Schweiz
Gesellschaft & Politik

Schwimmen für Transpersonen: Zürcher Stadtrat verteidigt das Angebot

Zürcher Stadtrat verteidigt Schwimmen für Transpersonen

19.02.2026, 07:5819.02.2026, 07:58

Der Zürcher Stadtrat hat sich für ein Angebot für non-binäre- und Transpersonen in einem Schulschwimmbad ausgesprochen. Die Stunde ausserhalb der Schulöffnungszeiten schütze diese Bevölkerungsgruppe und habe zu einer Zunahme an Schwimmbegeisterten geführt.

PRODUKTION - 29.07.2021, Berlin: Das Schwimmbecken des Stadtbad M�rkisches Viertel. (zu dpa: �Ungl�ck im Hallenbad � Prozess gegen Schwimmlehrerin startet�) Foto: Fabian Sommer/dpa +++ dpa-Bildfunk ++ ...
Viele dieser Personen fühlen sich in öffentlichen Badeanlagen nicht sicher. (Symbolbild)Bild: DPA

Statt wie bisher durchschnittlich 1,5 Personen nähmen neu 5,25 Personen am öffentlichen Schwimmen teil, schreibt der Zürcher Stadtrat in seiner Antwort auf eine Schriftliche Anfrage der SVP. Die Stunde finde jeweils dienstags um 20 Uhr in der Schulschwimmanlage Altweg beim Triemli statt.

Die Gemeinderäte Yves Peier und Stefan Urech von der SVP hatten unter anderem angefragt, auf welcher Grundlage das exklusive Angebot beruhe, ob es schon Rückmeldungen aus er Bevölkerung gebe und wie der Zutritt kontrolliert werde.

Keine genaue Kontrolle

Einen Eingriff in die Privatsphäre gebe es nicht, schreibt der Stadtrat. «Die Aufsichtsperson kontrolliert nur, ob ein gültiges Ticket vorliegt.» Für das Angebot gelte Selbstdeklaration, die Persönlichkeitsrechte aller würde respektiert.

Ob es sich bei den Schwimmenden um non-binäre- oder Transpersonen handelt, wird also nicht näher kontrolliert. Gemeint sind Menschen, die sich nicht ausschliesslich einem Geschlecht zugehörig fühlen oder deren Identität nicht mit dem ihnen zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt.

Kritische Rückmeldungen zu dem seit zwei Jahren laufenden Angebot habe es lange nicht gegeben, heisst es in der Antwort weiter. «Am 17. November 2025 ging erstmals eine kritische Nachricht ein». Das war zwei Tage bevor die Anfrage eingereicht wurde.

The participant of a water aerobics class for elderly people, offered by Pro Senectute, leaves the indoor swimming pool of the aquatic center Schmiedhof, pictured in Ebikon in the Canton of Lucerne, S ...
Das Angebot hat zu einer Zunahme an Schwimmbegeisterten geführt. (Symbolbild)Bild: KEYSTONE

Bisher einziges Angebot

Eingeführt wurde die Stunde auf Anregung von nicht-binären- und Transpersonen. Diese fänden damit einen geschützten Raum vor. «Viele dieser Personen fühlen sich in öffentlichen Badeanlagen nicht sicher», heisst es in der Antwort. Sie hätten Angst vor Diskriminierung, verletzenden Reaktionen oder gar Gewalt in der Garderobe oder im Bad.

Aus diesen Gründen sieht die Stadt auch keinen Verstoss gegen die Gleichbehandlung: «Sie können ein Angebot nutzen, von dem sie bisher ausgeschlossen waren.» Das entspreche vielmehr dem Auftrag der Gleichbehandlung.

Die SVP wollte auch wissen, ob es künftig für andere Gruppen, etwa religiöse oder FKK-Anhänger, separate Schwimmzeiten geben werde. Wenn ein erkennbarer Bedarf bestehe, werde dies geprüft, heisst es in der Antwort. «Bisher liegt der Stadt aber keine entsprechende Anfrage oder Problemstellung vor.» (sda)

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115 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Gummibär
19.02.2026 10:04registriert Dezember 2016
«Bisher liegt der Stadt aber keine entsprechende Anfrage oder Problemstellung vor.» Bravo. Einzig richtige Antwort.
Und wenn das Angebot zu mehr Benutzern führt hat der Betreiber alles richtig gemacht. Von mir aus darf auch eine Schwimmstunde für verstörte SVP-Mitglieder eingeführt werden. Wenn diese schwimmen machen sie in der Zeit nichts Dümmeres - wie etwa diese Anfrage.
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bcZcity
19.02.2026 09:31registriert November 2016
Eigentlich kann es mir ja egal sein, leben und leben lassen. Stört mich ja nicht. Nur, man kann nicht ALLEN 100% gerecht werden. Auch wenn die Stadt ZH diesen Spagat (zu) oft probiert.

Auch schön wie bei dieser klitzekleinen Gruppe immer recht proaktiv reagiert, aber bei Anliegen welche die Sicherheit betreffen immer erst etwas macht wenn etwas passiert.

Ich bin dafür Minderheiten zu unterstützen. Aber wenn die Minderheit, der Minderheit, oft mehr Gehör bekommt als der Rest, dann läuft etwas schief. Daher bin ich auch gegen eine dritte Toilette (War auch schon Thema).
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öpfeli
19.02.2026 09:20registriert April 2014
Ein Angebot, dass niemand stört und niemandem was wegnimmt. Es handelt sich ja lediglich um eine Stunde..
Dass die SVP dem näher nachgeht, ist lächerlich.
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