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Sonntagsnews: Kanton Wallis verweigert Freigabe von Crans-Montana-Akten

FILE - People stand around floral tributes and candles placed outside the sealed off Le Constellation bar in Crans-Montana, Swiss Alps, Switzerland, on Jan. 3, 2026, where a devastating fire left dead ...
Eine Stätte zum Gedenken an die Opfer von Crans-Montana.Bild: keystone

Kanton Wallis verweigert Freigabe von Crans-Montana-Akten – die Sonntagsnews

Die Auslieferung eines mutmasslichen Menschenhändlers in dessen Freiheit und die Zurückhaltung von Akten zu Crans-Montana aus Angst vor Druck auf die Staatsanwaltschaft: Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen.
10.05.2026, 07:5510.05.2026, 08:06

Skandal-Cardioband wurde auch am Inselspital Bern implantiert

Das umstrittene Cardioband ist nach Angaben der «NZZ am Sonntag» nicht nur in der Herzchirurgie des Universitätsspitals Zürich (USZ) eingesetzt worden. Am Inselspital Bern wurde es insgesamt 36 Mal implantiert, wie die Zeitung schrieb. Das Inselspital habe interne Abklärungen eingeleitet. Auffällige Todesfälle habe man nicht festgestellt. Zu möglichen Komplikationen äusserte sich das Spital nach Angaben der Zeitung nicht. In Luzern sei das Band zweimal verwendet worden, als längst kritische Berichte dazu erschienen waren. Komplikationen seien keine bekannt, teilte das Spital der Zeitung mit. Am Tessiner Herzzentrum werde das Cardioband weiterhin als Behandlungsmethode aufgeführt. Das Herzzentrum sowie das Spital in Mailand, wo der ehemalige Herzchirurg des USZ, Francesco Maisano, arbeite, antworteten laut der Zeitung nicht auf eine Anfrage.

Unispital-Chefin bedankt sich bei entlassenem Whistleblower

Die Chefin des Universitätsspitals Zürich (USZ), Monika Jänicke, hat sich in einem Interview mit der «SonntagsZeitung» beim Whistleblower bedankt, der die Aufklärung rund um die Missstände an der USZ-Klinik für Herzchirurgie ins Rollen gebracht hatte. Er habe auf die Missstände öffentlich hingewiesen und das Thema immer wieder aufgebracht. «Dafür gebührt ihm Respekt», sagte Jänicke. Sie wollte sich nicht dazu äussern, dass der Whistleblower seine Anstellung verloren hatte. Dieses Thema liege in der Vergangenheit, in der sie noch nicht beim USZ war. Die Frage der Wiedergutmachung werde in die Aufarbeitung des am Dienstag veröffentlichten Berichts mit einbezogen. Die Entschädigung von Opfern und Angehörigen werde «möglicherweise noch ein Thema» werden, sagte Jänicke der Zeitung.

Mehr dazu:

Spitzenarzt Prêtre ruft nach Unispital-Skandal zur Beruhigung auf

Der Mitautor des Untersuchungsberichts zur Herzchirurgie des Universitätsspitals Zürich, René Prêtre, hat in einem Interview mit «Le Matin Dimanche» zu Beruhigung aufgerufen. «Haben Sie keine Angst. Sie können sich in unseren Spitälern behandeln lassen», sagte der Herzchirurg. Er habe in fünf verschiedenen westlichen Ländern praktiziert und könne versichern, dass in der Schweiz gute Arbeit geleistet werde. «Was in Zürich passiert ist, ist eine Ausnahme und darf den Rest nicht in ein schlechtes Licht rücken», sagte Prêtre. Er wies zudem die Vorstellung einer Omertà in der Medizinwelt zurück. «Hier haben wir es mit einem Extremfall zu tun, der meines Wissens in der Schweiz bisher beispiellos ist», sagte er.

Rocker nach 4 Jahren Haft ausgeliefert – Bosnien lässt ihn umgehend frei

Ein von der Schweiz ausgelieferter mutmasslicher Menschenhändler ist laut «SonntagsBlick» in Bosnien-Herzegowina freigekommen. Der Mann galt als einer der gefährlichsten Köpfe des organisierten Verbrechens in Europa, wie die Zeitung schrieb. Fast vier Jahre sei er in der Schweiz inhaftiert gewesen. Am 31. März wurde er ausgeliefert, wie ein Sprecher des Bundesamts für Justiz der Zeitung sagte. Die Auslieferung stütze sich auf ein Ersuchen des bosnischen Justizministeriums. Der Gerichtshof in Sarajevo habe ihn vor zehn Tagen unter Auflagen freigelassen. Der Mann sei Mitbegründer der Rockergang United Tribuns, die 2022 in Deutschland verboten wurde. Die Aargauer Staatsanwaltschaft habe ihm vorgeworfen, Teil eines internationalen Prostitutions- und Menschenhandelsnetzwerkes zu sein, schrieb «SonntagsBlick».

Kanton Wallis verweigert Freigabe von Crans-Montana-Akten

Der Kanton Wallis hat nach Worten der «SonntagsZeitung» die Freigabe von Akten im Fall von Crans-Montana VS aus Angst vor öffentlicher Empörung verweigert. Die Veröffentlichung könnte die öffentliche Kritik weiter anheizen und die Staatsanwaltschaft unter zusätzlichen Druck setzen, zitierte die Zeitung aus einem Schreiben des Dienstes für zivile Sicherheit und Militär. Dieses sei im Rahmen eines Mediationsverfahrens eingereicht worden. Da es sich beim Schreiben um vertrauliche Inhalte eines laufenden Mediationsverfahren handle, habe sich der Kanton nicht weiter zum Inhalt äussern wollen. Am 1. Juni sei eine Mediationssitzung angesetzt. Mehrere Opferanwälte verlangen laut der Zeitung inzwischen eine Hausdurchsuchung, weil das kantonale Feueramt die Herausgabe von Akten verweigere, obwohl die Staatsanwaltschaft diese explizit angeordnet habe.

