Schweiz
Gesellschaft & Politik

Kritik von Lehrerverband an Lösung der SVP gegen Krise der Volksschule

«Nicht jedes Problem der Volksschule ist auf Zuwanderung zurückzuführen»

Mehr Diktate, mehr Kopfrechnen – und weniger fremdsprachige Kinder pro Klasse: Die Lösungen der SVP gegen die «Krise der Volksschule» sorgen beim Lehrerverband für Kritik.
30.01.2026, 23:1130.01.2026, 23:11
Julian Spörri / ch media

Die Liste ist lang: Mit einem ganzen Bündel an Massnahmen will die SVP die Volksschule aus der Krise führen. Am Wochenende stellte die Partei ihr neues Bildungspapier vor. Dieses fordert unter anderem mehr Diktate, mehr Kopfrechnen sowie das Auswendiglernen von Gedichten, um die sinkenden Leistungen an den Schweizer Schulen zu stoppen.

Die SVP diagnostiziert eine «Krise der Volksschule». (Symbolbild)
Die SVP diagnostiziert eine «Krise der Volksschule». (Symbolbild)bild: keystone

Nun nimmt der Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer Stellung – und spart nicht mit Kritik. Viele der vorgeschlagenen Lösungsansätze orientierten sich «an veralteten pädagogischen Vorstellungen», teilt der Verband am Mittwoch mit. «Sie werden der heutigen Realität der Volksschule mit ihrer hohen gesellschaftlichen Komplexität, der Vielfalt der Lernenden und den gestiegenen fachlichen Anforderungen nicht gerecht.»

SVP möchte Anteil fremdsprachiger Kinder deckeln

Der Lehrerverband unter der Leitung von Dagmar Rösler erkennt im Bildungspapier der SVP durchaus positive Seiten. Er begrüsst es, dass die grösste Schweizer Partei der Volksschule politische Aufmerksamkeit schenkt. Zudem teilt er die Einschätzung, dass die Situation mit dem Lehrermangel und der hohen Alltagsbelastung anspruchsvoll sei. Der Umgang des Positionspapiers mit dem Thema Migration sieht er jedoch «kritisch». «Nicht jedes Problem der Volksschule ist auf Zuwanderung zurückzuführen», heisst es in der Mitteilung. Die «unbelegten Rückschlüsse» griffen zu kurz und erschwerten eine sachliche Debatte.

Die SVP fordert eine Deckelung des Anteils fremdsprachiger Kinder pro Klasse, da das Unterrichtsniveau ab einem Schwellenwert von 30 Prozent sinke. Zudem will die Partei ausländische Eltern verpflichten, ihre Kinder vor dem ersten Schultag auf eigene Kosten in die sprachliche Frühförderung zu schicken. Diese ist heute kantonal unterschiedlich ausgestaltet.

Der Lehrerverband spricht sich zwar für ein Obligatorium der sprachlichen Frühförderung aus, sieht bei der Kostenfrage jedoch die Politik in der Verantwortung. «Die SVP stellt breite Forderungen auf, war aber in den letzten Jahren stets jene Partei, die Mehrausgaben für Bildung und insbesondere Frühförderung bekämpfte.» Man nehme die Partei nun in die Verantwortung, politisch für die von der Volksschule benötigten Mittel einzustehen.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Dieses Racletteöfeli ist laut dem «Kassensturz» das beste
1 / 12
Dieses Racletteöfeli ist laut dem «Kassensturz» das beste

Platz 1: Koenig Tacletteofen 4 and more

quelle: kassensturz
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Kältewelle erreicht die Niagarafälle
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
36 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Ragl
30.01.2026 23:28registriert Juli 2015
Hach wie offensichtlich wieder mal….

Die SVP fordert teure Massnahmen…. blockiert allerdings schon seit Jahen Bildungsausgaben.

Erst kürzen, dann klagen.

Die Frage bleibt: Will die SVP die Schule retten, oder nur ihre Volchs-Wähler bedienen?​​​​​​​​​​​​​​​​
2417
Melden
Zum Kommentar
36
In Zürich entsteht das erste queer-freundliche Alterszentrum
In Zürich ist am Donnerstag der Grundstein für die erste queer-freundliche Altersinstitution der Schweiz gelegt worden. Im Espenhof sind 26 Alterswohnungen für Angehörige der LGBTIQ+-Gemeinschaft reserviert. Die Beteiligten sprachen von einem Herzensprojekt.
Zur Story