Schweiz
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Entschiedene und laute Stimme der Juso geht: Tamara Funiciello - hier bei der Einreichung der 99-Prozent-Initiative - ritt als Präsidentin der Jungpartei im August zurück.

Die Jungsozialisten haben mit der Reichensteuer in Basel am Wochenende einen ersten grossen Erfolg gefeiert und jetzt die 99-Prozent-Initiative lanciert. Bild: KEYSTONE

Verteilkampf ist neu lanciert: Sind Juso-Anliegen mehrheitsfähig geworden?

Basel führt eine Reichensteuer ein, Zürich sowie der ganzen Schweiz stehen Abstimmungen darüber bevor.

Anna Wanner / ch media



In Basel müssen Top-Verdiener bald mehr Steuern bezahlen. Die Bevölkerung hat die Juso-Initiative mit 52.7 Prozent gutgeheissen. So sollen neu Einkommen ab 200 000 Franken stärker besteuert werden. Juso-Präsidentin Tamara Funiciello sieht sich in ihrer Arbeit bestätigt: «Wenn das Volk am gleichen Tag sowohl über Kürzungen der Sozialhilfe und 2-Milliarden-Geschenke für Unternehmen abstimmen muss, braucht es eine Kurskorrektur.» An dieser arbeiten die Juso auf kantonaler und auf nationaler Ebene: Der Kampf um die Verteilgerechtigkeit geht in eine neue Runde.

Die ehemalige Praesidentin der Juso, und Kandidatin fuer den Nationalrat, Tamara Funiciello, telefoniert zusammen mit Mitgliedern der SP Bundeshausfraktion mit SP-Mitgliedern, um sie fuer eine Teilnahme an der Basiskampagne fuer die nationalen Wahlen 2019 zu gewinnen, am Rand der Sondersession des Nationalrats, am Dienstag, 7. Mai 2019 im Bundeshaus in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Hatte am Abstimmungssonntag gut zu lachen: Ehemalige Juso-Präsidentin Tamara Funiciello. Bild: KEYSTONE

Der Ausgangspunkt ist unverändert: Reiche schöpften die Gewinne ab und profitierten, während der Rest der Bevölkerung höchstens stagniere, so die Kritik. Die ungleiche Verteilung nehme zu, sagt Mattea Meyer, Zürcher SP-Nationalrätin. «Die Schere zwischen den sehr Vermögenden und Normalverdienenden öffnet sich.» Das spürten die Menschen direkt im Portemonnaie. «Sie haben genug davon, dass ihre finanzielle Belastung mit Steuern, Sozialausgaben und Krankenkassenprämien andauernd steigt.» Der Basler SP-Nationalrat Beat Jans ergänzt, das Problem der Verteilgerechtigkeit werde gerne unterschätzt, weil man die obersten zehn Prozent der Vermögen anschaut. «Dabei steigen just beim höchsten Prozent die Vermögen ins Unermessliche.»

Basel taugt als Vorbild nicht

Um dies zu unterbinden, haben die Juso vor zwei Jahren die 99-Prozent-Initiative lanciert und wollen etwa Dividenden, Mieteinnahmen und Zinserträge höher besteuern. Gestern hat die Bundeskanzlei die Unterschriften beglaubigt, die Initiative kommt also dereinst vors Volk. Funiciello rechnet ihr gute Chancen zu: «Wenn die reichsten 300 Menschen in einem Jahr ihr Vermögen um 60 Milliarden vermehren, alle anderen aber nichts davon profitieren, wollen das die Leute nicht weiter schlucken.» Auch in Zürich steht eine Initiative vor der Abstimmung, die Reiche stärker besteuern will. Die Juso reagieren damit auf die seit Jahren schwelende Diskussion, Leistungen des Staates abzubauen, sagt Funiciello. «Wir wollen den Diskurs auf die Einnahmeseite verlagern.» Sprich: Neue Steuern erheben.

Der Erfolg in Basel muss jedoch aus drei Gründen relativiert werden. Erstens sind die Juso mit einem ähnlichen Begehren im Kanton Aargau zuletzt gescheitert. Zweitens ist Basel ein Sonderfall: Der Kanton tickt linker als andere. Das zeigte sich bei früheren Abstimmungen zur Verteilgerechtigkeit, etwa bei «1:12». Und drittens galt die Vorlage der Juso als «moderat». Freilich will die SP Basel-Stadt nicht als Sonderfall anerkennen. Das Bild der ungerechten Verteilung und des Sozialabbaus zeichnet sie lieber für die ganze Schweiz.

