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Feministischer Streik

Feministischer Streik ist zu Ende – warum diese fünf Frauen dort waren

Feministischer Streik

«Druck permanent hoch» – warum diese fünf Frauen am feministischen Streik waren

Am feministischen Streik 2023 sind Frauen und andere Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen. watson hat mit fünf von ihnen gesprochen, weshalb sie heute streiken.
14.06.2023, 21:0315.06.2023, 04:28
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Lara Knuchel
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Der feministische Streiktag 2023 ist zu Ende. 150'000 Menschen sollen laut den Organisatoren in Zürich demonstriert haben, für feministische Anliegen.

watson hat mit fünf Frauen gesprochen, die am Streik in Zürich teilgenommen haben und sie gefragt, welches ihre Hauptanliegen sind.

Sandra Merz

An den feministischen Streiktag gereist ist Sandra Merz aus Winterthur. Beruflich arbeitet sie als Team-Leiterin in einer Kita. «Ich bin heute hier mit einem Teil des Kita-Teams», sagt sie zu watson.

Merz ist am Streiktag, um darauf aufmerksam zu machen, dass den Kitas in der Schweiz «viele Ressourcen fehlen, vor allem im Personal». «Die Arbeitsbedingungen und Löhne sind oft nicht wirklich gut und der Druck ist permanent hoch», sagt Merz. Das solle sich verbessern in Zukunft.

Feministischer Streiktag
Setzt sich für Ihr Kita-Team ein: Sandra Merz. watson

Auch persönlich hat Merz die Ungleichheit schon einmal erlebt: «Ich führe ein Team von 18 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Wenn man meinen Leitungslohn mit anderen Branchen vergleicht, kann man locker das Doppelte dazurechnen.»

Mahela Stamm

Mit einem Kollektiv, dass sich für die Inklusion in der Gesellschaft einsetzt, ist Mahela Stamm am Streik. Die Zürcherin ist Studentin und angehende Lehrerin.

Feministischer Streiktag
«Ob flauschig oder militant, wichtig ist der Widerstand»: Mahela Stamm. Bild: watson

Sie fordert: «Das Hauptanliegen ist, dass Sexismus endlich aufhört und aber auch, dass alle Geschlechter inkludiert werden und sich Menschen jeder Sexualität gewaltfrei bewegen können.»

Stamm findet als künftige Lehrperson auch, dass es eine Ungleichheit im Bildungssystem gibt. «Das Schulsystem unterteilt nur zwischen Mann und Frau und geht nicht auf die Bedürfnisse des modernen Feminismus ein.»

Die besten Bilder des Frauenstreiks 2023

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Der Feministische Streik 2023 in Bildern
Bern: Unter anderem wird Lohngleichheit, Elternzeit und straffreier Schwangerschaftsabbruch gefordert. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)
quelle: keystone / alessandro della valle
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Sabina Ruff

Auf dem Bürkliplatz ist auch Sabina Ruff aus Zürich. Sie ist mit ihren Freundinnen am feministischen Streiktag, um gemeinsam den Umzug zu begehen und danach auf dem Helvetiaplatz die Reden zu hören.

Feministischer Streiktag
«Bin hässig»: Sabina Ruff.Bild: watson

Sie sei «hässig», sagte sie zu watson, warum sie vor Ort am Streik sei. «Die Männer verdienen noch viel mehr, haben die besseren Chancen und besseren Renten. Das Patriarchat macht unsere Welt kaputt», so Ruff.

Sie selbst arbeite als Stadtentwicklerin und Organistin und setze sich leidenschaftlich für «weibliche Städte» ein. Aus diesem Grund sei sie auch schon 2019 am Frauenstreik gewesen.

Manon Valentina Nana Christelle

Feministischer Streiktag
«Sexismus ist keine Meinung»: Manon Valentina Nana Christelle.Bild: watson

Manon Christelle studiert angewandte Linguistik und wohnt in Zürich. Sie ist zusammen mit Freundinnen am feministischen Streiktag. Ungleichheit hat Christelle persönlich früher erlebt, als sie ihre Ausbildung in der Elektrobranche gemacht hat.

