Schweiz
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Sucht-Report: So konsumiert die Schweiz

12.10.15, 15:23 12.10.15, 15:33


Das Suchtverhalten der Schweizerinnen und Schweizer hat sich im letzten Jahr nicht gross verändert: Jeder Vierte raucht, jeder Fünfte trinkt zu viel Alkohol und knapp sieben Prozent haben mindestens einmal gekifft. Nur die Zahl der Rauschtrinker steigt kontinuierlich.

Jeder Zehnte trinkt täglich. Im Tessin sogar jeder Fünfte

87,5 Prozent der Schweizer Bevölkerung hat im Jahr 2014 Alkohol konsumiert, die grosse Mehrheit davon verantwortungsvoll, wie das Suchtmonitoring Schweiz zeigt, das am Montag veröffentlicht wurde. Für die Studie wurden im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) 11'000 Personen zu ihrem Suchtverhalten befragt.

Alkohol ist nach wie vor die meistkonsumierte Droge in der Schweiz.
Bild: KEYSTONE

Demnach trinken 10,3 Prozent der Befragten täglich Alkohol. In der Deutschschweiz liegt dieser Prozentsatz mit 8,2 Prozent am tiefsten. In der Westschweiz sind es 14,7 Prozent und in der italienischen Schweiz sogar 20,8 Prozent.

Unter der Woche trinken Schweizerinnen und Schweizer weniger als halb so viel wie am Wochenende. Knapp mehr als die Hälfte der Bevölkerung (53,5 Prozent) gönnt sich mindestens einmal pro Woche ein alkoholisches Getränk.

Mehr Rauschtrinker

Der Anteil der Schweizerinnen und Schweizer, die «chronisch risikoreich» trinken, ist mit 4,2 Prozent in den letzten vier Jahren mehr oder weniger stabil geblieben. Für eine Frau bedeutet das täglich im Durchschnitt mehr als zwei Gläser Bier (3 dl) oder Wein (1 dl), für einen Mann mehr als vier Gläser Bier oder Wein pro Tag.

WIR STELLEN IHNEN HEUTE DIESES NEUE BILDMATERIAL ZUM THEMA 'ALKOHOL' ZUR VERFUEGUNG --- Alcopop bottles are stacked on a cooling shelf at the liquor store Drinks of the World at ShopVille, Zurich main station, in Zurich, Switzerland, on November 3, 2014. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Alkopopflaschen eingereiht im Kuehlregal im Spirituosenladen Drinks of the World im ShopVille am Haupbahnhof Zuerich am 3. November 2014. (KEYSTONE/Christian Beutler)

So genannte Alkopops sind besonders bei Jugendlichen beliebt.
Bild: KEYSTONE

Das Rauschtrinken hingegen hat seit 2011 kontinuierlich zugenommen. 22 Prozent der Befragten gaben an, mindestens einmal pro Monat «risikoreich» zu trinken. Bei Frauen bedeutet das vier und mehr und bei Männern fünf Gläser Bier oder Wein nacheinander. Vor vier Jahren waren es noch 19,1 Prozent gewesen.

Bei den Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren fallen 31,6 Prozent in dieses Segment, bei den 20- bis 24-Jährigen sogar 42 Prozent. Auch der Anteil von älteren Menschen zwischen 64 bis 75 Jahren und von Frauen ist in dieser Kategorie leicht angestiegen. Stabil geblieben ist dagegen die Anzahl der Schweizerinnen und Schweizer, die keinen Alkohol trinken (12,5 Prozent).

Weniger rauchende Männer

Auch die Zahl der Rauchenden hat sich seit 2011 nicht wesentlich verändert: 24,9 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren ‹rauchen›, 17,3 Prozent davon täglich und 7,6 Prozent gelegentlich. Die täglich Rauchenden gaben an, pro Tag durchschnittlich 13,5 Zigaretten zu konsumieren.

