Schweiz
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Knapp 7000 Menschen sitzen in der Schweiz im Gefängnis



Das Gefaengnis Affoltern am Albis, aufgenommen am Sonntag, 14. September 2014 in Zuerich. Im Gefängnis in Affoltern am Albis ZH sollen laut der ''Sonntagszeitung'' vom 14. September 2014 mehrere Betreuer die Gefangenen gegen Bezahlung mit Drogen, Testosteron-Mittel und Handys versorgt haben. Insassen haetten sich selbst illegalen Freigang kaufen koennen, schreibt die Zeitung. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Bild: KEYSTONE

Am 31. Januar 2020 waren in der Schweiz 6906 Personen inhaftiert, knapp ein Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Davon waren 401 oder 5,8 Prozent Frauen. Von den 7390 Haftplätzen in den insgesamt hundert Justizvollzugseinrichtungen waren 93,5 Prozent belegt.

Dies geht aus der am Montag vom Bundesamt für Statistik veröffentlichten Statistik über den Freiheitsentzug 2020 hervor. In den letzten Jahren sei die Zahl der Haftplätze trotz der rückläufigen Zahl der Einrichtungen stabil geblieben, heisst es darin.

Ende Januar 2020 befand sich die Mehrheit der Inhaftierten, das heisst 4572 Personen respektive 66,2 Prozent der Insassen, im Straf- oder Massnahmenvollzug, einschliesslich vorzeitigem Strafantritt. 1902 (27,5 Prozent) sassen in Untersuchungs- und Sicherheitshaft, und 432 (6,3 Prozent) waren aus anderen Gründen inhaftiert.

Im Lauf des Jahres 2019 haben die Personen im Freiheitsentzug insgesamt 2,5 Millionen Tage Haft verbüsst. Mit anderen Worten: 2019 waren in der Schweiz pro Tag durchschnittlich 6845 Personen inhaftiert, was gegenüber 2018 einem Rückgang von 1,9 Prozent entspricht.

Fast 70 Prozent Ausländer

Am Stichtag 2020 waren 69,6 Prozent des Insassenbestands (4807 Personen) Ausländerinnen und Ausländer mit oder ohne Wohnsitz in der Schweiz. Dies ist der tiefste Wert seit 15 Jahren. Nahezu zwei Drittel (3013 Personen) befanden sich im Straf- oder Massnahmenvollzug, einschliesslich vorzeitigem Strafantritt, und 30 Prozent (1426) in Untersuchungs- und Sicherheitshaft. Lediglich 5,6 Prozent (267 Personen) waren aufgrund von Zwangsmassnahmen im Sinne des Ausländer- und Integrationsgesetzes (AIG) inhaftiert.

Über das ganze Jahr 2019 gesehen erfolgten rund 5400 Inhaftierungen im Rahmen von Zwangsmassnahmen im Sinne des AIG und somit 3,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Die betroffenen Personen verbrachten 99'067 Tage in Haft, was einen Durchschnitt von 18 Tagen pro Insassin oder Insasse ergibt. (aeg/sda)

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38Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • stefan reiser 11.05.2020 14:44
    Highlight Highlight Blinder Fleck :
    Wie ist die Corona - Situation in den
    Schweizer Haftanstalten und speziell
    in Champ Dollon das wegen
    Überbelegung in der Vergangenheit
    Schlagzeilen gemacht hat ?
    Gibt es Krankheitsfälle ?
    Kann die Abstandsregel angewendet werden ?
    Werden wie anderswo vorzeitige Entlassungen
    erwogen ? Bitte recherchieren Sie , danke.
    • Hierundjetzt 11.05.2020 15:35
      Highlight Highlight Tribune de Gèneve lesen. Steht alles drin.

      Hattest ja mindestens 5 Jahre Französisch.

      Danke
    • stefan reiser 11.05.2020 16:00
      Highlight Highlight Hierundjetzt
      Haben wir zusammen Schweine gehütet ?
    • Hierundjetzt 11.05.2020 22:10
      Highlight Highlight Stefan: Ist es Dir als Schweizer nicht es bitzeli peinlich, dass Du nach 5 Jahren kein Franz mehr kannst? Und um das zu kaschieren grossartig: Watson, röscheschieren rufst.

