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Corona-PK des Bundes verpasst? Das sind die 5 wichtigsten Punkte

Die Fallzahlen stagnieren auf hohem Niveau, während die Hospitalisationen weiter abnehmen. Wie deuten die Experten des Bundes die aktuellen Zahlen? Die wichtigsten Punkte des Corona-«Point du Presse» in Bern.
18.01.2022, 15:5618.01.2022, 16:17

Wie steht's mit den Fallzahlen?

Laut Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle im Bundesamt für Gesundheit (BAG), stagnieren die Corona-Fallzahlen derzeit auf sehr hohem Niveau:

«Es ist möglich, dass wir den Höchststand an Fällen erreicht haben.»
Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle im BAG.
Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle im BAG.Bild: keystone

In den vergangenen Tagen beobachte man nur noch einen «sehr langsamen Anstieg», sagte Masserey am Dienstag vor den Medien in Bern. Jedoch sei davon auszugehen, dass die Dunkelziffer hoch sei. Viele Personen dürften sich symptomfrei infizieren.

>> Der Corona-Liveticker zum Nachlesen.

Und wie sieht's an der Spitalfront aus?

Hier sieht's deutlich besser aus. Die Situation auf den Intensivstationen ist laut Masserey derzeit stabil. Die Inzidenzen variierten zwischen den Kantonen sehr stark. Diese Zahlen würden sich, mit Verzögerung, auch noch bei den Spitaleinweisungen zeigen.

In der Schweiz ist auch gemäss dem obersten Kantonsarzt seit der Ausbreitung der Omikron-Variante eine Welle an Hospitalisierten bislang ausgeblieben. Gerade im Kanton Zug:

«Die Intensivstation hat sich bei uns [in Zug] fast vollständig geleert von Covid-Patienten.»
Rudolf Hauri

Die Spitäler seien aber weiterhin eingestellt auf eine hohe Belastung, sagte Rudolf Hauri. Die Praxis zeige, dass ein guter Schutz durch die Impfung bestehe. Geimpfte würden zwar erkranken, würden allerdings selten ins Spital müssen und noch seltener eine Intensivbehandlung benötigen.

Rudolf Hauri, Zuger Kantonsarzt und Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte.
Rudolf Hauri, Zuger Kantonsarzt und Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte.Bild: keystone

Nachhaltige Engpässe in Spitälern – ausser in Spezialgebieten wie der Jugendpsychiatrie – seien in der Akut-Pflege nicht bekannt geworden. Allerdings fehle teilweise das Personal wegen Erkrankungen, Isolation und Quarantäne. Regionale oder schweizweite Verlegungen seien bislang kaum nötig gewesen. Gemäss den Experten ein Grund für Optimismus:

«Bei uns sind die Intensivstationen noch nicht überlastet, wir haben uns vorbereitet. Man kann vernünftigerweise leicht optimistisch sein.»

Entwarnt das BAG also?

Nein, nicht wirklich. Die Bundesbehörden sehen derzeit keinen Grund für eine Entwarnung im Hinblick auf die Spitaleinweisungen im Zusammenhang mit Covid-19, heisst es vonseiten Virginie Masserey.

Es sei zu früh, die von der Taskforce des Bundes vorgelegten Modelle zu verwerfen, sagte Masserey weiter. Wo die Omikron-Welle besonders stark sei, namentlich in der Westschweiz, habe die Zahl der Spitaleintritte zugenommen.

Masserey verwies insbesondere darauf, dass es derzeit eine hohe Dunkelziffer bei den Neuansteckungen geben dürfte. Es sei gut möglich, dass sich in Wahrheit drei- bis viermal so viele Menschen ansteckten, wie offiziell gemeldet. Dies mache Prognosen sehr schwierig.

Rudolf Hauri.
Rudolf Hauri.Bild: keystone

Ein Problem ist laut Masserey auch, dass es bei der Meldung der Spitaleintritte Verzögerungen gebe. So wisse man beispielsweise nicht, ob in der Romandie die Spitaleintritte nun wieder abnähmen.

