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So sehen die umgebauten Wagen der Fussball-Extrazüge aus.
So sehen die umgebauten Wagen der Fussball-Extrazüge aus. bild: sbb

Die SBB bauen ihre Fussball-Extrazüge um – mit spezieller Einrichtung

Die SBB fahren Fussballfans mit Extrazügen an Auswärtsspiele. Bald werden dazu neue Wagen in Betrieb genommen – mit spezieller Einrichtung. Gefährliche Situationen könnten entschärft werden.
16.10.2021, 12:36
Stefan Ehrbar / ch media

Fussballfans erhalten neue Züge. Die SBB bauen derzeit 35 Wagen des Typs EW IV um, die künftig für Fussball-Extrazüge eingesetzt werden. In die Wagen werden laut SBB-Sprecher Reto Schärli Linoleum-Boden eingebaut. Diese lassen sich gut reinigen. Zudem werden die WCs angepasst: Sie verfügen nicht wie üblich über Bioreaktoren, also Tanks mit einer kleinen integrierten Kläranlage, sondern über normale Tanks, die jeweils leergepumpt werden. «Damit werden die Wagen auf kurze und intensive Benutzung der Toiletten umgestellt», sagt Schärli. Heisst übersetzt: Die Entleerung des hohen Bierkonsums von FCB-, YB- oder GC-Fans kann damit effizienter bewältigt werden.

Allerdings gibt es pro Wagen mit 80 Sitzplätzen nur ein WC – insbesondere für weibliche Fussballfans kein Fortschritt, da die Toiletten nach einer gewissen Fahrzeit oft nicht mehr gängigen hygienischen Standards entsprechen. Komfortabler werden die Extrazüge dafür im Sommer. Wurden die Fans früher in altem Rollmaterial an Auswärtsspiele gefahren, erhalten sie nun Wagen mit einer Klimaanlage. Willkommener Nebeneffekt aus Sicherheitsperspektive: Die Fenster können nicht mehr geöffnet werden.

Fenster bleiben geschlossen

In der Vergangenheit kam es im Umfeld von Fussball-Extrazügen vereinzelt zu gefährlichen Szenen für Unbeteiligte. Bei der Durchfahrt im Bahnhof Neuenburg schmissen Fans des FC Sion vor zehn Jahren «alles auf das Perron, was nicht niet- und nagelfest ist», wie diese Zeitung berichtete. Eine Drittperson wurde verletzt.

So sah es früher aus: Fussball-Extrazug im Jahr 2011.
So sah es früher aus: Fussball-Extrazug im Jahr 2011.Bild: KEYSTONE

Vor drei Jahren warfen Hooligans aus den Reihen von GC im Bahnhof Lausanne Flaschen, Bierdosen und Zugsitze auf das Perron, wie SRF berichtete. Zwar kommen solche Szenen sehr selten vor. In den allermeisten Fällen verlaufen die Sonderfahrten für Fussballfans friedlich und ereignislos. Dennoch bergen die Vorfälle ein grosses Gefahrenpotenzial – und sind künftig nicht mehr möglich.

Klubs beteiligen sich nicht

Der Umbau soll nächstes Jahr abgeschlossen sein. Die bisher für die Fanfahrten eingesetzten Wagen werden ausrangiert. Den Umbau finanzieren die SBB selbst. Wie teuer er zu stehen kommt, gibt die Bahn nicht bekannt. Zum Vergleich: Der Auftrag für die umfassende Sanierung von 203 Wagen des Typs EW IV, welchen die SBB 2019 an die Deutsche Bahn vergaben, hat einen Umfang von 90 Millionen Franken – 440'000 Franken pro Wagen.

Dass sich die Klubs oder die Swiss Football League (SFL) an den Umbaukosten beteiligen, sei «nie Gegenstand von Diskussionen» gewesen, sagt SFL-Sprecher David Barras. «Die Bereitstellung von speziellen Extrazügen für die Auswärtszuschauer hat sich in der Vergangenheit bewährt», sagt er. «Auch für die Fangruppierungen ist die gemeinsame Anreise mit dem Extrazug ein wertvoller Teil des Matchbesuchs.»

Vorfälle auf regulären Zügen

Die Auswärtsfans werden auf ihrer Anreise durch Sicherheits- und Fanbegleiter der Gastklubs begleitet, «welche im Austausch mit den Fangruppierungen auf eine möglichst reibungslose Reise hinwirken», sagt Barras. Bevor dieses Modell eingeführt wurde, kam es vereinzelt zu Auseinandersetzungen der Fans mit dem Sicherheits- und Zugpersonal der SBB.

Dass die Fussballfans die Extrazüge nutzen, ist auch im Interesse der Bahn. Viele Passagiere stören sich an Fussballfans in regulären Zügen – und nicht immer verhalten sich diese friedlich. Auf Regelzügen sei es in den letzten Jahren zu «kleinen Vorfällen» gekommen, räumt David Barras ein.

Die Hin- und Rückreise mit einem Fan-Extrazug kostet mit Halbtax mit 29 Franken deshalb deutlich weniger als die Fahrt mit regulären Zügen. Zudem sei das Angebot auf die Fans ausgerichtet, sagt SBB-Sprecher Schärli – mit Direktverbindungen, idealen Abfahrts- und Ankunftszeiten und Bahnhöfen in der Nähe der jeweiligen Stadions. (aargauerzeitung.ch)

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