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Blaue Mützen und Mundschutz: Spitalsoldaten am Samstag in der Kaserne Bière VD.

Die Schweizer Spitalsoldaten tragen alle Schutzmasken. Doch wie viele dieser Masken hat die Schweiz? Und wie viele bräuchte sie? Bild: KEYSTONE

So viele Schutzmasken bräuchte die Schweiz im Kampf gegen das Coronavirus



In Asien gehören sie bereits zum Alltag, in der heutigen Coronavirus-Epidemie in der Schweiz trifft man sie auch hierzulande immer häufiger: Schutzmasken. Oder Hygienemasken, wie sie in Fachkreisen genannt werden.

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Die Meinungen zu ihrer Nützlichkeit für die heutige Situation gehen auseinander. Doch wie viele Schutzmasken haben wir im Moment zur Verfügung? Und wie viele bräuchten wir, um die gesamte Schweiz damit zu versorgen? Alle Antworten zu diesen wichtigen Fragen findest du hier:

Wie viele Schutzmasken bräuchte die Schweiz?

Eine ETH-Studie geht davon aus, dass wir etwa 360 Millionen Masken für die nächsten drei Monate bräuchten. Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit verwies an einer Medienkonferenz ebenfalls auf diese Zahl.

In dieser Rechnung gehen die Forscher davon aus, dass die Masken nur ausserhalb der Wohnung getragen werden und so für Normalbürger etwa drei bis vier Tage halten, wie die ETH-Medienstelle der NZZ mitteilte. Würde man nur das medizinische Personal mit Schutzmasken versorgen, bräuchte man etwa 1,5 Millionen solcher Hygienemasken am Tag.

Wie viele Schutzmasken haben wir?

Es gibt keine offiziellen Zahlen dazu, wie viele Masken in der Schweiz verfügbar sind. Am Freitag hat der Bundesrat aber eine Meldepflicht für medizinische Güter erlassen. Diese sollen nun nur noch zentral verteilt werden. Es könnte also sein, dass konkrete Zahlen dazu doch noch verfügbar gemacht werden.

Das BAG empfiehlt das Tragen der Hygienemasken jedoch weiterhin nur medizinischem Personal, auch wenn mittlerweile diverse Nachbarländer der Schweiz eine Schutzmaskenpflicht in der Öffentlichkeit eingeführt haben.

Die Vermutung liegt also nahe, dass die Bevölkerung in der Schweiz im Moment nicht mit den 300 Millionen Masken versorgt werden kann. Auch um eine erneute Knappheit beim medizinischen Personal zu verhindern, sollen also Private auf den Schutz verzichten.

Wie viele Schutzmasken können wir auftreiben?

Es gibt aber Hoffnung, dass der Bund genügend Masken für alle importieren oder herstellen kann. Einige Ansätze dafür sind bereits bemerkbar. Letzte Woche teilte das BAG mit, man könne mittlerweile 40'000 Schutzmasken pro Tag in der Schweiz herstellen.

Weitere Schweizer Firmen sind aber bereits in den Startlöchern, um ebenfalls in die Maskenherstellung einzusteigen. Die Produktion soll in den nächsten Wochen anlaufen, wie ein Produzent gegenüber SRF aussagt. Diese Masken wären jedoch nur für den privaten Gebrauch gedacht, nicht für die Spitäler.

Wie sieht es mit Lieferungen aus dem Ausland aus? Die Nachfrage nach Schutzmasken und Desinfektionsmittel hat die Preise auf dem internationalen Markt in die Höhe getrieben. Weiter haben Schweizer Nachbarländer immer wieder Schutzmaskenlieferungen für die Schweiz am Zoll aufgehalten. Mittlerweile wurde der Export für den Moment zumindest wieder freigegeben. Hier eine genaue Vorhersage dazu zu treffen, wie viele Masken die Schweiz importieren kann, ist also schwierig.

Beim Bund sind bereits viele Zwischenhändler vorstellig geworden, um Schutzmasken aus China zu importieren. Solche Angebote lehne man aber konsequent ab: «Die Armeeapotheke beschafft auf dem Weltmarkt – geprüfte, vertrauenswürdige Ware», sagt Armeesprecher Daniel Reist gegenüber CH Media.

Wie gut schützen Schutzmasken?

Kommen wir zurück auf die Diskussion, wie gut solche Masken eigentlich schützen. Das Coronavirus verbreitet sich vorwiegend über eine Tröpfcheninfektion. Also zum Beispiel über Husten und Niesen. Wenn dies unter einer Schutzmaske gemacht wird, kann sich das Virus viel schlechter verbreiten. Wer also eine Schutzmaske trägt, schützt primär nicht sich selbst, sondern seine Mitmenschen.

Bei unsachgemässem Tragen einer Schutzmaske steigt das Risiko für die Person selbst sogar, am Coronavirus zu erkranken. Wird eine Maske ständig angefasst, werden aus ihnen Virenschleudern, die direkt im Gesicht eines Betroffenen sitzen. Ausserdem kann das Tragen einer Atemschutzmaske zu einem falschen Sicherheitsgefühl führen. Werden die restlichen Hygieneregeln deswegen ignoriert, nützen auch Masken nichts. Was du beim Tragen von Schutzmasken beachten solltest, findest du hier.

Welche Schutzmasken helfen?

Weiter gibt es unterschiedliche Modelle von Hygienemasken. Nur manche davon schützen auch tatsächlich vor Tröpfcheninfektionen. Die sogenannten Masken der Schutzklassen FFP2 und FFP3 sind geeignet, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Eine Atemschutzmaske der Kategorie FFP2, fotografiert am 25. Maerz 2020 in Zuerich. (KEYSTONE/Christian Beutler)

FFP2-Maske. Bild: KEYSTONE

Eine Anleitung fuer das korrekte Aufsetzen einer FFP3 Atemschutzmaske, fotografiert am 25. Maerz 2020 in Zuerich. (KEYSTONE/Christian Beutler)

FFP3-Maske. Bild: KEYSTONE

Mund-Nasen-Schutz-Masken (MNS), wie man sie aus den Operationssälen kennt, schützen den Träger hingegen wenig. Die Filterung ist hier nicht stark genug. Trotzdem ist es sinnvoll, wenn Infizierte solche Masken tragen, da die Verteilung von Tröpfchen erschwert wird. Weil bei vielen Corona-Infizierten keine Symptome auftreten, macht es also durchaus Sinn, solche Masken vorsorglich zu tragen. Dafür müssten aber genügend vorhanden sein. Weitere Schutzmasken wie Pollenmasken bieten in der jetzigen Lage jedoch keinen besonderen Schutz. (leo)

Ein Mund-Nasen-Schutz (MNS) Schutzmaske

Ein MNS schützt die Mitmenschen vor Tröpfchen, die durchs Niesen, Husten und Sprechen in die Luft gelangen. Sie schützen jedoch nicht den Träger vor dem Coronavirus. Bild: wikimedia

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So kam das Coronavirus in die Schweiz – eine Chronologie

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Das Coronavirus in der Schweiz – eine Chronologie
quelle: keystone
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«Masken für alle? Ein Witz»

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