Allerdings taugt just Basel für diese Argumentation nicht. Der Stadt-Kanton wirtschaftete in den letzten fünf Jahren derart gut, dass jeweils ein Überschuss im dreistelligen Millionenbereich heraussprang. Für FDP-Parteipräsident Luca Urgese gibt es keinen vernünftigen Grund für eine Steuererhöhung: «Dem Kanton geht es blendend.» Auch die Umsetzung der nationalen Steuervorlage, die Basel rund 150 Millionen Franken kosten wird, sollte der Kanton ohne Probleme finanzieren können. Abbau ist ebenfalls kein Thema. «Wir investieren in Schulen, stellen mehr Lehrer an und geben auch für die Kultur mehr Geld aus», sagt Urgese. Im Sozialbereich seien die Ausgaben in fünf Jahren um 100 Millionen gestiegen. «Wir bauen nicht ab. Wir schaffen es ja nicht einmal, die Ausgaben zu bremsen», so der FDP-Präsident, der nun befürchtet, dass gute Steuerzahler in Nachbarkantone abwandern und so Basel-Stadt plötzlich wichtige Einnahmen fehlen.

Die «moderaten» Juso-Begehren

Weitere Reichensteuer-Initiativen sind derzeit nicht geplant. Entscheidend wird die Abstimmung in Zürich sein, wo die Juso hohe Einkommen stärker besteuern und tiefe entlasten wollen. Im Vergleich zu heute stiege die Progression ab einem steuerbaren Einkommen von 120 000 Franken. Nina Hüsser von den Juso Zürich rechnet der Initiative gute Chancen zu; auch diese Vorlage gilt als «moderat». Zudem habe der Kanton die Steuern für die Reichen zuletzt massiv gesenkt, etwa bei der Erbschaftssteuer oder Unternehmenssteuer. «Reformen, von denen der normale Bürger nicht profitiert.» Das Muster, dass die Juso nun auf «moderate» Initiativen setzen, um sie mehrheitsfähig zu machen, wäre übrigens ein falscher Eindruck – und wird auch von der Präsidentin bestritten. Die Radikalität der Initiativen liegt wohl eher im Auge des Betrachters.

Reichensteuer in Basel-Stadt: Fribourg und Bellinzona locken

Basel erhöht die Steuern für Einkommen über 200 000 Franken auf 28 Prozent und Einkommen ab 300 000 Franken auf 29 Prozent. Bisher galt ein Tarif von 26 Prozent. Lohnt es sich nun für reiche Basler, aus der Stadt wegzuziehen? Es kommt darauf an, wie viel man verdient und für welchen Betrag man bereit ist, umzuziehen.
Nehmen wir das Beispiel eines alleinstehenden Steuerzahlers mit 350 000 Franken Einkommen. Bisher zahlte er 83 000 Franken Kantons- und Gemeindesteuern. Wegen der neuen Topverdienersteuer muss er dem Fiskus zusätzliche 4000 Franken abliefern. Schon vor der Reform waren laut Berechnungen des VZ Vermögenszentrums 16 Kantonshauptorte günstiger als Basel. Darunter etwa Zug, Luzern, St. Gallen oder Aarau. Mit dem neuen Regime lohnt es sich nun zusätzlich nach Fribourg und Bellinzona zu ziehen. Eingesessene Basler werden sich kaum für Geld dorthin locken lassen. Doch wie sieht es mit Millionären aus? Nehmen wir das Beispiel einer alleinstehenden Einkommensmillionärin. Bisher bezahlte sie 252 000 Franken Steuern in Basel. Neu sind es 275 500 Franken.
Vor der Reform lockten 17 Kantonshauptorte mit tieferen Steuern. Nun sind es 21. Zöge die Millionärin etwa nach Zug, würden sich die Steuern auf 108 800 Franken mehr als halbieren. Nur Bern, Liestal, Lausanne und Genf sind teurer. (rit)

