Schweiz
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SVP-Wähler ändern Kurs – es wird eng für die Agrarinitiativen



Wäre letzte Woche abgestimmt worden, hätten die beiden Agrarinitiativen «Für Ernährungssouveränität» und «Fair Food» zwar immer noch eine Mehrheit erreicht. Doch im Vergleich zur ersten Tamedia-Umfrage sank die Zustimmung in der Bevölkerung um fast 10 Prozentpunkte.

Für die Fair-Food-Initiative der Grünen sprachen sich noch 55 Prozent der Schweizer Stimmberechtigten aus, nach 64 Prozent vor zweieinhalb Wochen, wie die am Mittwoch veröffentlichte Tamedia Online-Umfrage ergab. Eher oder ganz gegen die Vorlage äusserten sich 42 Prozent der Befragten. Damit legten die Gegner der Initiative um 9 Prozentpunkte zu.

Zur Initiative «Für Ernährungssouveränität» sagten 53 Prozent Ja oder eher Ja, nach 62 Prozent bei der letzten Umfragewelle. Für ein Nein oder ein Eher Nein sprachen sich 43 Prozent aus. Auch hier erhöhte sich die Gegnerschaft um 9 Prozentpunkte. Das bürgerlich dominierte Parlament und der Bundesrat hatten sich gegen beide Initiativen ausgesprochen.

SVP-Anhänger nun gegen Fair-Food

Die Grünen wollen mit ihrer Fair-Food-Initiative erreichen, dass es ein grösseres Angebot an Lebensmitteln gibt, die umweltschonend, tierfreundlich und unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt werden. Der Bund soll solche Lebensmittel fördern. Auch für Importprodukte sollen Anforderungen festgelegt werden.

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Die Gegner argumentieren, dass dadurch die Lebensmittel in der Schweiz teurer würden und der Einkaufstourismus zunähme. Ausserdem stehe die Initiative im Widerspruch zu den Freihandelsabkommen.

Rund dreieinhalb Wochen vor dem Urnengang am 23. September unterstützen die Grünen-Wähler ihre Initiative weiterhin bedingungslos mit 91 Prozent Ja oder eher Ja. Auch bei den SP-Anhängern liegen die Befürworter mit 77 Prozent und bei den Grünliberalen mit 69 Prozent deutlich vorne. Bei der CVP gibt es noch eine knappe Zustimmung von 53 Prozent.

Bei der SVP hingegen hat der Wind gedreht. Ihre Anhänger lehnen die Initiative nach einem knappen Ja vor zweieinhalb Wochen nun mit 53 zu 43 Prozent ab. Die FDP-Wähler sprechen sich mit 64 Prozent noch klarer gegen die Vorlage aus, als bei der letzten Umfragewelle.

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Während sich die FDP-Anhänger mit 65 Prozent auch deutlich gegen die Ernährungssouveränitäts-Initiative aussprechen, stösst dieses Anliegen bei der SVP weiterhin auf eine knappe Zustimmung von 53 Prozent. Deutlich Ja oder eher Ja sagen auch die Grünen mit 81 Prozent und die SP mit 64 Prozent, knapper befürworten die GLP mit 55 Prozent und die CVP mit 51 Prozent die Vorlage.

Die Initiative «Für Ernährungssouveränität» wurde von der Bauerngewerkschaft Uniterre und rund 70 kleinbäuerlichen und linken Organisationen lanciert. Sie verlangt einen Kurswechsel für Bauern: Einheimische Produkte sollen mit Importzöllen geschützt und die Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft verbessert werden.

Das wichtigste Argument der Befürworter ist diese Hoffnung auf eine gerechtere Entlöhnung der Bauern. Ausserdem müsse das Bauernsterben gestoppt werden. Für die Gegner steht die Initiative im Widerspruch zur internationalen Handelspolitik; die höheren Zölle führten zu höheren Priesen und die Landwirtschaft werde vom Markt abgeschottet.

Velo-Vorlage legt leicht zu

Beim Bundesbeschluss über die Velowege konnten die Befürworter gegenüber der letzten Umfragewelle leicht zulegen und liegen nun bei genau 50 Prozent Ja oder eher Ja. Die Gegner verloren zwei Prozentpunkte und erreichen noch 42 Prozent. Hingegen gibt es bei dieser Vorlage weiterhin 8 Prozent Unentschlossene.

