Eltern von Constellation-Kellnerin: «Sie hat den ultimativen Preis gezahlt»
40 Menschen kamen beim Brand in der Bar Le Constellation in Crans-Montana in der Neujahrsnacht ums Leben. Darunter auch die 24-jährige Kellnerin der Bar, Cyane P., die mutmasslich das Feuer ausgelöst hatte. Sie hatte auf den Schultern eines Angestellten gesessen und Champagnerflaschen mit Wunderkerzen in die Höhe gehalten, während sie selbst einen Helm trug. Die Schallschutzmatten an der Decke wurden mutmasslich durch die Funken der Wunderkerzen in Brand gesetzt.
Das Betreiberpaar der Bar hatte angegeben, dass P. eng mit ihnen in Verbindung stand. Das weist die Familie entschieden zurück, wie ein Anwalt bereits mitteilte. In einem Interview mit der Dailymail bekräftigen die Eltern dieses Dementi: P. habe ihre Arbeitgeber gesiezt und sei mit den Arbeitsbedingungen unzufrieden gewesen. Sie habe nicht einmal einen Arbeitsvertrag gehabt und habe viele Stunden ohne Pause gearbeitet. Deshalb habe sie auch eine Gewerkschaft kontaktiert.
P. habe auch kein Sicherheitstraining von ihren Arbeitgebern erhalten, heisst es weiter. Dass die Schallisolation an der Decke hochentzündlich war, habe sie nicht gewusst. Der Helm, den die Bar vom Champagnerproduzenten Dom Perignon erhalten habe und P. auf Geheiss ihrer Chefs habe aufsetzen müssen, schränkte ihre Sicht ein, weshalb sie von der Tragödie erst spät etwas mitbekam.
Die 24-Jährige war leblos bei einer verschlossenen Tür gefunden worden, wo auch andere Opfer lagen. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Sie wurde vergangenes Wochenende in ihrer Heimat in Frankreich beigesetzt – rund 1000 Personen waren an der Beerdigung.
Ihre Eltern wollen verhindern, dass ihre Tochter lediglich als die Frau mit dem Helm in Erinnerung bleibt. «Cyane war spontan, fröhlich und herzlich», sagt ihre Mutter. «Sie hat Menschen ohne geringsten Argwohn vertraut. Mit ihrem Leben hat sie dafür den ultimativen Preis gezahlt.»
Eigentlich wäre gar nicht geplant gewesen, dass P. am Silvesterabend in der Unglücksbar war. Laut ihren Eltern hatte sie am Morgen von Silvester in einem anderen Lokal der Morettis zu arbeiten begonnen. Später wurde sie dann ins «Le Constellation» geschickt. Jessica Moretti habe sie schliesslich kurz nach 1 Uhr an Neujahr in den Keller geschickt, um den anderen Angestellten bei der Bestellung einer grossen Zahl Champagnerflaschen zu helfen.
Mehrere Barangestellte trugen die Flaschen schliesslich Richtung Tische, angeführt wurde die Kolonne von P. auf den Schultern eines Kollegen. Es waren die letzten Minuten, bevor 40 Menschen ihr Leben verloren und 116 weitere teils schwer verletzt wurden.
(vro)