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    Alle Leser-Kommentare
  • No-no 21.05.2019 10:46
    Highlight Highlight Manche lernen es einfach nicht. Eine Umverteilung bringt nichts und dieser Fakt ist historisch belegbar. Prices Law erklärt diesen Umstand präzise. Das Phänomen: 1% hält mehr als 50% und davon hält 1% mehr als 50% usw. ist nicht nur bei der Verteilung des Geldes zu beobachten sondern in vielen anderen Domänen auch. Man kann sicherlich das Geld umverteilen, nur wird es sich nach kurzer Zeit wieder bei 1nem% konzentrieren. Aus meiner Sicht bräuchte es komplett neue Ansätze um dem "Problem" (sofern man darin eines sieht) entgegenzuwirken.
  • Mutbürgerin 21.05.2019 10:08
    Highlight Highlight Grossverdiener sind ja vor allem Staatsangestellte. Weiter so Juso, ihr sägt an Eurer Wählerbasis.
  • uhl 21.05.2019 09:52
    Highlight Highlight Es gibt einen ganz grossen Fehler in der Juso-Denkweise: Wenn sie sagen "der normale Bürger hat nicht profitiert", dann kann die Vorlage noch so moderat sein. Die Juso wird nämlich niemals eine Partei für "normale Bürger" sein. Ganz egal, wie die Definition von normal ausfällt, aber Juso und normal sind Widersprüche. Heftige Widersprüche.
  • Globidobi 21.05.2019 09:35
    Highlight Highlight Wäre es nicht schlauer, sich mit dem Prinzip der Mikro Besteuerung auseinander zusetzen. Dieses hat gute Ansätze, welches einer genauen Studie der Gefahren des Hinterziehens bedingt, um so wohl die beste Besteuerung für die Digitalisierung darzustellen.
  • AlteSchachtel 21.05.2019 09:08
    Highlight Highlight Der Superkapitalismus muss gestoppt werden, sonst können wir unsere Demokratie beerdigen.

    Gestern zeigte Spiegel TV eine eindrückliche Reportage über die Situation in Europäischen Ländern hinsichtlich der bevorstehenden Wahlen.
    Wir sind zwar (glücklicherweise) nicht in der EU, aber uns erwarten die gleichen Probleme, wenn der soziale Frieden durch die Gier der Superkapitalisten weiter gefährdet wird.

    https://www.tvnow.ch/shows/spiegel-tv-2386/2019-05/episode-18-sendung-vom-20-05-2019-1634431?utm_source=rtl&utm_medium=owned&utm_campaign=letzte_folgen&utm_term=spiegel-tv
  • Dr no 21.05.2019 08:55
    Highlight Highlight Die Grenze müsste viel höher angesetzt werden und zwar so, dass das reichste 1 % mehr Steuern zahlt. Es kann nicht sein, dass auch die bestraft werden, die sich den Arsch aufreissen. Auf 200K kann man als Familie gut mal kommen mit Fleiss und guter Ausbildung. Es kann nicht sein, dass der Mittelstand weiter gemolken wird. Die "armen" bekommen Prämienverbilligung und was weiss ich noch.
  • Regentrockner 21.05.2019 08:02
    Highlight Highlight Ich fände es wirklich besser, die Vermehrung von Wohlstand zu fördern - mehr für alle - als Vorhandenes einfach umzuverteilen und damit tendenziell die zu bestrafen, die Arbeitsplätze schaffen.
    • aerdbeerimoeuch 21.05.2019 09:03
      Highlight Highlight genau darum geht es ja mit den initiativen. nicht uns bestrafen derjenigen, die mehr verdienen sondern darum dass die, die mehr haben, halt auch mehr geben. dadurch können sozialwerke, bildung, kultur etc. besser finanziert werden, das kommt auch wieder allen zugute. ganz gute sache, gäll?
  • Spooky 21.05.2019 07:51
    Highlight Highlight Ich bin doch nicht blöd! Mein JA hat die JUSO auf sicher.
  • dorfne 21.05.2019 07:20
    Highlight Highlight Wir zahlen einen zu hohen Preis für die Steuersouveränität der Kantone. Ein ruinöser interkantonaler Steuerwettbewerb erlaubt Firmen und reichen Privatpersonen den Staat mit Wegzugdrohungen vor sich her zu treiben. Was den Steuerwettbewerb weiter antreibt. Und zu Staus auf den Strassen und bei der Bahn führt. Weil die Angestellten den Firmen hinterher reisen müssen, wenn sie den Job nicht verlieren wollen.
  • rodolofo 21.05.2019 07:09
    Highlight Highlight Die JuSo-Initiative würde den Kapitalismus retten, indem sie dessen parasitären Teil begrenzt und einschränken würde!
    Wer hätte das gedacht?
    Wenn mit Kapital unverschämt viel dazu verdient wird (mittels Zinsen und Dividenden), dann geht die Schere zwischen (materiell) Reich und (materiell) Arm immer mehr auseinander, was dann zu enormen sozialen Spannungen führt, die sich in Bürgerkriegen und in Revolutionen entladen können!
    Investitionen sind mit Risiken verbunden, weshalb Zinsen und Dividenden gerechtfertigt und nötig sind.
    Aber eben nur bis zu einem gewissen Mass und gewissem Risko.
    • LibConTheo 21.05.2019 09:26
      Highlight Highlight Parasitäres Verhalten ist, sich das Recht hinaus zu nehmen, dass jemand mehr Geld hat als er sollte und dieses mit Zwang umverteilt werden soll.