      Falls Du kein Schweizer bist: lern endlich eine weitere Amtsprache. Ist ja kein Zustand in einem 4 sprachigen Land 🙄 Die Schweiz hört nicht in Olten auf
  • Borki 11.05.2020 14:12
    Highlight Highlight Schade, dass man (im Artikel?) nicht unterscheidet zwischen Ausländern mit und ohne festem Wohnsitz in der Schweiz, ev. noch nach Asylbewerbern und Abgewiesenen.

    Es würde die Diskussion um diese schwierige Frage versachlichen.
  • Unkel Wullewu 11.05.2020 13:20
    Highlight Highlight Das sind zu viele, wie uns Holland (einmal mehr...) vormacht. Pro 100'000 Einwohner haben wir 81 Personen in Haft, Holland dagegen nur 59.
    Die Holzpantoffeln haben einfach mal eiskalt durchgerechnet und kamen zum Resultat, dass es sich lohnt, in gefährdete Jugendliche in Voraussicht zu investieren, als sie später für viel Geld zu verfolgen, zu verurteilen und zu inhaftieren.
    Leider wird das bei uns nicht möglich sein, weil die rechten Ideologen die Ausländer und Secondos lieber als Erwachsene teuer einbuchten; als Steuergelder in sie zu investieren, wenn sie als Jugendliche auffällig werden.
    • Borki 11.05.2020 14:16
      Highlight Highlight Interessanter Ansatz!

      Was schlägst du konkret für Massnahmen vor (bzw. was machen die Holzpantoffeln) bei erstmalig leicht kriminellen Jugendlichen?

      Und was bei notorisch gewalttätigen Jugendlichen?
    • Dr no 11.05.2020 15:13
      Highlight Highlight wir haben ja gesehen was das Sondersetting bei Carlos gebracht hat.
    • Hierundjetzt 11.05.2020 15:36
      Highlight Highlight Unkel: die wenigsten kommen als Kind in die Schweiz. Siehe dazu die SEM Statistik.
  • Woichbinistvorne 11.05.2020 12:51
    Highlight Highlight Man sollte dabei aber nicht vergessen, dass die Gerichte Angeklagte aus Ex-Jugoslawien, der Türkei und Afrika härter bestrafen und eher inhaftieren als Schweizer bei den selben Delikten. Dafür gibt es Beweise, die beispielseise der Strafrechtsprofessor und Ex-Richter Peter Albrecht schon öfters dargelegt hat. Ausländer müssen auch höhere Versicherungsprämien bezahlen als Schweizer. Sie sind in der Schweiz nach wie vor nur Bürger zweiter Klasse und werden von vielen auch so behandelt.
    • Arthur Sunil 11.05.2020 13:52
      Highlight Highlight "Ausländer sind Bürger zweiter Klasse" - Das ist Satiere, oder?
    • Dr no 11.05.2020 15:16
      Highlight Highlight Wo… Bullshit. Klar wird einer der vorbestraft ist und nicht arbeitet eher eingebuchtet als einer der einer geregelten Arbeit nachgeht. Wahrscheinlichkeitsrechnung ist dir aber schon ein begriff oder ? die Wahrscheinlichkeit, dass ein 22jähriger aus dem Balkan der mit seinem geleasten 150K teuren BMW herumrast und sich mit seinen Kollegen Raserduelle liefert einen Unfall macht ist einfach viel grösser als bei Otto Normalverbraucher. Deshalb die höhere Prämie. übrigens ist auch die Prämie für Männer höher als für Frauen.
    • MartinZH 11.05.2020 15:25
      Highlight Highlight @Woichbinistvorne: Blödsinn! Es gibt zahlreiche Studien im Bereich Kriminologie, welche den "Labeling Approach" im Bereich Strafzumessung stets widerlegt haben. ☝

      Dass Versicherungsprämien (v.a. im Auto-Bereich) für spezifische Ausländergruppen höher sind, ist korrekt. Dies hat aber nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun, sondern mit statistischen Werten für die Risiko-Abschätzung. Das Alter des Versicherungsnehmers sowie die Anzahl Jahre ohne Versicherungsleistung (Bonus) ist ja auch nicht diskriminierend.

      Du argumentierst mit Vorurteilen und nicht mit Faktenwissen.

