuerste und Beste gut genug!
      Nun, diese stärkere Gewichtung von "Tot-Machern" gegenüber der Lebens-Erhaltung und der Lebens-Stärkung rächt sich jetzt.
      Wer seine Seele dem Teufel verkauft, der landet eben folgerichtig in der Hölle...
    Weitere Antworten anzeigen
  • MediaEye 04.04.2020 09:26
    Highlight Highlight Medis; was ist mit der Anwendung von Hexychloroquine?
    Weshalb wird das hier in der Schweiz nicht einmal erwahnt; während es in den USA angewendet wird oder soll; und in Frankreich ein heftiger Streit darüber entbrannt ist?
    • Walter Sahli 04.04.2020 10:18
      Highlight Highlight Chloroquin wird in der Schweiz genauso eingesetzt.
    • batschki 04.04.2020 10:42
      Highlight Highlight Hexychloroquine??
      nicht mal google kennt diese Substanz
    • Chrigi-B 04.04.2020 11:29
      Highlight Highlight In der Schweiz wird das ebenfalls verwendet. Die Meva (Schweiz) AG hat die Medis für ca. 9000 Intensivbehandlungen gratis an die Spitäler gegeben.

      Warum bei uns kein Streit über ein Medikament entbrannt ist?

      Weil die Ärtzte über die Anwendung entscheiden und es niemanden interessiert, was irgend ein Journalist, bewaffnet mit einer Drahtlostastatur, über das Medikament und die Behandlung damit denkt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • lilie 04.04.2020 09:22
    Highlight Highlight Schade wird hier immer noch über die Mortalität gewerweisst, anstatt auf das eigentliche Problem zu fokussieren: die Überlastung des Gesundheitssystems und damit die Gefahr für alle.

    Im Übrigen hoffe ich, dass der Bund erwägt, frühzeitige Lockerungen für Kantone auszusprechen, die weniger stark betroffen sind. Das wäre auch ein möglicher Testlauf, um zu sehen, ob es "verhebed".

    Auch in China wurden ja nur die stark betroffenen Gebiete abgeriegelt.
    • Kruk 04.04.2020 10:01
      Highlight Highlight Müsste man dann nicht die Bewegungen zwischen diesen stärker und schwächer betroffenen Gebieten bzw. Kantone einschränken, sonst geht es doch dann ziemlich schnell in den vermeintlich verschonten Gebieten. Und ist dies in der kleinen Pendlerschweiz überhaupt möglich?
    • lilie 04.04.2020 10:08
      Highlight Highlight @Kruk: Ich würde eben nur Sachen wieder anlaufen lassen, welche für Auswärtige uninteressant sind und wo die Hygienemassnahmen eingehalten werden können, z.B. kleine Quartierläden und dergleichen.

      Auch Parks könnte man wiedereröffnen unter der Auflage, dass sie nur offen bleiben, wenn die Regeln eingehalten werden.
    • elco 04.04.2020 10:12
      Highlight Highlight Solange die Spitäler Kurzarbeit haben, scheint das Problem ja nicht all zu akut zu sein...
    Weitere Antworten anzeigen
  • AndOne 04.04.2020 09:20
    Highlight Highlight Wenn die Schweiz nicht in der Lage ist 2-3 Monate in diesem Notstand zu leben, hat sie sehr vieles falsch gemacht!
    • Coffey 04.04.2020 10:44
      Highlight Highlight Kannst du vergessen, ist sie nicht.
    • quad 04.04.2020 11:53
      Highlight Highlight Unserer Wirtschaft besteht aus 85% KMU's. Hinter jedem KMU stehen Arbeiter, Kunden & Zulieferanten, alles ist miteinander vernetzt. Viele KMU's haben sich neu verschuldet & je länger der Lockout dauert umso massiver sind die Umsatz- / Gewinneinbrüche. Ist der Lockout einmal zu Ende, wer garantiert, dass der Markt sich erholt hat, das dauert eventuell Monate / Jahre.
      Können die KMU's ihre Mitarbeiter, Zulieferanten & Bankkredite nicht mehr bezahlen fängt der Domino Effekt ziemlich schnell und in allen Segmenten an. Pleiten, Arbeitslose, hohe Kriminalität. Spätestens dann ist fertig lustig.
    • AndOne 04.04.2020 13:52
      Highlight Highlight @quad
      Auch KMU's müssen Reserven haben, ansonsten muss man sagen, dass sie einfach über ihren Verhältnissen gelebt haben. Desweiteren gibts ja jetzt eine Finanzspritze.
  • Zeit_Genosse 04.04.2020 09:17
    Highlight Highlight Die Schweiz ist gut im Verlangsamen aller Effekte. Wir sollten die Zeit nutzen und dann schon bald, da wo es möglich ist und Anweisungen eingehalten werden, wieder langsam hinauffahren (lockup) und dann die Wirtschaft wieder beschleunigen (after lockdown). Damit käme die Schweiz mit einem blauen Auge davon.

    Es hängt alleine von der VERNUNFT aller Akteure ab. Das ist der Knackpunkt.
    • lilie 04.04.2020 09:49
      Highlight Highlight @Zeit_Genosse: Das sehe ich ganz genauso.

      Wenn die Leute einsehen, dass es jetzt nicht Zeit ist, im Tessin oder im Bündnerland Viren verteilen gegen, dann kann man nach Ostern überlegen, ob es in einzelnen Landesteilen erste Versuche mit Lockerungen geben kann.

      Wenn die Leute aber wieder denken, Ostern nicht ohne Stau am Gotthard aushalten zu können, dann muss galt weiter die harte (härtere) Schiene gefahren werde.

      Ich hoffe natürlich auf die Vernunft der Leute. Und auch auf etwas Mut beim Bundesrat.
    • Kruk 04.04.2020 10:09
      Highlight Highlight Lilie, die Leute gehen nicht im Tessin Viren verteilen sie holen sie dort ab und danach wird die ganze Schweiz ein Tessin sein.
      Man erinnere wie es überhaupt in die Schweiz gekommen ist.

      Falls es denn tatsächlich zu vielen solchen Reisen kommt, was ich nicht glaube, denn die Vernunft ist grösser.
      Aber etwas überrascht war ich schon wie lange es ging bis man hier der Bitte einer Regierung nachgekommen ist, die einem sonst überhaupt nirgends einschränkt.

      Aber das Ostern Thema wurde, glaube ich, schon verstanden.
      Ein bisschen Sorge mache ich mir aber schon.
    • elco 04.04.2020 10:11
      Highlight Highlight Hinauffahren tönt gut, die englischen Ausdrücke in der Klammer brauchen wir nicht. Danke.
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