      Im Prinzip ist es genau umgekert; das Verhalten der JUSO ist parasitär, was der Kapitalismus nie werden könnte (wenn es dann auch wirklich der reine Kapitalismus ist, welcher sich durch Vertragsfreiheit und das Recht auf Selbsteigentum auszeichnet, was wir unlängst nicht mehr haben).

      Dein "Kapitalismus" ist augenscheinlich parasitär weil wir unlängst keinen mehr haben, aber wir unterschiedliche Auffassungsformen dieses Konstrukts haben.
    • Pafeld 21.05.2019 09:35
      Highlight Highlight Es gibt in der Realität nicht "den Kapitalismus". Genauso wie es nicht "den Sozialismus" gibt. Wir bewegen uns in einem Feld zwischen den Polen von Indivium und Kollektiv. Eine Initiative, welche die Steuerlast ein bisschen mehr auf jene Leute verteilt, die aufgrund ihres Reichtums die Erhöhung im Alltag nicht einmal ansatzweise bemerken würden, wird weder den Kapitalismus retten, noch den Sozialismus heraufbeschwören. Wäre schön, wenn wir diese hohle Pseudoargumentationen endlich in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts lassen würden und uns der Gegenwart zuwenden könnten.
    • Liselote Meier 21.05.2019 10:30
      Highlight Highlight @LibConTheo; Ach seit wann ist die Kapitalakkumulation (was den Kapitalismus ausmacht und weshalb dieses ökonomische System auch so heisst) nicht mehr Triebfeder der heutigen Ökonomie?

    Weitere Antworten anzeigen
  • Sandromedar 21.05.2019 07:05
    Highlight Highlight Vermögen und Erbschaft besteuern!
    • MeierB 21.05.2019 09:57
      Highlight Highlight wie viele male wollt ihr eigentlich das gleiche Geld versteuern ? Vermögen und Erbe wurde mindestens schon einmal versteuert.
    • Bosshard Matthias 21.05.2019 10:12
      Highlight Highlight Sicher nicht und wieder wäre der Sparer der dumme und der Verprasser der Gewinner der heute schon KK Unterstützung erhält!
      Nicht umsonst haben viele Kantone diesen Uralt Zopf abgeschnitten. Hört mal auf mit diesen Egoistischen Neider Ideen.
      Hier wird zu recht von Einkommen geredet und da muss etwas passieren aber nichts zuungunsten des kleinen/mittleren sonst stimme ich und viele andere garantiert nein.
      Sparen gehört eigentlich belohnt man könnte Konsumgüter grad so gut massiv Strafbesteuern
      mal schauen wie Ihnen dann das gefällt!
  • tomdance 21.05.2019 06:52
    Highlight Highlight Und wieder eine Neidinitiative. Auch die Linke hat gemerkt, dass mit undifferenziertem Gepolter à la SVP Publizität zu machen ist. Ich für meinen Teil überlege mit, mein steuerbares Einkommen so zu reduzieren, dass die Steuerbelastung wieder anständig wird. Ich bin Teil des Mittelstandes und nicht eine Milchkuh, tammi nomol. Mehr Freizeit, weniger Lohn, weniger Steuern. Grossartig für mich - etwas schlechter für unser Solidaritätsprinzip.
    • aerdbeerimoeuch 21.05.2019 09:07
      Highlight Highlight ja, puh, eine gerechte finanzierung von sozialwerken, bildung, kultur usw ist extrem eine neidforderung. hey tomdance, glaub mir, wenn du wirklich zum „mittelstand“ gehörst, werden diese initiativen dich definitiv nicht betreffen. und wenn sie dich betreffen, hast du eh genug geld, dass es dir nicht weh tun wird. ps: steuerbares einkommen optimieren wollen um sich nicht an demokratische entscheide zu halten aber anderen unfairness vorzuwerfen? oooooookayy
    • Pafeld 21.05.2019 09:40
      Highlight Highlight Wenn dich der "liberale" Arbeitsmarkt dein Arbeitspensum reduzieren lässt, nur zu. Das zusätzliche Pensum ist ja nicht vernichtet und wird anschliessend von jemand anderem abgearbeitet, belohnt und besteuert. Wenn es der "liberale" Arbeitsmarkt nicht zulässt, wird dein Pensum wohl ganz von jemandem anderem übernommen.
    • emilybrontë 21.05.2019 10:55
      Highlight Highlight Also wenn das grossartig wäre für Dich, weniger zu arbeiten und du nur aus Solidarität so viel verdienst, dann Ja, arbeite weniger bitte und mach mehr von dem, das Dich glücklich macht!