«Oft kamen die Männer springend und wollten mir helfen, weil ich diese schwierige Arbeit eh nicht könne. Es gab viele solche subtilen Sachen, die mich störten.»Auch Beispiele von Lohndiskriminierung von Frauen kenne sie aus ihrem Umfeld.

Christelle ist deshalb am feministischen Streik, weil sie sich für «gleiche Arbeit gleicher Lohn» einsezten möchte. Und: «Die Care-Arbeit muss in der Schweiz massiv ausgebaut werden. Damit Familien mehr beieinander sein können.»

Nadja Wyss

Zusammen mit ihrer Tochter ist Nadja Wyss an den feministischen Streik gereist. Für ihre Tochter wünscht sie sich eine Welt ohne Ungleichheit, weshalb sie vor Ort streikt.

Zudem ist Wyss Fachfrau Betreuung in einer Spielgruppe und steht auch für diese Anliegen ein. «Ich setzte mich dafür ein, dass es mehr Elternzeit gibt und auch eine Familie überleben kann, wenn nur eine Person arbeitet und nicht beide. Das wird jedoch immer schwieriger.»

Feministischer Streiktag
Zusammen mit ihrer Tochter am Streik: Nadja Wyss. Bild: watson

Bonusmaterial: Mann am feministischen Streik

Auch Männer sind am feministischen Streik anzutreffen. Wie etwa Pensionär Hannes Schmid. Er arbeitete früher als Pfleger in Bern.

Warum er am Streik ist, erklärt er wie folgt: «Ich hatte nicht zu viel Lohn als Pfleger, aber die Frauen verdienten noch weniger als ich. Das ist heute zwar besser, aber immer noch nicht ausgeglichen.» Deshalb sei er am Streik, um für die Löhne der Frauen zu kämpfen.

Pfleger
Kämpft für die Löhne der Frauen: Hannes Schmid.watson
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55 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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cereza
14.06.2023 21:47registriert Februar 2023
‚Das Schulsystem unterteilt nur zwischen Mann und Frau und geht nicht auf die Bedürfnisse des modernen Feminismus ein‘

Die Aufgabe des Schulsystems ist es auf die Bedürfnisse der Schüler und Schülerinnen einzugehen und ihnen wichtige/s Fähigkeiten/Wissen für das Leben als Erwachsene mitzugeben. Ich bezweifle, dass es Aufgabe der Schule ist in x Identitäten zu unterteilen und auf die Bedürfnisse von Ideologien wie dem modernen Feminismus einzugehen. Gendertage sind ein gute Sache, aber dieses Thema darf nicht immer mehr Raum in der Schule einnehmen.
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Horst-Rüdiger
14.06.2023 21:21registriert März 2020
"Sie selbst arbeite als Stadtentwicklerin und Organistin und setze sich leidenschaftlich für «weibliche Städte» ein"
Und dann ist sie hässig das Männer immer noch mehr verdienen?
Das man damit noch Geld verdient ist ja schon unglaublich.
Aber leider von uns Steuerzahler und wir werden nicht mal gefragt ob wir dann wirklich in einer Städtin* leben wollen
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Parge Lenis
14.06.2023 21:19registriert November 2019
Solange ich keine Arbeitsverträge von Mann und Frau vergleichen kann glaube ich nicht an ungleiche Löhne…
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Und gleich nochmal: Familie Hayek kauft Swatch-Aktien für weitere 11 Millionen
Die Titelkäufe der Familie Hayek beim Uhrenkonzern Swatch gehen weiter. Nachdem Nayla, Nick und Marc Hayek sich am Montag mit Namenaktien im Wert von gut 20,6 Millionen Franken eingedeckt hatten, griffen sie am (gestrigen) Dienstag noch einmal zu.

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