Schweiz
Digital

Cyberangriff auf Läderach: Gestohlene Daten im Darknet aufgetaucht

Im September wurde der Schweizer Schokoladenproduzent Opfer eines Hacker-Angriffs. Nun sind gestohlene Daten im Netz veröffentlicht worden.
Im September wurde der Schweizer Schokoladenproduzent Opfer eines Hacker-Angriffs. Nun sind gestohlene Daten im Netz veröffentlicht worden.Bild: Shutterstock

Nach Ransomware-Attacke: Daten der Firma Läderach im Darknet aufgetaucht

07.10.2022, 14:4608.10.2022, 12:58
Mehr «Schweiz»

Einen Monat nach einem Hackerangriff wurden Datenpakete von Läderach im Darknet entdeckt. Der Schweizer Chocolatier hat die Betroffenen gewarnt.

Der Ransomware-Angriff Anfang September hatte bei Läderach anfänglich Produktion, Logistik und Administration beeinträchtigt. Innerhalb von zwei Wochen konnten aber alle ihre Arbeit wieder nahezu in vollem Umfang aufnehmen. Der Schweizer Chocolatier vermutete aber bereits, dass auch Daten abgeflossen sein könnten.

Dieser Verdacht hat sich nun bestätigt. Das Online-Nachrichtenportal «Inside-IT» hat laut einem Bericht vom Freitag mehrere Datenpakete vom Läderach-Netzwerk im Darknet gefunden, die von der Ransomware-Bande Bianlian hochgeladen wurden.

Dabei handelt es sich laut den Cyberkriminellen um Business-Files wie Management-Dokumente, Files zu Produktentwicklung und zukünftigen Projekten, weiter Budgetplanungen und -analysen sowie um technische Dateien.

Wie Läderach auch gegenüber der Nachrichtenagentur AWP bestätigte, lässt sich aktuell noch nicht sagen, welche Daten konkret betroffen sind. «Wir werden die Situation – gemeinsam mit den involvierten Behörden – weiter beobachten und gegebenenfalls die Betroffenen erneut informieren», sagte ein Sprecher.

Kein Lösegeld bezahlt

Sämtliche Betroffenen seien unmittelbar über das Risiko einer unbefugten Veröffentlichung informiert wurden. Zudem sei eine Anlaufstelle im HR-Bereich eingerichtet worden.

Lösegeld hatte der Chocolatier keines bezahlt. «Während wir die spürbaren Auswirkungen des Cyberangriffs mittlerweile grösstenteils bewältigt haben, sind wir nun in der Nachbereitung und in der Planung von Sicherheits- und Sensibilisierungsmassnahmen, um uns für die Zukunft noch besser zu wappnen», erklärt die Medienstelle gegenüber dem Nachrichtenportal.

Die meisten Opfer der Bande Bianlian befanden sich laut den Angaben bisher in den USA, Grossbritannien und Australien. Läderach ist das erste bekannte Schweizer Unternehmen, das von ihr angegriffen wurde.

Quellen

(sda/awp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Schweizer Schokoladenpioniere
1 / 10
Schweizer Schokoladenpioniere
François-Louis Cailler (1796-1852): Er erlernte in Turin das Handwerk des Chocolatiers. Nach seiner Rückkehr nach Vevey eröffnete er in Corsier-sur-Vevey die erste Schokoladenfabrik der Schweiz. Er war es, der die heute noch gängige Tafelform etablierte.
quelle: keystone / gaetan bally
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Deshalb mögen Chinesen Schweizer Schokolade nicht
Video: srf
Das könnte dich auch noch interessieren:
11 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Skunk42
07.10.2022 16:50registriert Februar 2022
Zum Glück fand der Angriff nicht beim Appenzeller Käse statt. Man stelle sich vor, dass das Rezept nicht mehr geheim wäre...
1054
Melden
Zum Kommentar
avatar
H. Fröhlich
07.10.2022 17:17registriert März 2019
"um uns für die Zukunft noch besser zu wappnen»," -
Etwa mit Gottes Hilfe?
6020
Melden
Zum Kommentar
avatar
Fondue
07.10.2022 17:49registriert Januar 2015
Dann mal ein Danke an die Hackerbande Bianlian!?
Ich finde es jetzt nicht unbedingt schlecht, wenn eine Sekte Offline genommen wird.

Man sollte Läderach sowieso meiden.
5922
Melden
Zum Kommentar
11
Verbrenner ade! Der neue Porsche Macan fährt nur noch elektrisch
Der Macan ist das beliebteste Porsche-Modell in der Schweiz. Die zweite Generation fährt zeitgemäss nur noch elektrisch.

Porsche stellt sich für die Generation E breiter auf. Denn nach dem vergleichsweise elitären Erstling Taycan öffnet sich der Sportwagenhersteller jetzt mit dem neuen Macan für eine – etwas – weniger betuchte Kundenschicht.

Zur Story