      Danke, dass Du meine kostenlose Lebensberatung in Anspruch nimmst!

      (Ich meins ernst!)

      E.B.

  • Cyberpunk 21.05.2019 06:48
    Highlight Highlight Nun, wenn es Stadt-Basel schon dermassen gut geht, gemäss FDP’ler Luca Urgese und es mit den zusätzlichen steuereinnahmen der reichen noch besser gehen wird, dann sollte es dem wissenschaftlichen testlauf “bedingungsloses Grundeinkommen” nichts mehr im wege stehen..!
  • Roterriese 21.05.2019 06:45
    Highlight Highlight Juso Initiativen sind von natur aus extrem. Mein nein ist sicher
    • Shlomo 21.05.2019 06:56
      Highlight Highlight DO NOT FEED THE TROLL
    • rodolofo 21.05.2019 07:10
      Highlight Highlight Aber Du bist doch auch extrem!
      Was hast Du also gegen "Extreme"?
    • pun 21.05.2019 07:44
      Highlight Highlight Danke für deinen wertvollen Beitrag zu dieser Diskussion.
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  • Ziblizabli 21.05.2019 06:36
    Highlight Highlight Ja, das finde ich einen richtigen Ansatz. Es stimmt nicht, dass Frauen benachteiligt sind. Wir hart arbeitende normal-verdiener sind es gegenüber unserer "Elite".
    • pun 21.05.2019 07:49
      Highlight Highlight Dir ist schon bewusst, dass es diverse Formen von Benachteiligung gibt? So können Frauen im Berufsleben und beim Lohn diskriminiert werden während gleichzeitig das Wirtschaftssystem von der allgemeinen Ungleichheit und Ausbeutung der gesamten arbeitenden Bevölkerung lebt.
      Die Juso verfolgt da einen recht ganzheitlichen Ansatz zur Bekämpfung von Benachteiligung und Diskriminierung.
      Benutzer Bild
  • Ökonometriker 21.05.2019 06:12
    Highlight Highlight Reiche sind nicht die Führungskräfte die nach Jahren harter Arbeit mal 200'000 verdienen, sondern die Firmenerben die dank ihrer gesellschaftlichen Position jährlich hunderte von Millionen an Mieteinnahmen und Dividenden erwirtschaften...
    • DerTaran 21.05.2019 06:21
      Highlight Highlight Sehe ich auch so, in der Schweiz ist man mit 200'000 noch lange nicht reich. Das ist eigentlich eine Mittelstandssteuer.
    • Skeptischer Optimist 21.05.2019 06:23
      Highlight Highlight Das mit den Erben stimmt, aber der Systemfehler liegt nicht nur daran.

