Schweiz
Eurovision Song Contest

ESC: Offizieller Empfang von Nemo in Biel

«Je t'aime, Bienne» – Nemo lässt sich in Biel feiern

17.06.2024, 21:27
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Nemo, Saenger und Sieger des Eurovision Song Contest, ESC, laesst sich abklatschen und wird von der Stadt Biel offiziell empfangen, am Montag, 17. Juni 2024, in Biel. (KEYSTONE/Peter Schneider)
Nemo wurde am Montag offiziell von der Stadt Biel empfangen.Bild: keystone

Fünf Wochen nach dem Gewinn des Eurovision Song Contest hat sich Nemo am Montagabend in Biel feiern lassen. Nemos Heimatstadt hatte das Fest auf dem prall gefüllten Burgplatz organisiert.

Mit frenetischem Applaus empfing die Menge Nemo kurz nach 19 Uhr. «Jeden Morgen ging ich an diesem Platz vorbei zur Schule», sagte Nemo sichtlich bewegt. «Und jetzt seid Ihr alle wegen mir da. Es könnte auch einfach ein sehr absurder Traum sein.» Hier zu stehen sei eine grosse Ehre. «Je t'aime, Bienne.»

Nemo hatte einst die Musikschule Biel besucht. Diese hatte für die Feier unter anderem ein Medley vorbereitet. Während sich Nemo unters Publikum mischte, sangen Kinder Zeilen aus dem Song «The Code», mit dem Nemo am 11. Mai den grössten internationalen Musikwettbewerb gewonnen hatte. Es war der erst dritte Schweizer Sieg am ESC.

Stadtpräsident Erich Fehr (SP) bezeichnete Nemo als «typisches Bieler Kind». Das Riesentalent sei schon vor vielen Jahren spürbar gewesen. Doch die Erwartungen seien noch übertroffen worden. Einen solchen Aufmarsch auf dem Burgplatz habe er noch nie erlebt, sagte Fehr, dessen Ansprache von «Nemo, Nemo»-Rufen unterbrochen wurde.

«Du hast die Herzen der Jury und des Publikums in aller Welt erobert», sagte die bernische Grossratspräsidentin Dominique Bühler (Grüne). Sie äusserte die Hoffnung, dass der ESC 2025 im Kanton Bern ausgetragen wird. Bern und Biel prüfen zurzeit eine gemeinsame Kandidatur. Auch andere Schweizer Städte haben Interesse an der Durchführung des Grossanlasses signalisiert.

«Ein Wirbelsturm»

Nemo durchlebt nach eigenem Bekunden intensive Zeiten. Seit dem ESC-Sieg «ist der Wirbelsturm am Stürmen», hatte Nemo vor dem Fest in einem moderierten Gespräch vor Medienschaffenden erzählt. «Alles ging sehr schnell. Ich wollte noch auf einen kleinen Roadtrip nach Cannes aufbrechen und fuhr mit dem Auto los.» Dann habe sich das Management gemeldet wegen eines Promo-Anlasses in London.

In der britischen Hauptstadt hat sich Nemo sehr wohlgefühlt. «Ich könnte mir gut vorstellen, künftig in London und in der Schweiz zu leben.» Das Leben seit dem ESC-Gewinn sei intensiv, aber auch voller Chancen. Viele Türen hätten sich aufgetan.

«Eine Projektionsfläche»

Nemo ist nonbinär, identifiziert sich also weder eindeutig als Frau noch als Mann. Die Junge SVP verwendete sein Bild kürzlich in einem negativen Zusammenhang auf Plakaten.

Es gehe dabei wohl nicht so sehr «um mich als Person», mutmasste Nemo. «Ich stelle irgendwie eine Projektionsfläche dar. Es hat mich schon getroffen und irgendwie verletzt.» Aber es sei wichtig, dem nicht zu viel Energie zu schenken. Im übrigen sei es «recht absurd», wenn Leute über einen Menschen urteilten, den sie gar nicht kennen.

Bei einem Treffen am Dienstag mit Bundesrat Beat Jans will sich Nemo für den dritten Geschlechtseintrag einsetzen. Jans könne das natürlich nicht selber entscheiden, räumte Nemo ein. Es gehe auch darum, wie das Anliegen eine Volksabstimmung bestehen könnte und wie die Sichtbarkeit und Sicherheit von nonbinären und Transmenschen generell verbessert werden könne. (sda/lyn)

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14 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Garp
18.06.2024 07:47registriert August 2018
Für eine erfolgreiche Volksabstimmung müssten die Nonbinäre sich erst einmal äussern, was für Rechte sie fordern, mit einem Passeintrag ist es ja nicht getan. Wollen sie eigene Klos, Umkleidekabinen, WC‘s, spezielle Saunatage, wie sehen sie es mit dem Militärdienst, wie soll es überprüft werden, ob man nonbinär ist, usw.
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