      Was ist der Zweck? 🤔
    Weitere Antworten anzeigen
  • Arthur Sunil 11.05.2020 12:14
    Highlight Highlight Was ich mich bei solchen Statistiken immer frage: Wie werden eigentlich Doppelbürger gezählt? Eigentlich müssten sie ja sowohl als Schweizer wie als Ausländer gezählt oder aber separat aufgelistet werden. Weiss jemand wie das BFS das handhabt?
    • zoobee1980 11.05.2020 14:43
      Highlight Highlight Stimmt! Und wie ist's mit Pendlern, da wär' ne Aufschlüsselung nach Wohn- und Arbeitskanton - ach, was sag' ich: nach Wohn- und ArbeitsORT natürlich! - wichtig! Wer weiss, vielleicht hat auch DAS einen Einfluss auf die Straffälligkeit! Oder vielleicht ist's die Händigkeit. Oder die Haarfarbe. Auf jeden Fall etwas, das "Die" von "Uns" unterscheidet, gell?
  • Dr no 11.05.2020 11:51
    Highlight Highlight diese Statistik sollten sich alle mal zu Gemüte führen, die immer die Rassismuskeule schwingen, sobald jemand auf diese TATSACHEN hinweist. Dass der Wert der kriminellen Ausländer gesunken ist, lässt sich auch damit erklären, dass Einbürgerungen stattgefunden haben und diese Leute dann in der Kategorie "Schweizer" auftauchen.
    • Max Cherry 11.05.2020 12:51
      Highlight Highlight OK, Adolf. Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass viele Ausländer niemals den gleichen sozialen Status in der Gesellschaft einnehmen können, wie dies ein Schweizer kann. Wer nicht die gleichen Chance auf Wohlstand hat und am Hungertuch nagen muss wird nunmal eher "kriminell" um für sich und seine Familie sorgen zu können. Übrigens sind auch Einbürgerungen nicht so easy peasy und der Pass wird nicht einfach verteilt wie Konfetti an der Fasnacht, wenn du vorbestraft bist, kannst du es gleich vergessen. Oder hast du Zahlen, die deine Behauptung belegen?
    • Dr no 11.05.2020 14:30
      Highlight Highlight Max aka Mutter Theresa: Warum gibt es nur solche Leute wie dich, die Entschuldigungen und Ausreden für so ein Verhalten suchen ? Passt die Wahrheit nicht in dein Regenborgenfurzendes Einhorn Weltbild ?
      Du kennst aber schon unser Sozialsystem oder ? Mit Beiträgen für Kinder etc. haben gewisse Leute netto mehr in der Tasche, als einer der sich mit ehrlicher Arbeit abrackert und alles selber bezahlen muss (Miete, KK etc.)
    • HiCh 11.05.2020 15:29
      Highlight Highlight "Hungertuch", ernsthaft?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Flie 11.05.2020 11:19
    Highlight Highlight Und warum genau sitzen alle diese Ausländer ihre Strafe in der Schweiz ab und werden nicht ausgeschafft?
    • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 11.05.2020 12:21
      Highlight Highlight Weil sie sonst oftmals nicht bestraft werden würden? Das wäre sehr lustig für Straftäter.

      Die Landesverweisung setzt nach Ende der Freiheitsstrafe ein.

      Und manchmal ist die Ausschaffung nicht möglich.
    • Bivio 11.05.2020 12:53
      Highlight Highlight Es gibt 3 Möglichkeiten bei Ausländern.

      1) Strafe in der Schweiz verbüssen und nicht ausgeschaft werden. Kommt dann zum Zug, wenn ein Härtefall vorliegt oder die Tat nicht ausschaffungswürdig ist.

      2) Strafe in der Schweiz absitzen und nach Verbüssung ausschaffen. Setzt jedoch voraus, dass das Heimatland des Täters einer Auslieferung zustimmt

      3) Strafe wird im Heimatland des Täters abgesessen. Dies ist nicht sehr häufig der Fall. Es muss ein Strafübernahmeabkommen zwischen den Staaten vorliegen. Dies ist oft sehr kompliziert und führt nicht selten zu allerlei Problemen.
    • Bündn0r 11.05.2020 13:03
      Highlight Highlight Ausgeschafft wird man nach der Haftstrafe.
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