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Schweizer Forschende tüfteln an der Solarzelle der Zukunft – und verzeichnen Weltrekorde

07.07.2022, 16:2107.07.2022, 17:46

Einem Neuenburger Forschungsteam ist es gelungen, den Wirkungsgrad von sogenannten Perowskit-Silizium-Tandemsolarzellen auf über 30 Prozent zu steigern. Das bedeutet einen Weltrekord, wie ein unabhängiges Labor in den USA bereits bestätigt hat.

Perowskit-Silizium-Tandemsolarzellen sind Hoffnungsträger, um Solarstrom billiger und mit einem geringeren Ressourcenverbrauch zu gewinnen als reine Siliziumzellen. Nun konnte erstmals die Schallmauer von 30 Prozent Wirkungsgrad bei der Umwandlung von Licht in Strom bei dieser Art von Solarzellen durchbrochen werden. Das teilten das Zentrum für Elektronik und Mikrotechnik (CSEM) in Neuenburg und die ETH Lausanne (EPFL) am Donnerstag mit.

Silizium-Solarzellen in Nezendorf.
Silizium-Solarzellen in Nezendorf.Bild: KEYSTONE

Die Forschenden erreichten demnach gleich zwei Weltrekorde: einen für glatte Solarzellenarchitektur (Wirkungsgrad 30,93 Prozent) und einen für texturierte Siliziumoberflächen (31,25 Prozent). Die Versuche führten sie mit Solarzellen von einer Grösse von einem Quadratzentimeter durch.

Zertifiziert wurden die zwei Weltrekorde vom unabhängigen National Renewable Energy Laboratory (NREL) in den USA.

Eine «psychologische Hürde» genommen

Mit der Energieausbeute von über dreissig Prozent habe man eine «psychologische Hürde» genommen, sagte Christophe Ballif, Direktor des Photovoltaik-Labors der EPFL und des CSEM-Zentrums für nachhaltige Energie. Dieser Wert sei zwar bereits mit anderen Materialien erreicht worden, allerdings mit solchen, die zu teuer seien, um die Energiewende zu unterstützen. «Unsere Ergebnisse zeigen erstmals, dass die 30-Prozent-Schallmauer auch mit kostengünstigen Materialien und Verfahren durchbrochen werden kann, wodurch sich neue Zukunftsperspektiven für Photovoltaik ergeben», so der Forscher.

Es brauche nun weitere Forschung und Entwicklung, um eine stabile Energieausbeute auch auf grösseren Flächen zu erreichen, fügte Quentin Jeangros vom CSEM hinzu.

(yam/sda)

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39 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Lowend
07.07.2022 17:43registriert Februar 2014
Ich denke, ein Grund, warum die Schweiz auf dem Gebiet der regenerativen Energie immer mehr hinterherhinkt, ist, dass der gemeine Schweizer, zwar solche Erfolge durchaus wahrnimmt, aber sich nicht darüber freut, sondern völlig defätistische Kommentare verfasst und die ganze Branche schlechtredet.

Wäre ich Ingenieur in dieser Sparte, würde ich mich auch fragen, für was für undankbare Defätisten forsche ich eigentlich und darum hier mein expliziter Dank an alle Forschenden auf dem Gebiet! Macht weiter und viel Erfolg zum Wohl zukünftiger Generationen.
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1 Stein
07.07.2022 19:36registriert November 2021
Die Schweiz war im Solarbereich schon in den 90ern und 00ern weltweit führend. Unterstützung gab es keine, Knowhow in Arbeitsplätze und Wertschöpfung gingen ins Ausland. Ich bin sicher die Schweiz schafft das auch dieses Mal, die Politik rennt schon jetzt lieber dem Hirngespinst Atomstrom hinterher...
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Matrixx
07.07.2022 18:35registriert März 2015
Grossartige Neuigkeiten!
Ich hoffe, dass wir irgendwann eine Technologie nutzen, die den Wirkungsgrad nicht nur im 30%-Bereich verbessert, sondern das gesamte Farbspektrum nutzen kann und Wirkungsgrade von über 60% erreicht!
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