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Ab 2022 gibts einen neuen Swisspass – stabiler und mit «einigen neuen Funktionen»

Halbtax, GA und weitere Abos werden seit einigen Jahren nur noch auf der Swisspass-Karte ausgestellt. Doch viele Produkte fehlen weiterhin. Ein gross angelegter Test könnte das ändern.
15.10.2021, 09:3015.10.2021, 11:00
Stefan Ehrbar / ch media
Die ehemalige Leiterin Personenverkehr der SBB, Jeannine Pilloud, zeigt ihren SwissPass.
Die ehemalige Leiterin Personenverkehr der SBB, Jeannine Pilloud, zeigt ihren SwissPass.Bild: KEYSTONE

Der Swisspass ist der «Schlüssel zu Mobilität und Freizeit». Seit 2015 sind die roten Karten im Einsatz. Auf ihnen werden Halbtax- und Generalabos sowie Verbunds- und Ausflugsabos gespeichert. Zudem kann die Karte, die von der ÖV-Branchenorganisation Alliance Swisspass herausgegeben wird, für den Zugang zum Carsharing-Dienst Mobility oder dem Leihvelo-Anbieter Publibike genutzt werden.

Nun steht die nächste Generation des Swisspass in den Startlöchern. Derzeit testen rund 300 Mitarbeitende des öffentlichen Verkehrs eine neue Version der Karte, welche per Anfang 2022 für alle Kunden eingeführt werden soll. Das bestätigt Thomas Amman, Sprecher der Alliance Swisspass. Die neue Karte, die unter dem Arbeitstitel «Swisspass next Generation» beschafft wird, werde ein leicht verändertes Aussehen haben.

Kommt die Junior-Karte auf den Swisspass?

Gerüchteweise sollen die Junior-Karten mit der neuen Version auch auf den Swisspass geladen werden können. Die Billette für Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 6 und 16 Jahren müssen derzeit am Bahnschalter gekauft werden und werden als eigene physische Karte verkauft. Auf eine baldige Integration der Junior-Karte in den Swisspass deutet auch eine Antwort in der SBB-Community im Internet hin. Dort schrieb ein Bahnmitarbeiter vor fünf Monaten, noch dieses Jahr solle die Juniorkarte auf dem Swisspass funktionieren. Nun könnte es 2022 werden.

Möglich wäre zudem, dass die Generalabos für Mitarbeitende des öffentlichen Verkehrs und ihre Angehörigen, die sogenannten GA-FVP («Fahrvergünstigung Personal»), ebenfalls auf den Swisspass integriert werden. Noch werden diese als eigene Karte ausgegeben.

Der Swisspass dient als Zimmerkarte

Die Alliance Swisspass will sich noch nicht in die Karten blicken lassen. Sie werde Mitte November genauer informieren, sagt Sprecher Thomas Ammann. Er kündigt aber an, dass der Swisspass über «einige neue Funktionen» verfügen werde.

In den vergangenen Monaten wurden die Funktionalitäten des Swisspass weiter ausgebaut. In einigen Hotels, etwa dem Walliserhof in Saas Fee, dem Seehotel in Kastanienbaum LU oder dem Hotel Schweizerhof in Basel, kann der Swisspass mittlerweile auch als Zimmerkarte verwendet werden. Zudem können mit dem Swisspass einige Parkhäuser benutzt werden, ohne ein Parkticket entwerten zu müssen. Diese Funktion ist etwa beim Immotelli in Aarau, beim SBB-Parkhaus in Basel oder beim Zürcher Einkaufszentrum Sihlcity nutzbar.

Die Perspektive des Pendlers oder der Pendlerin auf den Swisspass.
Die Perspektive des Pendlers oder der Pendlerin auf den Swisspass.Bild: KEYSTONE

Die neue Karte kommt aus Deutschland

Die neue Karte wird allerdings weniger schweizerisch als die bisherige. Sie wird erstmals nicht mehr im Aargau bei der Firma Gemalto produziert, sondern in Deutschland. Darüber hatte zuerst die «NZZ am Sonntag» berichtet.

Die Firma TCS Cards & Services GmbH aus Bamberg hat sich den Auftrag für die Produktion sowie das Schnittstellenmanagement mit der ÖV-Branche und die Einbindung von Drittanbietern für die nächsten fünf Jahre geschnappt. Dafür wird sie mit 6.58 Millionen Euro (umgerechnet 7.06 Millionen Franken) entlöhnt. Im Rennen waren auch zwei Schweizer Unternehmen, doch TCS habe die Zuschlagskriterien am besten erfüllt, sagte Swisspass-Sprecher Thomas Ammann damals der Zeitung.

Auf Besserungen hoffen dürfen Kunden, die den Swisspass als Skiticket benutzen. Immer wieder komme es heute zu Rissen oder Brüchen des Swisspass, welche dazu führten, dass Skifahrer ihre Karte in den Berggebieten nicht mehr nutzen können, berichtete SRF letztes Jahr. Die Alliance Swisspass stellte daraufhin Verbesserungen der Stabilität mit der neuen Generation in Aussicht.

Korrigendum
In einer früheren Version haben in der Bildlegende Jannine Pilloud fälschlicherweise als aktuelle Leiterin Personenverkehr der SBB bezeichnet. Pilloud hat das Unternehmen 2019 verlassen, wir haben den Fehler korrigiert. Danke an unsere Userschaft für den Hinweis!
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