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An der Online-Umfrage vom 22. bis 25. August auf den Newsportalen des Tamedia-Konzerns in allen Landesteilen beteiligten sich 9415 Personen. Die Resultate wurden nach demographischen, geographischen und politischen Variablen gewichtet. Der Fehlerbereich liegt bei +/- 1,4 Prozentpunkten. (sda)

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34Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Nelson Muntz 29.08.2018 08:43
    Highlight Highlight Die SVP kann ja ihre Anhänger bei einem Glyphosat-Apero überzeugen.
  • Caerulea 29.08.2018 08:35
    Highlight Highlight Bei der Fairfood wird gerne vergessen das die IMPORTIERTEN Nahrungsmittel teurer werden. Sollte dadurch dann nicht die einheimische Landwirdschaft gestärkt werden?
    Landi und Aldi werden sicherlich möglichkeiten finden ihre Produkte weiterhin billig anzubieten... Deren Bio und Fairfood ist schon jetzt viel günstiger als Migros und Coop.
    Für mich ist Fairfood moralisch gesehen die richtige Richtung. Und die Panikmacher übertreiben heillos....
  • Regas 29.08.2018 08:34
    Highlight Highlight Seid 25 Jahren wird mit dem Stichwort Monsanto gegen jede Gentechnik gehetzt. Heute ist die Gentechnik eine weit verbreitete Technik, die besonders auch für die Pflanzenzüchtung von grossem nutzen ist. Mit der neuen Genschere CRISPR/Cas lassen sich die damit veränderten Pflanzen nicht von gezüchteten Pflanzen unterscheiden. Es werden keine Fremdgene eingeschleust. Wollen wir solche nutzbringenden Techniken für immer verbieten?
    Deshalb stimme ich nein für die Ernährungssouveränität!
    • Paddiesli 29.08.2018 12:58
      Highlight Highlight Dann lies mal die neusten Erkenntnisse zur Genschere:
      http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-22826-2018-06-12.html
    • Regas 29.08.2018 17:49
      Highlight Highlight Ja Paddiesli lesen sollte man können! Im Bericht geht es um Gentherapie in Menschlichen Zellen. Das hat absolut nichts mit der Anwendung an Nutzpflanzen zu tun.
    • Paddiesli 29.08.2018 18:19
      Highlight Highlight @Regas
      Ixh kann sehr wohl lesen und 2 Dinge in Verbindung bringen. Mensch und Pflanze sind beides lebende Organismen. Die gleichen Verfahren verursachen dieselben Schäden. Gene sind Gene. Die Wissenschaft hat keine Ahnung von den Konsequenzen. Aber klar, als Wissenschaftler würde ich die Unsicherheiten auch herunter spielen, sonst nähme man mir ja mein neustes Spielzeug weg. Das können sie von mir aus einzelnen Menschen zur Therapie anwenden, aber nicht bei Pflanzen, was die alle Menschen kollektiv betrifft.
      Die Natur weiss es am Besten und dafür nimmt sie sich die nötige Zeit.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Madison Pierce 29.08.2018 08:19
    Highlight Highlight Ich befürchte, viele Leute werden nicht so abstimmen, wie sie es in Umfragen gesagt haben. Gleich wie bei der Minarett- und ähnlichen Initiativen neigt man dazu, die Antwort zu geben, die sozial erwünscht ist. Da sagt man nicht gerne, man sei für quälerische Tierhaltung, nur um billiges Fleisch kaufen zu können.

    Die Angstkampagne der Gegner wird ebenfalls noch viele Wähler überzeugen können mit dem Argument der steigenden Preise. Obwohl wir extrem wenig für Nahrung ausgeben.

