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Wegen Lokführermangels drohen in der Romandie erneut Zugausfälle.
Wegen Lokführermangels drohen in der Romandie erneut Zugausfälle. Bild: TI-PRESS

Den SBB fehlen an Weihnachten Lokführer – jetzt drohen erneut Zugausfälle

Die SBB kämpfen über die Weihnachtstage mit Personalmangel – insbesondere in der Romandie. Andere ÖV-Betriebe streichen wegen Krankheitsfällen bereits den Fahrplan zusammen.
24.12.2021, 06:0624.12.2021, 12:44

Omikron sorgt in Grossbritannien für ÖV-Frust: In den letzten Tagen sind im Vereinigten Königreich dutzende Züge ausgefallen. Dies, weil das Zugpersonal erkrankt war oder sich in Quarantäne befand.

«In der Romandie fehlen uns am 25. Dezember noch acht Lokführerinnen und Lokführer.»
Hanny Weissmüller, oberste Lokführerin

Sind grossflächige Ausfälle auch in der Schweiz möglich? Bei den SBB ist die Personaldecke aktuell besonders in der Westschweiz dünn. «In der Romandie fehlen uns am 25. Dezember noch acht Lokführerinnen und Lokführer. Wir suchen mit SMS-Aufrufen und Mailings wie verrückt nach Freiwilligen», sagt Hanny Weissmüller, oberste Lokführerin der Schweiz, zu watson. Finden sich keine Leute, drohen in der Romandie wie im Herbst erneut Zugausfälle. Ob die betreffenden Lokführer in der Westschweiz erkrankt sind oder aus anderen Gründen ausfallen, ist nicht klar.

Hanny Weissmüller, oberste Lokführerin.
Hanny Weissmüller, oberste Lokführerin. Bild: zvg/sev

Denn in der Westschweiz fehlt es auch ohne Corona an Zugpersonal. Puffer gibt es kaum.

«Wenn dann noch Omikron richtig einschlägt, könnte auf bestimmten Linien jeder zweite Zug ausfallen», so die Präsidentin des Lokomotivpersonals in der Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV). Bereits letzten September fuhren Regioexpress-Verbindungen entlang des Genfersees zeitweise im Halbstunden- statt Viertelstundentakt.

In der Deutschschweiz ist die SBB-Personalsituation zwar trotz Unterbestand besser. Dies auch, weil sich Lokführerinnen einfacher zwischen den verschiedenen Stützpunkten verschieben lassen. «Im Depot Genf hingegen haben wir trotz der neuen Ausbildungsabgängerinnen ein grosses Problem», so Weissmüller. Lokführer dürfen nämlich erst nach einem Jahr Berufserfahrung auf der neuen Strecke nach Annemasse (Frankreich) fahren. Dies verkompliziere die Tourenplanung massiv.

«Wir bereiten uns auf verschiedene Szenarien vor.»
SBB

Laut SBB-Medienstelle befindet sich die Personalsituation aktuell «in einem normalen Rahmen». Ziel und Auftrag der SBB sei es, die Mobilität zu gewährleisten. «Deshalb bereitet sie sich – wie auch schon vor Corona – fortlaufend auf unterschiedliche Szenarien vor». Mehr dazu wollen die SBB nicht sagen. Das Bahnunternehmen hat mittelfristig Massnahmen ergriffen, um mehr Mitarbeiter einzustellen. Bis im Frühling werden in der ganzen Schweiz rund 200 Lokomotivführer ihre Ausbildung absolvieren.

Bereits arg von Corona gebeutelt sind die Winterthurer Verkehrsbetriebe. Stadtbus Winterthur musste Anfang Dezember wegen der vielen Krankheits- und Quarantänefälle das ÖV-Angebot massiv ausdünnen. Die Behörden sprechen von einer Notsituation, weil über 30 Busfahrerinnen und Busfahrer teils bis Ende Jahr ausfallen.

Piloten melden sich krank

Zahlreiche Lufthansa-Piloten haben sich krank gemeldet.
Zahlreiche Lufthansa-Piloten haben sich krank gemeldet. Bild: KEYSTONE

Nicht nur die Bahnen, auch Airlines kämpfen mit kranken Mitarbeitenden. Die Lufthansa hat über das Weihnachtsfest mehrere Interkontinentalflüge gestrichen, weil sich zu viele Piloten krankgemeldet haben. Betroffen seien vom 23. bis 26. Dezember vor allem Verbindungen über den Nordatlantik, etwa nach Boston, Houston oder Washington, teilte die Lufthansa am Donnerstag mit. Die Swiss ist laut einem Sprecher nicht betroffen: «Derzeit haben wir keine Engpässe beim Personal», heisst es.

Aber auch die Swiss hat sich verkalkuliert. Diese Woche wurde bekannt, dass die Airline hunderte bereits entlassene Flugbegleiterinnen zurückholen will. Sonst droht bei der Airline im Frühling ein Personalmangel.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

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79 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Roro Hobbyrocker
24.12.2021 06:42registriert August 2016
Generell sind alle „Fahrer“-Berufe knapp. LKW-Chauffeure werden auch gesucht.
Der Beruf ist einfach nicht interessant (mind. 45 Std/Woche und immer das Risiko die ganze Bussen selber zutragen)
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Töfflifahrer
24.12.2021 08:34registriert August 2015
Da rächte es dich dann doppelt, wenn die Personalbesetzungspolitik sich lange nur nach "just in Time" gerichtet hat.
Seit Jahren haben die Lokführer Mangel, nur weil man mal dacht, dass man nicht so viele Lokführer braucht und bei Bedarf die ja aus dem nahen Ausland schnell rektutieren und umschulen kann.
Und versucht bloss nicht an den Einstellungskriterien rumzufummeln!
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Unsinkbar 2
24.12.2021 09:54registriert August 2019
Während Jahren galt die Automatisierung des Bahnverkehrs als Ziel, klar bewerben sich die Leute nicht, wenn sie mittelfristig ersetzt werden 🤷🏼. Löhne sind ok (zwischen 70-100 k CHF), aber viel Spass bei der Kinderbetreuungssuche bei diesem Job, da kann der Partner nicht 80-100% arbeiten, und der Lokführer(in) ist bei diesem Lohn Hauptversorger.
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