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Unbezahlte Hausarbeit war vor allem ein Frauen-Job – daran änderte Corona nichts

Homeoffice und Pandemie änderten kaum was: Im Haushalt arbeiten zum grössten Teil die Frauen. Es geht um unbezahlte Arbeit in Milliardenhöhe.



Frauen arbeiten 50 Prozent mehr für Haushalt und Familie als Männer. Dies zeigt die neueste Arbeitskräfteerhebung des Bundesamtes für Statistik (BFS). Die gute Nachricht: Die häusliche Mithilfe der Männer nimmt jedes Jahr im Schnitt um fast 20 Minuten pro Woche zu.

16,2 Stunden pro Woche widmeten Männer vor zehn Jahren der Haus- und Familienarbeit, 2020 waren es schon 19,1 Stunden; das waren nicht ganz zehn Stunden weniger als ihre Partnerinnen. Am liebsten stehen Männer – wenig überraschend – am Herd, nämlich viereinhalb Stunden pro Woche, während die Frauen 7,8 Stunden in die Nahrungszubereitung stecken.

Beim Putzen packen die Männer dagegen nur 2,1 Stunden pro Woche mit an, während weibliche Familienmitglieder mehr als doppelt so lang schrubben. Am wenigsten Einsatz zeigen die Gefährten in der Waschküche: 0,6 Stunden wenden sie auf, während die Frauen zwei Stunden die Woche waschen und bügeln.

Männer «mögen»: Kochen, Putzen, Einkaufen

Aber Einkaufen tun Männer gern: 1,9 Stunden pro Woche, beinahe gleich lang wie Frauen (2,1 Stunden). Relativ fleissig sind die Gesponse auch im Garten und beim Gassigehen, knapp zwei Stunden gegenüber 2,6 bei den Frauen. Die leidvolle Tätigkeit der Buchhaltung teilen sich die Geschlechter praktisch fifty-fifty.

Von Jahr zu Jahr haben die Männer ihre wöchentliche Mitwirkung an der häuslichen Gratisarbeit im Schnitt um 18 Minuten verlängert. Von dieser Mehrarbeit waren 10 Minuten dem Kochen gewidmet und drei dem Putzen, die beiden Haushaltssparten mit dem höchsten Zuwachs an männlichem Interesse.

Männer und Frauen in Paarhaushalten mit Kindern arbeiten im Schnitt je knapp 70 Stunden pro Woche, die Frauen etwas mehr als die Männer. Die Verteilung zwischen Fron- und Lohnarbeit ist freilich alles andere als paritätisch: Von den 69,7 wöchentlichen Gesamtarbeitsstunden der Frau sind 52,3 Stunden unbezahlte Haus- und Familienarbeit, also etwa drei Viertel. Von seinen 68,1 Wochenarbeitsstunden verrichtet der Mann dagegen nur 35,4 Stunden lang Gratisaufgaben, also weniger als die Hälfte seiner Zeit.

Frauen arbeiten mehr gratis

Die Erhöhung der häuslichen Mitwirkung der Männer ist in den letzten zehn Jahren einhergegangen mit einer Reduzierung ihrer Erwerbsarbeit: Sie legten 5,2 Stunden im Haushalt zu und senkten dafür die Erwerbsarbeit um 4,2 Stunden.

Die Frauen erhöhten im gleichen Zeitraum ihre häusliche Gratisarbeit um 1,2 Stunden – und legten auch bei der Erwerbsarbeit zu, nämlich um 2,7 Wochenstunden im Schnitt. Zusammengerechnet erhöhten Männer also ihre Gesamtarbeitszeit um eine Stunde, Frauen aber um vier Stunden. (pit/sda)

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