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Schweiz
Coronavirus

«Corona-Massnahmen-Gegner sind monothematische Extremisten»

«Corona-Massnahmen-Gegner sind monothematische Extremisten»

26.09.2021, 06:3126.09.2021, 12:29
Demonstration gegen die Ausweitung des Covid-Zertifikates, am Mittwoch, 8. September 2021, in Bern. In Bern demonstrieren Hunderte Menschen gegen die Ausweitung der Zertifikatspflicht. Sie werfen dem  ...
Gewaltpotenzial: Corona-Massnahmen-Gegner.Bild: keystone

Ein Teil der Menschen, die gegen die Schutzmassnahmen gegen das Coronavirus mobil machen, beginnt, sich zu radikalisieren. Diese Warnung kommt von André Duvillard, dem Delegierten des Sicherheitsverbundes Schweiz. Diese Personen seien bereit, Gewalttaten zu begehen.

Man sehe, dass eine Randgruppe unter den Gegnern der Corona-Schutzmassnahmen an Stärke gewinne, besonders seit der Ausweitung der Zertifikatspflicht, sagte Duvillard im Interview mit der Zeitung «Le Matin Dimanche». Bei den jüngsten Demonstrationen von Massnahmen-Gegnern in Bern seien Messer und Schraubenzieher beschlagnahmt worden.

Diese Demonstranten sind in den Worten von Duvillard, einem Spezialisten für die Bekämpfung von Radikalisierung «monothematische Extremisten». Sie gehörten weder der extremen Linken noch der extremen Rechten an, sondern sie seien bereit, wegen etwas ganz Bestimmtem, nämlich wegen Covid-19, gewalttätig zu werden.

Andre Duvillard, Delegierter Sicherheitsverbund Schweiz, spricht an einer Medienkonferenz der Taskforce TETRA ueber die Bekaempfung des dschihadistisch motivierten Terrorismus in der Schweiz, am Monta ...
André Duvillard.Bild: KEYSTONE

Es sei noch zu früh, um das Profil dieser Massnahmen-Gegner zu erstellen, sagte Duvillard. Doch in Bern seien «eher Männer zwischen 30 und 40 Jahren» angetroffen worden, die gut integriert seien.

Neue Form des Extremismus

Duvillard sprach von einer neuen Form von Extremismus, die international aufkomme. Werde diese neue Extremismus-Form politisch aufgegriffen, bestehe die Gefahr, dass sie zu Zusammenstössen führe zwischen Mitgliedern der extremen Linken und der extremen Rechten.

Er könne sich nicht daran erinnern, dass es in der Schweiz schon einmal zu einer derartigen Konzentration von Demonstrationen gekommen sei, sagte Duvillard. Er rief dazu auf, die Situation in den kommenden Wochen genau zu beobachten, insbesondere vor der Abstimmung über das Covid-Gesetz im November.

Zertifikatspflicht ausgeweitet

Nach den Ausschreitungen an der Demonstration vom 16. September auf dem Bundesplatz in Bern bekräftigte das Bundesamt für Polizei (Fedpol), dass es Massnahmen gebe, um ein Eindringen in das Bundeshaus zu verhindern. Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) untersucht eine allfällige Beteiligung gewalttätiger extremistischer Gruppen in der Corona-Skeptiker-Szene, im Rahmen seines Auftrags.

Seit dem 13. September gilt in der Schweiz die ausgedehnte Zertifikatspflicht. Seither müssen Besucher und Besucherinnen sich nicht nur an Grossanlässen oder in der Disco als geimpft, genesen oder getestet ausweisen. Das Covid-Zertifikat ist unter anderem auch beim Gang ins Restaurant, ins Kino oder in ein Fitnesscenter nötig. (aeg/sda)

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Wie ist die Impfbereitschaft bei Jugendlichen? – Das sagen Lernende

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228 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Brockoli
26.09.2021 07:57registriert August 2016
Für so manchen geht es darum sich zu profilieren. Rimoldi, der eine Busse provozierte um sich dann als Rebell hinzustellen mal als bestes Beispiel.
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stormcloud
26.09.2021 07:13registriert Juni 2021
Ich vermute, die Impfgegnerschaft ist nur der Aufhänger für ein gesamtgesellschaftliches Problem überwiegend westlicher Staaten.
Viele Menschen sind einfach unzufrieden mit ihrer Situation und der intransparenten, verschwenderischen Politik. Es fehlt häufig die positive Zukunftsprognose. Im Gegenteil: Die Politik spielt viel mit den Ängsten der Menschen und das beherrschen besonders linke und rechte Randparteien. Klima, Migration, Spritpreise, Wohnungsnot etc.
Keine Entschuldigung für jegliche Gewalt, aber ein gefährliches Ventil.
Wir brauchen verlässliche Politik mit positiver Perspektive!
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Ali_G
26.09.2021 07:48registriert April 2020
Ich vermute diese unschweizerische Gewalt in einer Politik-Verdrossenheit.
Diese Pandemie hat uns schmerzhaft die Grenzen unserer liberalen Gesetze gezeigt, Milliarden wurden mit „tricklis“ veruntreut oder verschwendet während tausende „systemrelevante“ zuerst unter mangelden Schutzmassnahmen weiterarbeiten mussten und danach weder ein Danke noch ehrliche Lohnverhandlungen bekamen.
Viele unliebsame Mitarbeiter wurden unter dem Vorwand der Pandemie wegrationiert.
Wir müssen unsere Gier in den Griff bekommen bevor noch mehr unschuldige Polizisten verletzt werden.
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