Schweiz
Drogen

Legal Highs und andere Drogen: 320 neue Substanzen auf Verbotsliste

Schweiz erweitert Liste von verbotenen Designerdrogen

13.03.2026, 13:4513.03.2026, 13:45

Weitere Designerdrogen sind in der Schweiz verboten. Auf Antrag des Heilmittelinstituts Swissmedic hat der Bund am Freitag neue psychoaktive Substanzen auf die Liste der verbotenen Betäubungsmittel gesetzt.

Mit der Anpassung der Betäubungsmittelverzeichnisverordnung reagierten die Behörden auf eine mögliche Ausbreitung synthetischer Drogen, die auch als «Research Chemicals» oder «Legal Highs» vermarktet werden. Wie das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) in einer Mitteilung schrieb, sind damit Herstellung, Handel und Anwendung dieser Stoffe illegal.

Liste umfasst neu 320 Stoffe

Da kaum gesicherte Erkenntnisse zu deren Risiken wie Toxizität oder Abhängigkeitspotenzial vorlägen, stellten sie eine erhebliche Gesundheitsgefahr dar. Das Verbot solle ausserdem verhindern, dass die Schweiz zu einem Umschlagplatz für solche Drogen werde.

Neu in die Verordnung aufgenommen wurden unter anderem die Stoffgruppen der Desnitazen-Derivate und der Orphin-Derivate. Bei den Desnitazenen handelt es sich laut Swissmedic um hochaktive synthetische Opioide, die bereits zu Todesfällen geführt haben. Die Liste der kontrollierten Substanzen umfasst nach der Erweiterung nun 320 Einzelsubstanzen und Stoffgruppen.

Falsch deklarierte Substanzen als Gefahr

Gemäss einem Lagebericht der nationalen Koordinations- und Fachstelle Sucht Infodrog vom letzten Jahr ist die Schweiz aktuell zwar nicht akut von einer Krise dieser Research Chemicals betroffen.

Seit 2019 dokumentierten die Behörden demnach 23 Fälle, in denen synthetische Opioide nachgewiesen wurden. Die Proben stammten mehrheitlich von Privatpersonen, waren für den Eigenkonsum bestimmt und wurden über das Darknet bezogen.

Eine besondere Gefahr geht laut dem Bericht von falsch deklarierten Substanzen aus. So wurden in Drug-Checking-Angeboten Proben analysiert, die als Heroin verkauft wurden, aber Fentanyl enthielten.

In anderen Fällen tauchten gefälschte Oxycodon-Tabletten auf, die stattdessen hochpotente Nitazene enthielten. Trotzdem sei angesichts der Entwicklungen in den Nachbarländern und der globalen Marktdynamik eine präventive Vorbereitung zentral, hiess es.

Viel weniger Opium aus Afghanistan

Gemäss dem Bericht nahmen laut der EU-Drogenagentur (EUDA) in Europa Probleme im Zusammenhang mit hochpotenten synthetischen Opioiden wie Nitazenen in mehreren Ländern zu. In Estland, Lettland, Irland und Grossbritannien gab es einen Anstieg von Überdosierungen und Todesfällen.

Auch in den Nachbarländern Deutschland und Frankreich wurden solche Substanzen nachgewiesen. Als ein möglicher Grund für die Verbreitung gilt der massive Rückgang der Opiumproduktion in Afghanistan. (sda)

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