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Les membres du staff medical changent de box pour vacciner contre le coronavirus COVID-19 les personnes a l'aide du vaccin Moderna, lors du premier jour d'ouverture du Centre de vaccination de Palexpo, ce lundi 19 avril 2021 a Geneve. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Erhält der Bund weniger Impfdosen, müssen die kantonalen Impfzentren umdisponieren: Blick in ein Impfzentrum in Genf. Bild: keystone

200'000 Impfdosen weniger: 4 Gründe, warum Moderna später liefert

Die Schweiz erhält erneut weniger Impfstoff als erhofft: Moderna liefert 200'000 Impfdosen weniger im Mai. Die Hintergründe und Reaktionen zur erneuten Hiobsbotschaft aus Bern.



«Moderna hat uns mitgeteilt, dass es eine Verschiebung in den Lieferprognosen gibt. Wir werden im Mai 200'000 Dosen weniger erhalten»: Mit dieser Hiobsbotschaft wandte sich BAG-Vizedirektorin Nora Kronig am Dienstag an die Medienschaffenden.

200'000 Impfdosen werden im Mai fehlen. Moderna wolle diese im Juni nachliefern, so Kronig weiter. Sicher ist das aber nicht. Denn bei den Angaben von Moderna handelt es sich stets um Lieferprognosen. Also keine fix bestätigten Liefermengen.

Das sind die Gründe der Lieferverzögerung

Warum die Impfstoffherstellung so hochkomplex ist, was es alles dazu braucht und warum man nicht einfach mehr produzieren kann, liest du auch hier.

Nicht nur die Schweiz ist von Lieferengpässen betroffen

Es ist nicht nur die Schweiz, die von Moderna weniger Impfdosen geliefert bekommt, als ursprünglich angekündigt.

Auch in Kanada musste die Ministerin für öffentliche Dienste und das Beschaffungswesen Anita Anand verkünden, dass anstatt der versprochenen 1,2 Millionen Dosen, nur 650’000 bis Ende April geliefert werden können.

Anfang April berichtete zudem der deutsche Ableger des «Business Insiders» über Moderna-Lieferausfälle, die Deutschland Ende April drohen würden. Doch Moderna dementierte den Vorwurf und versprach, dass man die vierteljährliche Liefervereinbarung mit der Europäischen Kommission und den einzelnen Mitgliedstaaten erfüllen werde.

Die Kantone sind verärgert

Nach der Hiobsbotschaft liess die Kritik nicht lange auf sich warten. Impflieferungen führen allen voran in den Kantonen zu grösseren Problemen, weil diese Impftermine umbuchen oder gar stornieren müssen. Und das wiederum könnte Einfluss haben auf die Impfbereitschaft der Bevölkerung, befürchtete Lukas Engelberger, Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz GDK.

Folgend Auszüge einiger Reaktionen zur Impfverzögerung:

«Bereits eingeplante oder dicht gedrängte Erstimpfungen müssen reduziert oder gestoppt werden. Nur so kann ein akuter Impfstoffmangel für die bereits ein erstes Mal Geimpften verhindert werden. Es kommt zu einem andauerndem Umdisponieren und zur Verlangsamung der Impfgeschwindigkeit.»

Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung der Kantonsärzte Pressekonferenz des Bundesamtes für Gesundheit am 20.04.21

«Der Kanton Bern fordert den Bund auf, sich personell neu zu orientieren und die Verantwortung für das Lieferungs- und Impfprogramm Fachleuten aus der Wirtschaft zu übertragen, um einen professionellen Ablauf sicherzustellen.»

Berner Gesundheitsdirektion

«Wir Kantone müssen zuverlässige Planungsdaten haben. Und zwar sofort. Letztlich verliert die Bevölkerung das Vertrauen nicht nur in den Kanton, sondern auch in den Bund. Und das darf nicht passieren.»

Guido Graf, Gesundheitsdirektor Luzern nzz

«Die Kantone müssen mit einer gewissen Vorsicht planen. Wir verstehen den Wunsch, nicht unnötig Dosen zu horten. Aber wir müssen gewisse Reserven haben, um solche Lieferschwierigkeiten auffangen zu können. [...] Wir sind darauf angewiesen, dass die Menschen der Impfung und der ganzen Organisation rundherum vertrauen. Die Motivation zur Impfung hängt auch davon ab.»

Lukas Engelberger, Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz GDK nzz

«Wir haben im Mai viele Erstimpfungen geplant, da kommt es jetzt zu grossen Unsicherheiten und Verzögerungen.»

Gundekar Giebel, Sprecher der Gesundheitsdirektion des Kantons Bern tages-anzeiger

So geht es weiter

Obwohl die Meldung zu den Lieferverzögerungen zu einem heiklen Zeitpunkt kommt, gibt es einige Silberstreifen am Horizont.

Mit dem Impfstoff-Hersteller Curevac Swiss hat am Montag ein weiteres Unternehmen ein Zulassungsgesuch beim Heilmittelinstitut Swissmedic eingereicht. Es handelt sich um das mittlerweile fünfte Zulassungsverfahren für einen Impfstoff gegen Sars-CoV-2. Die Schweiz hat bereits fünf Millionen Impfdosen bei Curevac bestellt.

Ein Zulassungsgesuch von Astrazeneca wird derzeit ebenfalls von Swissmedic geprüft. Der Covid-19-Impfstoffkandidat von Curevac befindet sich gemäss dem Unternehmen derzeit in der finalen Phase der klinischen Entwicklung. Für die zulassungsrelevante Studie, die am 14. Dezember 2020 startete, sei die Rekrutierung von derzeit rund 40'000 Teilnehmenden in Lateinamerika und in Europa abgeschlossen worden.

Neben den bereits etablierten Impfherstellern steigen gemäss Experten viele weitere Unternehmen in den Markt ein. Kommen mehr Zulieferer und Hersteller dazu, könnten die Lieferengpässe bald überstanden sein.

(ohe)

Mit Material der sda

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