Israel hackte Verkehrskameras, um Chamenei zu überwachen
Ali Chamenei, seine Leibwächter und hochrangige Regimemitglieder wurden über Jahre hinweg vom israelischen Geheimdienst beobachtet. Und das ausgerechnet via Überwachungskameras, die ihnen eigentlich selbst zur Kontrolle anderer dienen sollten – insbesondere Demonstranten. Das berichtet die Financial Times mit Verweis auf mehrere Quellen.
Verkehrskameras und Handynetze gehackt
Demnach sei das Netzwerk der Verkehrskameras gehackt worden, um ein Bewegungsmuster zu erstellen. Eine Kamera zeigte, wo die Zielpersonen parkierten. Es konnten Adressen, Arbeitszeiten und Personen identifiziert werden, die von den Leibwächtern beschützt und begleitet wurden.
Gleichzeitig konnten auch Mobilfunknetzwerke gehackt werden. Deshalb konnte Chamenei auch nicht gewarnt werden, da die Signale der Handys in der Umgebung besetzt erschienen, heisst es im Bericht.
Der Zeitpunkt war gut überlegt
Der israelische Geheimdienst hat sich jahrelang vorbereitet. Ein Mitglied erklärt gegenüber der Zeitung, dass man die Stadt Teheran so verinnerlicht habe, als sei man dort aufgewachsen. «Und wenn du einen Ort so gut kennst wie die Strasse, in der du aufgewachsen bist, dann nimmst du jedes Detail wahr, das nicht rein passt.»
Am Ende wussten der Mossad und die CIA genau, wann Chamenei mit wem wo war. So gelang es ihnen auch, ihn gezielt zu töten. Denn Chamenei hatte am Samstagmorgen ein Treffen mit hochrangigen Regimemitgliedern geplant – für seine Feinde ein günstiger Zeitpunkt, um zuzuschlagen.
Alle Details der Operation wurden aus strategischen Gründen nicht veröffentlicht. Schon kurz nach der Tötung war bekannt geworden, dass die CIA mit Israel zusammengearbeitet hatte. Laut der «Financial Times» hatte sie bestätigt, dass die Zielpersonen auf dem Weg zum Treffen seien – so konnte der Angriff starten.
Ziel sei es jedoch gewesen, Chamenei zu töten, bevor der Krieg so richtig losgegangen ist. Denn dann besteht die Gefahr, dass er in unterirdische Bunker verschwindet. «Wäre er in einem solchen Bunker gewesen, wäre Israel nicht in der Lage gewesen, ihn mit den Bomben, die sie haben, zu töten», sagt eine Quelle zur «Financial Times». (vro)