Rekruten sitzen im Raucherabteil eines Zuges, aufgenommen am 26. August 2003. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)  === ,  ===     : Film]

2003 durfte in SBB-Zügen noch geraucht werden.
Bild: KEYSTONE

Jeder dritte Raucher verbraucht pro Tag eine Schachtel oder mehr. Mit 28,8 Prozent ist der Prozentsatz der rauchenden Männer im Vergleich zum Vorjahr (29,7 Prozent) leicht zurückgegangen, bei den Frauen nahm er mit 21,1 Prozent (2013: 20,6 Prozent) leicht zu.

Mehr als verdoppelt hat sich der einmalige Konsum von E-Zigaretten. So gaben 14 Prozent der Bevölkerung an, mindestens einmal eine E-Zigarette probiert zu haben. 2013 waren es erst 6,7 Prozent gewesen. Zwar gibt es immer mehr regelmässige Konsumenten von E-Zigaretten. Diese bleiben mit 0,7 Prozent der Bevölkerung aber eine kleine Minderheit.

Cannabis beliebteste illegale Droge

Die am häufigsten konsumierte illegale Droge bleibt gemäss dem Suchtmonitoring Cannabis: 6,7 Prozent der Bevölkerung haben in zwölf Monaten vor der Befragung mindestens einmal Cannabis konsumiert.

ZUR DISKUSSION UEBER DIE CANNABIS-MARKTREGULIERUNG STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- Cannabis wird in der Schweiz seit Jahren als Suchtmittel verteufelt. Cannabis lindert aber auch Schmerzen und entspannt. Die Stiftung Suchthilfe St. Gallen informiert mit einer Sonderschau an der Messe OFFA über die umstrittene Nutzpflanze Hanf. --- Hanfpflanzen (Cannabis Sativa) recken sich auf einem Dach in Zuerich der Sonne entgegen im Herbst 2005. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Cannabis-Pflanzen auf einem Dach in Zürich.
Bild: KEYSTONE

Bei Kokain beträgt dieser Prozentsatz 0,5 Prozent, bei Heroin 0,1 Prozent und auch der Konsum von Ecstasy, LSD oder Speed bleibt mit 0,4 Prozent gering. Das BAG gibt jedoch zu bedenken, dass diese Zahlen in der Regel tiefer sind als in der Realität, weil Aussagen zum Konsum von illegalen Drogen nicht immer ehrlich gemacht würden.

Insgesamt gaben 31,5 Prozent der Befragten ab 15 Jahren an, schon einmal in ihrem Leben Cannabis geraucht. Bei den Männern sind es mit 37,9 Prozent deutlich mehr, als bei den Frauen mit 25,3 Prozent.

Am meisten gekifft haben im letzten Jahr die Jungen: Bei den 15 bis 24-Jährigen liegt der Prozentsatz derer, die 2014 mindestens einmal einen Joint geraucht haben, bei 21 Prozent. Bei den jüngsten Altersgruppen sei der Konsum seit 2011 gestiegen, heisst es.

Im allgemeinen gingen junge Menschen mit all diesen Substanzen am risikoreichsten um. Ihnen gelte deshalb auch ein besonderes Augenmerk in der Prävention. Denn «wer jung mit einem risikoreichen Konsum beginnt, läuft eher Gefahr, später eine Abhängigkeit zu entwickeln», schreibt das BAG.

(sda)

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gantii 12.10.2015 17:18
    Highlight bullshit statistik ohne jeglichem nutzen..
    oder kann mir mal einer erklären was das bringen soll? BAG = Nr1 Bundesamt der Geldverschwendung!
    2 14 Melden
    • The Destiny // Team Telegram 12.10.2015 19:26
      Highlight Svp?
      8 2 Melden
    • Gantii 13.10.2015 13:27
      Highlight Handlungsbedarf besteht schon lange, trotz mehrfachen Studien wird jedoch nichts unternommen.
      Millionen für Prävention auszugeben ist ein Witz. Parallel dazu die Tabakbauern subventionieren, wo ist da die logik?
      Es gibt kein 'weniger' oder 'mehr' Nutzlos. Entweder es hat einen Nutzen oder eben nicht. Und beim besten Willen ist mir das öffentliche Interesse solcher nicht repräsentativen Umfragen nicht klar.
      0 0 Melden

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