DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Die Highlights im Video:

Video: watson

Hast du die Bundesrats-PK verpasst? Das sind die 4 wichtigsten Punkte

11.08.2021, 17:18

Das wurde beschlossen

In seiner ersten Sitzung nach den Sommerferien hat der Bundesrat am Mittwoch beschlossen, die noch geltenden Corona-Massnahmen beizubehalten. Begründet werden diese nur noch damit, die Spitäler vor Überlastung zu schützen. Nicht mehr Teil der Überlegungen des Bundesrats ist der Schutz von Personen, die sich trotz Möglichkeit, sich impfen zu lassen, darauf verzichtet haben.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker.

Diesen Personen will der Bundesrat weiterhin die Wahl lassen, sich impfen zu lassen oder nicht. Ungeimpfte und Ungenesene, die ein Fussballspiel oder Ähnliches besuchen wollen, sollen ab dem 1. Oktober aber selbst für die Kosten eines Corona-Tests aufkommen müssen. Ausgenommen wären Personen, die nicht geimpft werden können. Definitiv darüber entscheiden will die Regierung in zwei Wochen nach einer Konsultation.

Der vom Bundesrat beschlossene Wechsel von der Stabilisierungs- und die Normalisierungsphase hat keine unmittelbaren Folgen für die Bevölkerung. Begründet wird er mit dem Impffortschritt. Der Bundesrat ist der Ansicht, dass alle, die sich impfen lassen wollten, dazu in der Lage waren.

Ganz aufheben will der Bundesrat die wenigen verbliebenen Schutzmassnahmen wie die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr jedoch nicht. Er argumentiert mit der «ungewissen Entwicklung der epidemiologischen Lage». Noch ist unsicher, wie sich die Ferienrückkehrer und die Delta-Variante auf die Belegung der Spitalbetten auswirken wird. Eine Überlastung sei «nicht auszuschliessen», schreibt der Bundesrat.

Neuausrichtung der Pandemiebekämpfung

Die Corona-Politik des Bundes geht in eine neue Phase: Fortan will der Bundesrat die Schraube bei den Massnahmen erst wieder anziehen, wenn eine Überlastung der Spitäler droht.

Gesundheitsminister Alain Berset während der Pressekonferenz.
Gesundheitsminister Alain Berset während der Pressekonferenz.
Bild: keystone

Für Gesundheitsminister Alain Berset gilt es, die individuellen Entscheide zum Umgang mit der Corona-Pandemie zu akzeptieren. Wer sich indes nicht impfe, der trage selber die Konsequenzen «und kann sich nicht mehr auf den Schutz durch staatliche Massnahmen verlassen», sagte er am Mittwoch vor den Medien in Bern.

«Wer sich nicht impft, trägt die Konsequenzen.»

Mit dem neuen Fokus in der Corona-Politik nehme der Bundesrat eine Erhöhung der Fälle in Kauf. Einziges Ziel sei es nun noch, eine allfällige Überlastung der Spitäler zu verhindern.

Das Virus werde also zirkulieren, vor allem bei jenen, die nicht immun seien. Derzeit präsentiere sich die Situation ziemlich gut, die Dynamik mit den wöchentlichen Verdoppelungen der Ansteckungszahlen sei jedoch «nicht sehr vorteilhaft».

Wann wird gelockert?

Frühestens Anfang September will der Bundesrat erneut beraten, ob auch die noch verbleibenden Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus aufgehoben werden können. Für die abschliessende Beurteilung gibt es allerdings keinen fixen Richtwert.

Die Massnahmen könnten dann aufgehoben werden, «wenn die Bedrohung einer Überlastung des Gesundheitswesens ausgeschlossen ist», sagte Berset. Das sei momentan noch nicht der Fall.

Zwar nehme der Bundesrat in der ab sofort geltenden Normalisierungsphase einen Anstieg der Fallzahlen in Kauf, weil die vulnerablen Personen überwiegend geimpft seien, sagte Berset. Noch unklar sei aber, wie weit man gehen könne, ohne dass die Spitäler in sechs Wochen ein Problem hätten.

Das Gesundheitswesen gelte ab dem Zeitpunkt als überlastet, «wenn es nicht mehr möglich ist, dass alle einen sehr guten Zugang zu einer Behandlung bekommen». Eine solche Situation habe es während der Pandemie nie gegeben, in einigen Regionen sei man aber nah am Limit gewesen.

Krank stellen für Corona-Test? Aufgepasst!

Sich krank stellen, um in den Genuss eines Gratis-Coronatests samt Zertifikat zu kommen: In der Vernehmlassung müsse sich noch genauer herauskristallisieren, wie man solchen Tricksereien einen Riegel schieben könne, sagte Gesundheitsminister Alain Berset am Mittwoch vor den Medien in Bern.

Patrick Mathys.
Patrick Mathys.
Bild: keystone

Tricksen könne man grundsätzlich überall, ergänzte Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung im Bundesamt für Gesundheit (BAG). Eventuell seien tatsächlich noch Einschränkungen nötig. Das müsse man noch genauer anschauen und die Vernehmlassung abwarten. Mathys dazu:

«Die Gefahr, dass getrickst wird, besteht immer. Wer das tut, muss sich aber schon bewusst sein, dass das Speichelproben sind, die Zeit brauchen, um ausgewertet zu werden. Wer also in den Club will, kann nicht am Freitagnachmittag Halsschmerzen vortäuschen und ein schnelles Ergebnis erwarten.»

(jaw/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

BAG verteilt Torte zur Feier des Impffortschritts

1 / 11
BAG verteilt Torte zur Feier des Impffortschritts
quelle: keystone / peter schneider
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Highlight Bundesrats-PK 11. August

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Mehr als nur erschöpft: Ist diese chronische Krankheit die Erklärung von Long Covid?

Jacqueline R. ist 22 Jahre alt und seit drei Jahren konstant erschöpft, ihre Gedanken benebelt, die Verdauung durcheinander. Dahinter liegt eine Krankheit, die kaum bekannt ist. Wegen Long Covid ändert das gerade.

Im Vorgarten des Einfamilienhauses in Horw spriessen die ersten Blumen. Drinnen liegt Jacqueline R. im Bett. Rotes T-Shirt, FFP2-Maske, lockiges Haar, dünne Arme. Ehemalige Studentin Gesundheitswissenschaften und Technologie in Lausanne.

Seit eineinhalb Jahren verbringt sie Tag und Nacht im Bett. Steht nur auf, um aufs WC zu gehen. An guten Tagen geht sie eine Viertelstunde nach draussen, kann eine Weile Hörbuch hören, sich mit der Familie unterhalten oder mit Freunden chatten. An schlechten …

Artikel lesen
Link zum Artikel