Kosten von VBS-IT-Projekt verdoppeln sich

Die Kosten eines zentralen Digitalprojekts des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) haben sich nach Angaben von «SonntagsBlick mehr als verdoppelt. Ursprünglich waren 155 Millionen Franken budgetiert, wie die Zeitung schrieb. Nun belaufen sich Kosten demnach auf weit über 300 Millionen Franken. Statt wie geplant 2024 gehe es frühstens 2029 ans Netz. Die Arbeiten befinden sich »auf kritischem Pfad«, wie das VBS der Zeitung mitteilte. «Bereits geringe Verzögerungen können sich direkt auf das Gesamtprojekt und den Inbetriebnahmetermin auswirken.» Interne und externe Berater fordern gemäss der Zeitung einen Neustart. Der Projektleiter und sein Stellvertreter hätten gekündigt, nachdem ihre wiederholten Warnungen ignoriert worden seien.

Swissmedic mit Millionen-Loch bei IT-Projekt

Das Schweizer Heilmittelinstitut Swissmedic hat gemäss «SonntagsBlick» 27 Millionen Franken für IT-Projekte ausgegeben. Diese verursachten ein Loch von 25 Millionen Franken in der Bilanz, wie die Zeitung schrieb. Dieses soll demnach die Privatwirtschaft über Gebühren stopfen. Die Eidgenössische Finanzkontrolle wolle sich die Sache anschauen. Swissmedic wollte laut «SonntagsBlick» eine eigene IT-Landschaft aufbauen. Im grossen Stil seien externe Fachpersonen beigezogen worden. Mehrere Insider sagten der Zeitung, dass kritische Fragen unerwünscht gewesen seien. Der Durchbruch der IT liess gemäss «SonntagsBlick» auf sich warten. Eine Sprecherin des Instituts sagte, dass es sich um einen laufenden Prozess handle und die Digitalisierung weitergehe. Sie stellte einen Bericht am 12. Juni in Aussicht, wie die Zeitung schrieb.

Angst um Daten: BAG will US-Firmen von Millionenauftrag ausschliessen

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) will nach Informationen der «NZZ am Sonntag» US-Firmen von einem Millionenauftrag ausschliessen. Beim Projekt geht es um die Digitalisierung der Schweizer Gesundheitsdaten, wie die Zeitung schrieb. In ersten Unterlagen zum Projekt habe das BAG im Februar geschrieben, dass Firmen, die dem US Cloud Act unterstehen, nicht zum Zug kommen sollen. Ein interner E-Mail-Verkehr zeigte laut der «NZZ am Sonntag» grösste Vorbehalte gegen US-Lösungen. Das BAG habe auf Anfrage der Zeitung an das für Beschaffungen zuständige Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) verwiesen. «Das sind hochsensitive Gesundheitsdaten, die besonders schützenswert sind», sagte Thierry Vauthey, Leiter Beschaffung beim BBL, der Zeitung. Sollte das Projekt öffentlich ausgeschrieben werden, sei ein Ausschluss von US-Firmen nicht zulässig.

Chaos in Roveredo GR: Gemeinde droht Zwangsverwaltung

Der Bürgergemeinde Roveredo GR droht laut der «NZZ am Sonntag» eine Zwangsverwaltung. Das teilte der für das Migrationsamt zuständige SP-Regierungsrat Peter Peyer dem Gemeindepräsidenten Aurelio Troger (SVP) mit, wie die Zeitung einem Brief entnahm. Grund sei ein Bummelstreik, in dem sich Troger und sein Team seit Ende März befinde. Aus Protest gegen die Regierung bearbeiten sie gemäss der Zeitung Einbürgerungsgesuche nur noch langsam. Ende Februar wurden in Roveredo vier Personen mit Verbindung zur Mafia festgenommen. Das Bündner Migrationsamt hatte einem der vier eine Aufenthaltsbewilligung erteilt, obwohl er vorbestraft war, wie die Zeitung ausführte. «Der Kanton lässt uns total im Stich», sagte Troger. Die Menschen im Misox würden die Regierung seit Jahren davon waren, dass das Tal von der Mafia unterwandert werde.

«Sinwar»: Mutter in Zürich darf Tochter nach Hamas-Extremist benennen

Die Stadt Zürich hat laut der «SonntagsZeitung» die Benennung eines Mädchens nach dem getöteten Anführer der islamischen Hamas im Gazastreifen genehmigt. Das Mädchen heisst mit Vorname Sinwar, wie die Zeitung schrieb. Die Mutter sei eine Palästina-Aktivistin. Ihre Tochter habe sie nach Jihia al-Sinwar benannt. Er galt als Drahtzieher des Massakers am 7. Oktober 2023. «Im vorliegenden Fall liegt gemäss Beurteilung des Zivilstandsamts keine Verletzung der Interessen des Kindes vor», teilte das Zürcher Präsidialdepartement der Zeitung mit. Die «SonntagsZeitung» verwies auf eine Weisung des Bundesamts für Justiz, wonach die Interessen eines Kindes auch dann verletzt seien, wenn der Name «negativ besetzt» sei. Die Mutter habe sich nicht zur Namenswahl äussern wollen. (sda/con)

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