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Crans-Montana: Barbetreiberin zündete Wunderkerzen wohl selbst an

epa12726288 The owners of 'Le Constellation' bar in Crans-Montana, Jacques, (L), and Jessica Moretti of France, arrive to a hearing before the public prosecutor of the canton of Valais, foll ...
Die Betreiber des «Le Constellation», Jacques und Jessica Moretti.Bild: keystone

Crans-Montana: Videos belasten Jessica Moretti laut Bericht schwer

Neue Videoauswertungen belasten die Betreiberin der Bar in Crans-Montana schwer. Darin tauchen Szenen auf, die ihre früheren Aussagen ins Wanken bringen.
30.04.2026, 08:0130.04.2026, 08:01
Anna-Lena Janzen / t-online
Ein Artikel von
t-online

Videoauswertungen von der Brandkatastrophe in Crans-Montana belasten die Betreiberin Jessica Moretti schwer. In den Aufnahmen soll zu sehen sein, wie sie gemeinsam mit fünf Mitarbeitern die Wunderkerzen an den Champagnerflaschen anzündet. Das berichtet die italienische Zeitung «Corriere della Sera» unter Berufung auf Anwälte, die Hinterbliebene und Überlebende vertreten.

Die Juristen konnten demnach das von der Polizei rekonstruierte Videomaterial aus 14 Kameras aus der verhängnisvollen Nacht sichten. Moretti hatte ursprünglich ausgesagt, dass die Aktion in der Unglücksnacht von den Mitarbeitenden ausging und sie diese nicht angeordnet habe.

Vorwurf: Vernachlässigter Brandschutz

Gegen die Barbetreiber, das Ehepaar Jacques und Jessica Moretti, wird ermittelt – unter anderem wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung. Ein Notausgang soll blockiert gewesen sein. Jacques Moretti zudem hatte den leicht entflammbaren Akustikdämmstoff 2015 selbst an der Decke seiner Bar angebracht. Das Paar ist schon mehrfach verhört worden und gegen Kaution auf freiem Fuss.

Das Ehepaar bestreitet, dass der Brandschutz in der Bar vernachlässigt wurde. Jessica Moretti wies in einer Vernehmung mit der Staatsanwaltschaft knapp drei Wochen nach der Katastrophe jegliche Verantwortung von sich, wie italienische Medien berichteten.

«Widerspruch zu den Aussagen»

Die Videos sollen laut den Anwälten der Opfer in Widerspruch zu den Aussagen der Barbetreiberin stehen, in denen sie jegliche Verantwortung für den Brand zurückgewiesen hatte. «Corriere de la Sera» zitierte die Anwälte der Opfer mit den Worten:

«Aus den Videos ergibt sich eine sehr klares Bild, das im Widerspruch zu den Aussagen der Frau steht, sowohl in Hinsicht auf die Entstehung des Brandes als auch der unmittelbar darauffolgenden Momente».

Zwei Minuten «Chaos, Gedränge und Angst»

Laut «Corierre de la Sera» soll in den Aufnahmen nun zudem zu sehen sein, dass Moretti, als die Decke Feuer fängt, hastig eine Treppe in Richtung Ausgang hinaufsteigt und sich in Sicherheit bringt – ohne sich um die Gäste zu kümmern. Dabei sei sie auch an einigen Mädchen vorbeigegangen, die gerade den Club betraten, und habe sie nicht daran gehindert.

Zwischen 1.26 bis 1.28 Uhr nachts sei «Chaos, Gedränge und Angst» ausgebrochen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf die an dem Verfahren beteiligten Anwälte. Danach seien die Innenaufnahmen unscharf geworden, wegen der Rauch- und Flammenentwicklung.

In den zwei Minuten kurz nach Ausbruch des Feuers seien die Mängel im Notfallmanagement und beim offenbar nicht geschulten Personal sichtbar geworden. So soll es schwierig gewesen sein, einen Feuerlöscher zu finden. Der 23 Jahre alte DJ und ein Türsteher hätten danach gesucht, wie den Videoaufnahmen zu entnehmen sei, als sie die Flammen bemerkten. Der Feuerlöscher sei jedoch nicht gekennzeichnet hinter einem Hocker versteckt gewesen. Beide Männer sind bei dem Brand ums Leben gekommen.

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38 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Ameo
30.04.2026 10:32registriert Oktober 2025
Dieses Video sagt noch etwas anderes aus. Sie ist nicht zum Notausgang gerannt, sondern die Treppe hoch. Also muss sie gewusst haben, dass die entsprechende Türe verschlossen war.
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Schäm Spond
30.04.2026 11:46registriert April 2020
Was in Crans-Montana sichtbar wird, ist eine Anäufung feiger Ausflüchte. Alle versuchen nur, so billig wie möglich davonzukommen. Dieses Muster zieht sich von den unmittelbar Beteiligten über die Gemeinde- und Kantonsverwaltung hin zu und Teilen der Justiz – das macht es so gravierend - ein Paradestück menschlicher Schäbigkeit.
Und dann wundern wir uns über das erodierende Vertrauen in Land und Leute?!
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Marco (6)
30.04.2026 11:38registriert Juli 2022
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