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Nationaler Trauertag: Die Schweiz hat 35 ausländische Staaten eingeladen

Unter den eingeladenen Staatschefs sind Emmanuel Macron (Frankreich, bereits zugesagt), Recep Tayyip Erdoğan (Türkei) und Frank-Walter Steinmeier (Deutschland).
Unter den eingeladenen Staatschefs sind Emmanuel Macron (Frankreich, bereits zugesagt), Recep Tayyip Erdoğan (Türkei) und Frank-Walter Steinmeier (Deutschland).bild: keystone / az

Nationaler Trauertag: Die Schweiz hat 35 ausländische Staaten eingeladen

Bundespräsident Guy Parmelin hat für Freitag einen nationalen Trauertag ausgerufen zur Tragödie von Crans-Montana. Es wird mit hochkarätigen Gästen aus ganz Europa gerechnet.
06.01.2026, 20:5807.01.2026, 09:27
Othmar von Matt und Benjamin Rosch / ch media

Nach der Tragödie von Crans-Montana hat die Schweiz die Fahnen auf allen Botschaften weltweit und auf ihren Gebäuden in der Schweiz für fünf Tage auf halbmast gesetzt.  Es war Bundespräsident Guy Parmelin, der dies anordnete. Die Kantone übernahmen diese Trauerbeflaggung.

Der nationale Trauertag selbst findet am Freitag statt. Der Bund führt ihn mit den Schweizer Kirchen im Ausstellungs- und Versammlungszentrum von Martigny durch. Um 13.45 Uhr beginnt der offizielle Teil, der sich an die Opfer und ihre Angehörigen richtet. Anwesend sind internationale, eidgenössische, kantonale und lokale Behörden.

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Kerzen, Blumen und Zeichnungen im Gedenken an die 40 Toten und 116 Verletzten von Crans-Montana.Bild: keystone

Das Aussenministerium hat am Montagabend 35 Staaten ins Wallis eingeladen. Das sind einerseits jene Staaten, die Opfer zu beklagen haben: die Schweiz selbst (22 Opfer), Frankreich (8), Italien (6), Portugal, Belgien, Rumänien und die Türkei (je ein Opfer). Geladen sind aber auch jene Staaten, die Verletzte haben und die Unterstützung geleistet oder angeboten haben.

Sein Kommen bereits angekündigt hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Und die italienische Nachrichtenagentur Ansa hat gemeldet, dass auch der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella ins Wallis reisen werde. Ob zum Beispiel auch die Türkei und Deutschland mit Recep Tayyip Erdoğan und Frank Walter Steinmeier die Präsidenten entsenden, ist offen. Die Türkei beklagt ein Todesopfer, Deutschland gehört zu den Helferstaaten.

Am Freitag um 14 Uhr, gleich zu Beginn der Trauerfeier in Martigny, werden alle Kirchenglocken der Schweiz während fünf Minuten läuten. Parallel dazu ist eine nationale Schweigeminute vorgesehen. «In diesem Moment der Einkehr können alle Menschen in der Schweiz persönlich der Opfer der Katastrophe gedenken», sagte Bundespräsident Parmelin im «SonntagsBlick».

Der Trauertag wurde schon am 1. Januar angedacht

Parmelin war am 1. Januar morgens kurz nach 7 Uhr in seiner Ferienwohnung in den Waadtländer Bergen alarmiert worden. Er telefonierte mit dem Walliser Staatsrat Stéphane Ganzer und hatte Kontakt mit dem Walliser Regierungspräsidenten Mathias Reynard. Danach informierte er den Bundesrat über die Tragödie.

epa12625420 Firefighters of Crans-Montana, first responders in the fire at the "Le Constellation" bar and lounge, show emotions as they gather around flowers and candles to commemorate the v ...
Die Feuerwehr von Crans-Montana an der Gedenkstätte der Tragödie.Bild: keystone

Der nationale Trauertag war schon bei Parmelins Besuch in Crans-Montana vom 1. Januar angedacht worden – gemeinsam mit den Walliser Behörden und den Schweizer Kirchen. «Entscheidend war der vielfache Wunsch nach einer gemeinsamen gesamtschweizerischen Trauer- oder Gedenkmöglichkeit, um der persönlichen Betroffenheit Ausdruck zu verleihen», sagt Parmelins Kommunikationschef Urs Wiedmer. «Jeder und jede ist eingeladen mitzumachen – muss dies aber nicht.»

Der Trauerakt war ursprünglich in Crans-Montana geplant. Da Walliser Orte am Wochenende aber bis zu einem halben Meter Neuschnee erwarten, wäre es schwierig, Ehrengäste per Helikopter einzufliegen. Dazu kamen sicherheitspolitische Bedenken: Die Fahrt nach Crans-Montana führt kurvenreich den Berg hoch. (aargauerzeitung.ch)

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80 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Lace
06.01.2026 22:27registriert Mai 2018
Ich versteh den Gedanken dahinter. Aber allein die Sicherheitskosten für diesen 1-Tages Event wären in Prävention, Ressourcen(Sicherheitsprüfer) oder Entschädigungen besser aufgehoben.
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Chönnt ja si....
06.01.2026 21:38registriert April 2023
Alles schön, ergreifend, beeindruckend, ...., danke, danke, danke,....

Ich hoffeu jedoch nun vor allem für die verletzte Menschen eine langandauernde, unkomplizierte Unterstützung bei den nun folgenden, langjährigen, schmerzhaften Behandlungen und Therapien welche sich über Jahre erstrecken können, bis zu einer (hoffentlichen) Genesung und wieder Erlangung eines "lebenswerten" Lebens!
Dazu sollten die schönen heutigen Worte und Anteilnahme jedoch in fortlaufende Unterstützung OHNE bürokratische, Kostenoptimierten Hindernisse.
Dies schuldet die (sichere) Wallis (Schweiz) den jungen Opfern...
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olmabrotwurschtmitbürli #wurstkäseszenario
07.01.2026 00:10registriert Juni 2017
Ich finde es schön, dass die Nachbarländer und auch fernere Länder im Rahmen ihrer Möglichkeiten sofort geholfen haben, Schwerverletzte zu übernehmen und zu versorgen. Ohne gross Fragen zu stellen. Da wusste man ja noch gar nicht, wer das ist.

Das sollten wir auch so machen, wenn andere Staaten einmal unsere Hilfe brauchen.
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