DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Umstrittener Rabatt: 300'000 Halbtax-Abo-Inhaber erhalten 500 Franken Rabatt für ihr nächstes GA.
Umstrittener Rabatt: 300'000 Halbtax-Abo-Inhaber erhalten 500 Franken Rabatt für ihr nächstes GA.
Bild: KEYSTONE

«Treue Pendler werden vor den Kopf gestossen»: GA-Aktion sorgt bei ÖV-Kunden für Ärger

500 Franken Rabatt erhalten GA-Aussteiger, die das Generalabo gekündigt haben. Stammkundinnen gehen leer aus – und fühlen sich geprellt. Der Konsumentenschutz fordert jetzt Goodies für Pendler.
30.09.2021, 19:04

Die SBB & Co. haben ein Problem: Rund 100'000 Kundinnen und Kunden haben ihr Generalabo wegen Corona nicht mehr erneuert. Dies reisst ein Loch von 300 bis 400 Millionen Franken in die Kassen.

Nun ködert die ÖV-Branche GA-Aussteiger mit Rabattaktionen, wie SRF berichtet. In einem Schreiben an «ausgewählte Halbtax-Nutzer» gewähren die SBB eine Ermässigung von 500 Franken für ein neues GA der 2. Klasse.

«Stammkunden fühlen sich verschaukelt und vor den Kopf gestossen.»
Josianne Walpen, Konsumentenschutz

Pendlerinnen und Pendler, die der SBB und weiteren ÖV-Unternehmen während der Pandemie treu geblieben sind, gehen bei der Werbeaktion hingegen leer aus.

Bei der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) haben sich deshalb zahlreiche Personen über das Vorgehen der ÖV-Branche beschwert. «Die Stammkunden fühlen sich vor den Kopf gestossen», sagt Josianne Walpen, Leiterin Mobilität SKS, zu watson. «Auch treue Bahnfahrerinnen sollten belohnt werden, gerade weil es nicht selbstverständlich ist, dass sie dem ÖV die Stange halten», so die Walliserin.

Es sei zwar leider üblich, dass Unternehmen abgesprungene Kunden mit finanziellen Anreizen zurückzuholen versuchen – und bestehende leer ausgingen. Der Rabatt von 500 Franken (13 Prozent) bei einem GA-Preis von 3850 Franken sei aber sehr hoch, moniert Walpen.

Laut der zuständigen Branchenorganisation Alliance Swisspass ist das Mailing an insgesamt 300'000 Kundinnen und Kunden gegangen. Warum man so hohe Vergünstigungen gewährt, will die ÖV-Organisation nicht sagen. Zu Details der Kampagne äussere man sich nicht, heisst es.

Zeitpunkt verärgert Studierende

Studierende enerviert derweil der Zeitpunkt des Werbemailings: Der Brief wurde in der Woche des Semesterbeginns (ab 20. September) verschickt. «Dies zum grossen Ärger der Studierenden, die sich vor Semesterbeginn ein GA zum normalen Preis gekauft haben», schreibt eine Userin auf Twitter.

Rabatte für alle gefordert

Egal zu welchem Zeitpunkt: Die Stiftung für Konsumentenschutz denkt, dass alle GA-Besitzer ein Dankeschön für ihre Treue erhalten sollten. «Und zwar mehr als einen Kaffeebon», so Walpen.

Ob und welche Goodies Stammkunden künftig in den Briefkasten flattern, bleibt offen. «Zu künftigen Werbemassnahmen äussert sich die Branche nicht», sagt ein Sprecher von Alliance Swisspass. Die SBB erklärten gegenüber SRF, dass anderen Kundengruppen über das Jahr verteilt von «anderen Aktionen» profitieren könnten.

Diese sehen beispielsweise so aus: In einem anderen Schreiben gewährt die SBB GA-Kunden einen Rabatt von 500 Franken – aber nur, wenn sie auf das 6300 Franken teure GA 1. Klasse wechseln.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

So sehen die neuen Nightjet-Nachtzüge aus

1 / 6
So sehen die neuen Nightjet-Nachtzüge aus
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Jetzt wird umgesiedelt! Darum kann der Chef mit Pendlern nichts anfangen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Maskenpflicht, Mieten, Arbeitslosengeld – das hat der Bundesrat am Mittwoch beschlossen

Mit den Lockerungen der Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor dem neuen Coronavirus bewegen sich wieder mehr Menschen im öffentlichen Raum.

Ein erhebliches Ansteckungsrisiko besteht, wenn die Distanz von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Dies kann vor allem im öffentlichen Verkehr jederzeit der Fall sein, wie der Bundesrat mitteilt. Angesichts des zunehmenden Reiseverkehrs und der seit Mitte Juni steigenden Fallzahlen führt der Bundesrat in allen öffentlichen Verkehrsmitteln per …

Artikel lesen
Link zum Artikel