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In Verbier herrschte auf den Pisten über die Weihnachtstage fast Normalität. Nur die Maske erinnert an Corona.
In Verbier herrschte auf den Pisten über die Weihnachtstage fast Normalität. Nur die Maske erinnert an Corona.Bild: keystone

Omikron ist in der Schweiz bald dominant – und trotzdem gibt es einen Hoffnungsschimmer

Die Infektionszahlen werden rasch ansteigen, mehr Menschen in Quarantäne und Isolation sein, die Situation in den Spitälern sich zuspitzen. Was heisst das für die nächsten Wochen in der Schweiz?
26.12.2021, 20:14
Doris Kleck / ch media

Über die Festtage hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) darauf verzichtet, neue Zahlen zur epidemiologischen Lage zu publizieren. Diese werden für Montag erwartet. Aussagen von einzelnen Exponenten machen aber deutlich: Omikron wird auch in der Schweiz schon bald die Pandemie dominieren.

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Wie ist die aktuelle Situation?

Der Kanton Tessin meldete, dass die Variante Omikron das Infektionsgeschehen dominiere. Tanja Stadler, die Präsidentin der wissenschaftlichen Taskforce, sagte in der «NZZ am Sonntag»: «Wir gehen davon aus, dass Omikron in diesen Tagen zur häufigsten Variante wird.» Das ist relevant, weil Omikron viel ansteckender ist als die Delta-Varianten und der Impfschutz schlechter ist. Die Taskforce hatte berechnet, dass der Schweiz im Januar 25’000 Ansteckungen täglich drohen.

Wie steht es um die Versorgungssicherheit?

Derart viele Neuansteckungen wären auf verschiedenen Ebenen ein Problem: Die kritische Situation in den Spitälern könnte sich weiter zuspitzen und der Ausfall einer Vielzahl von Arbeitnehmenden könnte die Versorgungssicherheit gefährden. Gegenüber dem «Sonntags-Blick» warnte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz vor Ausfällen in der kritischen Infrastruktur der Schweiz. «Es ist damit zu rechnen, dass weiteres Personal krankheits- oder quarantänebedingt ausfallen könnte und der Betrieb nicht im gewohnten Umfang aufrechterhalten werden kann.» Bundespräsident Guy Parmelin relativierte in der «Sonntags-Zeitung» und hielt fest, die Landesversorgung sei gewährleistet. Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung der Kantonsärzte Schweiz, regt an, die geltenden Quarantäne- und Isolationsregeln zu überdenken, sofern es sich wissenschaftlich tatsächlich erhärtet, dass Omikron zu milderen Verläufen führt: «Als Ultima Ratio könnte man die Isolation für positive getestete Asymptomatische auf fünf oder sechs Tage verkürzen, allenfalls begleitet von Schutzmassnahmen. Denn Infizierte ohne Symptome scheinen nachher in der Regel weniger infektiös zu sein.» Damit könnte verhindert werden, dass trotz der massiven Verbreitung der Omikron-Variante zu viele Arbeitnehmende ausfallen.

Braucht es neue Massnahmen?

Verschiedene Mitglieder der Taskforce fordern gemäss der «NZZ am Sonntag» Massnahmen mit Blick auf Silvester. Sie schlagen etwa die Schliessungen von Clubs oder Absagen von Silvesterpartys vor. Der Bundesrat tagt offiziell erst wieder am 12. Januar, er könnte aber jederzeit eine ausserordentliche Sitzung abhalten. Die Massnahmen für die Schliessung gewisser Bereiche waren bereits in der Konsultation. Zwar lehnten 21 Kantone Teilschliessungen ab, doch war das Nein selten absolut. Der Kanton Bern etwa schrieb: «Sollte sich die Lage indes stark verschlechtern, würden Schliessungen unterstützt.» Der Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri verweist darauf, dass es zu spät sei, um einen raschen Anstieg der Fallzahlen völlig zu verhindern. Die Frage sei, wie stark die Infektionen auf die Hospitalisationen durchschlage: «Wird die Belastung der Spitäler zu gross, muss die Politik die Notbremse ziehen», so Hauri.

Läutet Omikron das Ende der Pandemie ein?

Omikron wird auch mit einem Lockdown nicht mehr verschwinden, wir müssten mit dem Virus lernen leben, sagt Hauri. Der Zuger Kantonsarzt ist aber auch optimistisch: «Ich gehe davon aus, dass wir im Frühling die Hauptlast der Pandemie überstanden haben, weil die Grundimmunität genügend hoch sein wird.» Auch der deutsche Virologe Christian Drosten glaubt, dass die Omikron-Variante jene sein wird, die uns in die endemische Phase begleitet, also ein normaler Begleiter der Menschheit sein wird, wie er der «Sonntags-Zeitung» im Interview sagt. Bis dahin werde es aber «noch einmal hart». Drosten rechnet damit, dass es noch zwei Wellen geben wird: Im Frühling und im Herbst. (aargauerzeitung.ch)

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