Nadia Brönimann, geboren als Christian Brönimann, wurde vor 26 Jahren zur trans Frau. Da das Thema zum damaligen Zeitpunkt noch viel stärker tabuisiert wurde, beförderte ihr offener Umgang mit der Geschlechtsanpassung sie ins Scheinwerferlicht.
Brönimann warb jahrelang auch öffentlich für Verständnis und Offenheit gegenüber trans Personen, trat in Fernsehsendungen auf und gab Interviews. Nun hat die 55-Jährige in einem solchen mit dem «Tages-Anzeiger» erklärt, dass sie ihre Geschlechtsanpassung bereut.
Der Gedanke der «Detransition» brodle schon lange in ihr, so Brönimann. Über die Gründe sagt sie:
Sie fühle sich gefangen in einem weiblichen Rollenmuster, müsse sich ständig überlegen, ob sie genügend Weiblichkeit ausstrahle, was erschöpfend sei.
Es sei ein Trugschluss, dass trans Menschen binäre Geschlechterrollen hinter sich lassen würden – die binäre Ordnung in Bezug auf visuelle Merkmale wie lange Haare, die als weiblich gelten, sei bei vielen als starkes Klischee verankert.
Auch darum trägt sie ihre Haare jetzt wieder kurz. Brönimann erklärt, sie spüre das Bedürfnis, sich selbst wieder Christian zu nennen.
Ob sie die Hormone nach 30 Jahren wieder umstellen werde, wisse sie aber noch nicht, so Brönimann. Mit 55 sei das ein grosser Eingriff, sie fürchte sich vor weiteren Komplikationen nach zahlreichen Operationen und starken Nebenwirkungen der Hormontherapie.
Brönimann gibt an, dass es «nicht offensichtlicher» hätte sein können, dass nicht ihr Körper das wahre Problem gewesen sei. Die Geschlechtsanpassung sei eine Flucht gewesen, weil sie sich als Christian nie gut genug gefühlt habe. Heute sei ihr klar, dass das Innere nicht mit dem Äusseren geändert werden könne, so Brönimann sinngemäss.
Vorausgegangen war dem Interview ein Post von Brönimann auf Instagram, den sie mit den Hashtags #detrans und #newchapter versah. Die Reaktionen auf ihren Post seien mit überwältigender Mehrheit positiv ausgefallen. Nur aus der trans Community gebe es bisher keine einzige Rückmeldung. Stattdessen würde diese schweigen. Brönimann äussert daran starke Kritik und sagt:
Ihr werde vorgeworfen, dass sie mit ihren Äusserungen und ihrem Detransitionswunsch «das feindliche Lager und die SVP» bediene und damit ein negatives Bild des Themas in der Öffentlichkeit verbreite. Dabei wolle sie nur, dass über Detransition genauso offen und ehrlich gesprochen werde wie über alle anderen Aspekte. Denn sie kenne viele trans Menschen, die mit ähnlichen Gedanken und Problemen kämpften wie sie. Doch niemand wolle das hören. Stattdessen erfahre man Ablehnung.
Sie sei sich bewusst, dass sie mit ihren öffentlichen Aussagen anecke:
Die 55-Jährige kritisiert auch schon seit längerem den Umgang mit Jugendlichen, die über eine Geschlechtsanpassung nachdenken. Diese würden zu früh und zu schnell mit Medikamenten «unterstützt». In anderen Ländern sei man mittlerweile vorsichtiger, in der Schweiz jedoch nicht.
Jugendliche sollten sich zu 100 Prozent im Klaren darüber sein, was eine Transition bedeuten könnte. Nämlich, dass es im schlimmsten Fall passieren könne, dass die medizinische Geschlechtsangleichung nicht der richtige Weg war und diese nicht die erhoffte Befreiung brachte.
(con)
Nein wer hätte das nur gedacht. Die Kommentare auf watson zeigen es doch schon eindeutig, dass alles, was „Trans“ kritisch gegenüber steht diffamiert und geächtet wird.
Ich bleibe bei meinen (!) Ansichten und ich habe das Gefühl, dass ihre Aussagen und der Artikel alles bestätigen, was ich sage;
Das ist vor allem eine psychische Sache.