    Entscheidend wird vielleicht wie so häufig die Mobilisierung sein.
  • Rolf Meyer 29.08.2018 07:52
    Highlight Highlight Ich verstehe nicht wie man gegen die Fair Food Initiative sein kann? Alles Tierhasser? Ich bezahle gerne etwas mehr, dafür geht es den Tieren besser. Und gleichzeitig gibt es bessere Arbeitsbedingungen für Landwirtschaftsbetriebe im Ausland.
  • Paddiesli 29.08.2018 07:52
    Highlight Highlight Die Fair Food Initiative würde die Marke Schweiz weltweit auf ein neues Level bringen. Ein zusätzliches Gütesiegel. Ich hoffe, wir verpassen diese Chance nicht. Das sollte doch auch eine FDP kapieren.
  • IHaveNoBetterName 29.08.2018 07:49
    Highlight Highlight Der Diktator vom Herrliberg hat gesprochen, die Untertanen folgen Bedingungslos.
  • rodolofo 29.08.2018 07:47
    Highlight Highlight Das war eigentlich zu erwarten.
    Die Worte "Fair" und "Souverän" klingen erst mal sehr gut in den Ohren.
    Dann kommt es aber darauf an, was für eine Art von Fairness, oder von Souveränität gemeint ist.
    Konventionelle Bauern fänden es hochgradig unfair, wenn sie auf ihre alten Tage noch etwas lernen und ihren Betrieb auf Nachhaltigkeit, oder gar Bio umstellen müssten.
    Und die konventionellen Konsumenten wollen ihre Souveränität behalten, immer die billigsten Produkte kaufen zu können, auch wenn das die Gesellschaft als Ganzes langfristig viel teurer zu stehen kommen wird.
    Hoffnungslos...
  • N. Y. P. D. 29.08.2018 07:25
    Highlight Highlight Die Grünen wollen mit ihrer Fair-Food-Initiative erreichen, dass es ein grösseres Angebot an Lebensmitteln gibt, die umweltschonend...

    Die Gegner sehen die Initiative im Widerspruch zu den Freihandelsabkommen.

    Das grössere Angebot soll also gegen das Freihandelsabkommen verstossen?

    Ein Widerspruch in sich.

    Dann ist das Freihandelsabkommen nur dem Namen nach ein Freihandelsabkommen.
    • R. Peter 29.08.2018 07:51
      Highlight Highlight Freihandel ist nicht gleich „alles ist“ erlaubt sondern gleich „Der Staat lässt die Bürger frei handeln“. Dieses freie Handeln der Bürger will die FFI begrenzen, indem sie Inportbestimmungen verschärft. Im Ergebnis das selbe wie Trump mit Importzöllen tut, wenn auch womöglich aus anderen Motiven.
    • Patho 29.08.2018 09:39
      Highlight Highlight Genau so manipulieren populistische Parteien ihre Wähler, indem man Sätze und Aussagen so zitiert, wie es grad der eigenen Meinung entspricht. Der ganze Satz lautet nämlich: «Die Grünen wollen mit ihrer Fair-Food-Initiative erreichen, dass es ein grösseres Angebot an Lebensmitteln gibt, die umweltschonend, tierfreundlich und unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt werden.» Das heisst nicht, dass die gesamte Produktpalette grösser wird, sondern die, der nachhaltigen Produkte. Das antibiotikagetränkte Batteriehuhn-Poulet aus Ungarn wird dann aus den Regalen verschwinden und das ist auch gut.
    • N. Y. P. D. 29.08.2018 10:29
      Highlight Highlight Danke euch.

      Fast die Hälfte ist also zuwenig informiert, könnte man sagen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • TheDude10 29.08.2018 07:20
    Highlight Highlight Dass wir Schweizer uns immer solche Angst machen lassen wegen vermeintlichen Mehrausgaben ( trotz qualitäts Steigerung).
  • Skip Bo 29.08.2018 07:19
    Highlight Highlight Die Agrarpolitik steht an einem Wendepunkt. Die Annahme einer dieser Initiativen wäre ein Bekenntnis gegen den Freihandel im Bereich von essentiellen, lebenswichtigen Gütern. Nachteil: noch engeres Korsett.
    Die Ablehnung würde von Neoliberalen als Freipass ausgelegt mit entsprechenden Forderungen.
    Ich mag keine Bevormundung, aber auch keine unfaire Konkurrenzsituation. Das Bauchgefühl wird entschieden.

Vergiftete Böden und Kinderarbeit – was sich Schweizer Firmen im Ausland alles erlauben

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