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Schweiz
Coronavirus

Impfwoche, kein 50-Franken-Bonus – das hat der Bundesrat entschieden

Impfwoche, aber kein 50-Franken-Bonus – das hat der Bundesrat heute entschieden

13.10.2021, 15:3113.10.2021, 15:44

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 13. Oktober 2021 die Inhalte der geplanten Impfoffensive konkretisiert. Um weitere Personen zur Impfung zu bewegen, plant der Bundesrat gemeinsam mit den Kantonen eine Impfwoche vom 8. bis zum 14. November. Zusätzliche mobile Beratungs- und Impfstellen sollen einen niederschwelligen Zugang zur Impfung ermöglichen. Schliesslich finanziert der Bund die Bereitstellung von Beraterinnen und Beratern durch die Kantone, um auf das Bedürfnis von noch nicht geimpften Personen nach Informationen einzugehen. Diese Impfoffensive kostet den Bund maximal 96,2 Millionen Franken.

Nationale Impfwoche vom 8. bis zum 14. November

FILE - In this May 19, 2021, file photo, a licensed practical nurse draws a Moderna COVID-19 vaccine into a syringe at a mass vaccination clinic at Gillette Stadium in Foxborough, Mass. Starting Thurs ...
Bild: keystone

Ziel dieser vom 8. bis zum 14. November dauernden Impfwoche ist es, möglichst viele Menschen über den Nutzen einer Impfung zu informieren, indem in mehreren Sprachen verlässliche Fakten zur Impfung auf verständliche Art und Weise vermittelt werden, etwa zur Wirksamkeit, zur Sicherheit, zu den Nebenwirkungen der Impfstoffe, zu den gesundheitlichen Risiken einer Infektion oder zu den Impfmöglichkeiten. Neben einer nationalen Medienkampagne sind die Kantone, die Gemeinden und andere Partner aufgerufen, Informationsveranstaltungen oder lokale Anlässe zur Information der Bevölkerung zu organisieren. Der Bundesrat wird sich in einem Brief an die Bevölkerung wenden, um die Bedeutung der Impfung zu unterstreichen. Die Kosten dieser Informationsmassnahmen werden vom Bund übernommen und belaufen sich auf maximal 15,2 Millionen Franken.

Mobile Beratungs- und Impfstellen

Ebenfalls auf Zuspruch stiess in der Konsultation der Vorschlag, mit mobilen Beratungs- und Impfstellen wie beispielsweise Impfbussen noch nicht geimpften Personen den Zugang zu einer Beratung und allenfalls einer spontanen Impfung niederschwellig zu ermöglichen, indem man auf sie zugeht und ihnen Anfahrten erspart. Die Zahl der mobilen Beratungs- und Impfstellen liegt derzeit bei 50 und kann mit der Unterstützung des Bundes deutlich erhöht werden. Dieser übernimmt bis zu 220'000 Franken pro zusätzliche mobile Beratungs- und Impfstelle, insgesamt aber maximal 38 Millionen Franken.

Individuelle Information

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Bild: Shutterstock

Der Bund möchte auch noch unentschlossene Personen individuell beraten. Die Beratung soll mittels Gruppengesprächen, persönlichen oder telefonischen Kontakten oder über die individuelle Chat-Funktion in den Sozialen Medien erfolgen. Die Beratungspersonen erfahren nicht und fragen nicht, ob eine Person, die sie ansprechen, geimpft ist oder nicht. Weder Bund noch Kantone sind in Besitz solcher Daten. Die Beratungspersonen gehen auf die Informationsbedürfnisse der Bevölkerung ein und unterstützen die Menschen beispielsweise dabei, ein Impfzentrum zu finden, eine Ärztin oder einen Arzt zu kontaktieren oder eine Übersetzerin oder einen Übersetzer hinzuzuziehen.

Die Kantone können selbst Beratungspersonen rekrutieren, aber auch Organisationen oder Institutionen wie die Spitex oder verschiedene Beratungsstellen mit dieser Beratungstätigkeit beauftragen. Der Bund deckt die Kosten, die durch den Einsatz dieser Beratungspersonen entstehen. Dafür sind 43 Millionen Franken vorgesehen.

Nachhaltige Investition

Für den Bund fallen durch die Impfoffensive maximale Kosten von 96,2 Millionen Franken an. Verglichen mit den Kosten der Wunschtests von rund 50 Millionen Franken pro Woche ist diese Investition nachhaltig. Eine hohe Impfrate bietet zudem einen unbestrittenen gesundheitspolitischen und wirtschaftlichen Nutzen: Im Schnitt kann pro 100 Impfungen eine Hospitalisierung und pro 250 Impfungen eine Belegung auf der Intensivstation vermieden werden. Hinzu kommt, dass durch die Vermeidung von Lockdowns weitere Kosten gespart werden können. Dies kommt insbesondere den betroffenen Branchen wie der Gastronomie und Hotellerie, den Fitnesszentren oder der Unterhaltungsindustrie zu Gute.

Kein 50-Franken-Bonus für Impf-Bekehrer

Stephanie zeigt ihre neuen 50 Franken Noten in ihrer Geldboerse, aufgenommen am Dienstag, 12. April 2016 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)
Bild: KEYSTONE

Nicht mehr erwähnt wird vom Bundesrat der angekündigte 50-Franken-Bonus für Leute, die andere von der Impfung überzeugen. Die Idee scheint sich nicht durchgesetzt zu haben, da vor allem in den Kantonen kritische Töne zu vernehmen waren.

(aeg)

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68 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Dude
13.10.2021 16:01registriert Januar 2014
Impfen ist wie abstimmen...

Ich lasse mich Impfen: Ja, ich will dass die Pandemie bald vorbei ist
Ich lasse mich nicht Impfen: Ich würde gerne noch etwas länger Pandemie haben

Jede:r darf abstimmen :-)
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fidget
13.10.2021 15:49registriert Dezember 2018
Ich finde es bewundernswert, welchen Effort der Staat betreibt, um Leute zum Impfen zu bewegen. Nach wie vor besteht kein Zwang, lediglich leichter Druck. Wer nicht will, der muss nicht und kann dennoch mit gewissen Hürden alles unternehmen. Wenn der Staat wollte, könnte er auch knallhart Ungeimpfte ausschliessen von allen Aktivitäten. Macht er aber nicht, und das ist hoch anzurechnen.
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Randy Orton
13.10.2021 15:51registriert April 2016
Aktuelles Impftempo: 10‘000/Tag.
Nur noch 100 Tage, dann haben wir auch eine genügend hohe impfquote, so wie es andere Länder seit Wochen haben und deshalb Massnahmen lockern konnten.
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