Rudolf Hauri sagte mit Blick auf seinen Heimatkanton Zug, dort betreffe Omikron noch immer vor allem Jüngere. Hauri räumte allerdings ein, er hätte erwartet, dass man auch in Zug früher eine Zunahme der Hospitalisationen sehen würde. Diese sei bisher ausgeblieben.

Steht nun die 2G-Regelung zur Debatte?

Nein, die 2G-Regel macht aus Sicht der Bundesbehörden nach wie vor Sinn. Masserey begründete dies insbesondere mit dem Schutz der Ungeimpften.

Studien zur genauen Wirkung der Massnahme lägen noch nicht vor, sagte Masserey auf eine Journalistenfrage. Es gelte zu vermeiden, dass sich Menschen mit dem Coronavirus ansteckten, die keine Immunität aufgebaut hätten.

Apropos ungeimpft: Die Reaktionen auf Djokovics kurze Reise nach Australien (Satire):

Video: watson

Insbesondere Geboosterte hätten einen guten Schutz gegen einen schweren Krankheitsverlauf, betone sie. Dasselbe gelte auch für kürzlich genesene Personen.

Wo stecken sich eigentlich die Leute an?

Man weiss es immer weniger. Die Zusammenhänge zwischen Ansteckungen mit dem Coronavirus können gemäss dem obersten Kantonsarzt nicht mehr in vollem Umfang erfasst werden. Das sei angesichts der hohen Fallzahlen nicht überraschend. Die meisten Menschen würden sich aber weiterhin am häufigsten im engen Familien- und Freundeskreis anstecken.

Auch in den Schulen, an Unis und anderen Weiter- und Ausbildungsorten, in Zusammenhang mit Reisen und dem Sport, gebe es Häufungen. Auch Veranstaltungen machten sich bemerkbar, wenn auch nicht übermässig.

Die hohen Fallzahlen hätten dazu geführt, dass die Testkapazitäten und die Kontakt-Nachverfolgung ihre Arbeit nicht mehr in gleichem Umfang oder gleichem Tempo ausführen können. Das habe dazu geführt, dass repetitive Reihentests reduziert worden seien. Zudem gebe es Einschränkungen bei der Kontaktaufnahme durch die Teams der Kontaktnachverfolgung. Positiv getestet Personen bekämen nun automatisch eine SMS, damit sie ihre Kontaktpersonen selber informierten. «Die erhebliche Virusaktivität lässt keine andere Wahl», sagte Hauri.

(sda/jaw)

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quelle: keystone / peter klaunzer
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109 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Landei
18.01.2022 16:33registriert September 2016
Zitat: "Masserey begründete dies insbesondere mit dem Schutz der Ungeimpften"

Die Ungeimpften müssen nicht geschützt werden - die sind freiwillig ungeimpft.
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offgrid
18.01.2022 16:17registriert Oktober 2019
Wer sich nicht geimpft hat, tat das aus freien Stücken und das akzeptiere ich als Geimpfter auch. Aber die jetzt auch noch schützen mit Beibehalten aller Massnahmen? Nein Danke!
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derlange
18.01.2022 16:27registriert Dezember 2016
Dunkelziffer 3-4 mal höher - bedeutet wohl 85 - 115 tausend Fälle täglich. in 80 Tagen haben wir die gewünschte Herdenimmunität erreicht.
Dann haben wir noch die Impfung, die Geboosterten und Genesene. Mit Omikron eine (eher) milde Variante, wenn Hospitalisation notwendig werden, dann weniger IPS und weniger vorallem lang im Spital.
Auch eine tiefere Mortalität durch Omirkon ist bereits bewiesen.

Was wollen wir jetzt noch mit Massnahmen?
Bzw. was rechtfertigt jetzt noch Massnahmen?
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