      "Harte Arbeit" bedeutet aber oft nur anderen die Löhne gekürzt und Büroraum verkleinert zu haben. Allenfalls mit einem überarbeiteten Logo.
    • Shlomo 21.05.2019 06:31
      Highlight Highlight @Taran&Öko: schaut mal die Definition von Mittelstand an. 200‘000.- steuerbares Einkommen sind bei weitem nicht mehr Mittelstand.
    Weitere Antworten anzeigen
  • WID 21.05.2019 06:12
    Highlight Highlight Es ist grundfalsch bei den Einkommen anzusetzen, auch wenn sie hoch sind. Es müssen die besteuert werden, welche die Produktionsfaktoren kontrollieren und das sind die grossen Kapitalbesitzer. Ein Drittel des Vermögens ist im Besitz von 1 Prozent.
    • rodolofo 21.05.2019 07:16
      Highlight Highlight Das ist wie mit den Griechischen Reedern:
      Sobald sie der Staat mit Steuern belasten will, verlegen sie ihren Wohnsitz in eine "Steueroase", oder auf eines ihrer Hochseeschiffe.
      Darum sehe ich mehr Erfolgsaussichten für orchestrierte Aktionen Internationaler Organisationen, wie der OECD.
      Nach der StAF-Abstimmung hiess es von Seiten der OECD, dass es gut sei, dass es keine unterschiedliche Besteuerungen von In- und Ausländischen Unternehmungen mehr gäbe, dass aber die erwirtschafteten Gewinne einer Firma auch dort versteuert werden sollen, wo sie generiert würden, und nicht am CH-Hauptsitz.
    • sowhat 21.05.2019 07:26
      Highlight Highlight Warum nicht die Produktionsfaktoren selbst? Je mehr Automatisation desto weniger Arbeitsplätze desto weniger Steuern von Arbeitnehmenden. Derselbe Gedanke gilt für die Alimentierung der Renten. Habs noch nicht zu Ende durchgedacht. Eure Ùberlegungen dazu würden mich interessieren.
    • WID 21.05.2019 08:59
      Highlight Highlight @sowhat: Du meinst, Investitionen besteuern? Dann geht das Kapital woanders hin.
      @rodolfo: prinzipell hast Du recht, das wird aber immer ein frommer Wunsch bleiben, weils die OECD kaum gegen die interessen des Grosskapitals handlen wird.
    Weitere Antworten anzeigen
  • WID 21.05.2019 06:08
    Highlight Highlight Als Familie mit 150% Arbeitsprozehnt kommt man rasch auf 200‘üüü. Bin ich deshalb reich und soll mehr Steuern zahlen?
    • Shlomo 21.05.2019 07:04
      Highlight Highlight Nein kommst du nicht. Du müsstest, brutto gegen 300‘000.- verdienen um auf ein steuerbares Einkommen von 200‘000.- zu kommen. Statistisch gehörst du mit solch einem Einkommen nicht mehr zum Mittelstand
    • Holzkopf 21.05.2019 08:10
      Highlight Highlight Naja, bei 150% Totalarbeitspensum gehört man mit über 200‘000 CHF zu den 10% Bestverdienenden der CH.
      Trotzdem wird man als Familie nicht >200‘000.- STEUERBARES Einkommen haben.
    • pluginbaby 21.05.2019 08:12
      Highlight Highlight Davon kann ich aber lange Träumen. Meine Familie kommt mit 120% auf 85000 🙄
    Weitere Antworten anzeigen
  • Schneider Alex 21.05.2019 05:45
    Highlight Highlight Nicht Arbeit und Reichtum, sondern Luxuskonsum höher besteuern!

    Reich wird man in der Regel nicht durch Arbeit, sondern durch Realkapitalbesitz (Aktien, Immobilien, Rohstoffe) oder durch Erbschaft. Volkswirtschaftlich schädlich wird Reichtum erst, wenn er mit Luxusgütern verprasst wird, sonst bleibt er ja – vielfach als risikotragendes Kapital – der Wirtschaft und damit auch den Arbeitnehmenden – erhalten. Daher sollten nicht primär Löhne oder Vermögen höher besteuert werden, sondern deren Verwendung für Luxusgüter und –dienstleistungen via eine progressive Konsumsteuer.
    • sowhat 21.05.2019 07:21
      Highlight Highlight Ich finde deine Idee überlegenswert. Stolpere allerdings bei um Nachdenken über das Tempo der Anpassung bei Veränderung. Nimm zB das Handy: bei der Einführung war es als Natel bestimmt ein Luxusgut. Heute kommt eigentlich niemand mehr ohne aus. Beim Tempo unserer gesetzgebung, fürchte ich, würde die Luxussteuer immernoch aktiv sein. Wie hast du dir diese Anpassung gedacht? Interessiert mich.
    • Schneider Alex 22.05.2019 06:07
      Highlight Highlight @sowhat
      Bei einer progressiven Konsumsteuer wird nicht unterschieden, wozu das Geld ausgegeben wurde. Die Konsumausgaben werden anhand eines Vergleichs von zwei nachfolgenden Steuerdeklarationen berechnet.

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