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Famile Ferien Strand

Ferien am Meer: Vielleicht wird dieses Jahr doch nichts draus. Bild: shutterstock.com

Willst du an den Strand? Ab diesen Fallzahlen wird's wohl nichts mit Ferien in Europa

Wenn die EU für die Schweiz die gleichen Spielregeln anwenden würde wie bei den USA, dürften wir bereits nicht mehr in unsere Nachbarländer.



Die Zahlen in der Schweiz steigen wieder: Am Mittwoch meldete das Bundesamt für Gesundheit 137 Neu-Infektionen mit dem Coronavirus. Noch vor zwei Wochen bewegte sich diese Zahl noch im tiefen zweistelligen Bereich. Der Alltag schien mehr oder weniger wieder seine gewohnten Bahnen zu nehmen, auch die ersten Ferien im nahen Ausland wurden wieder gebucht.

Doch mit den steigenden Fallzahlen stellt sich die Frage: Lassen uns die Nachbarländer überhaupt noch rein, wenn sich das Coronavirus hier weiterverbreitet? Wird es also doch nichts mit dem Weekend-Trip nach München oder den Strandferien an der Adria?

Eine definitive Antwort darauf gibt es nicht. Die ganze Welt übt gerade den Pandemiefall, es gibt keine Blaupause dafür, wann welche Massnahme ergriffen werden muss. Ob es Grenzschliessungen gibt, ist natürlich auch immer eine politische und wirtschaftliche Frage, die teils individuell ausgearbeitet wird.

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Dennoch kann bereits jetzt gesagt werden, dass Quarantänemassnahmen oder gar Grenzschliessungen nicht auszuschliessen sind. Eine Recherche hat ergeben, dass innerhalb der EU mit verschiedenen Infektions-Grenzwerten gearbeitet wird. Werden diese überschritten, dann sind Reiserestriktionen möglich. Wir haben drei davon ausgewählt, welche für die Schweiz relevant sein dürften.

Grenzwert 1: 50 Neuinfizierte pro 100'000 in 7 Tagen

Gemeinhin wird in der EU oft der Grenzwert von 50 Neuinfizierten pro 100'000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen verwendet. Wird dieser überschritten, so stuft etwa das deutsche «Robert Koch Institut» ein Land als «Risikoland» ein. Momentan trifft dies europaweit nur auf Schweden zu. Kommt man aus einem «Risikoland» nach Deutschland, dann ist mit einer 14-tägigen Quarantäne-Pflicht zu rechnen, wie das RKI schreibt.

Auch innerhalb Deutschlands wird mit dem genannten Grenzwert gearbeitet. Überschreitet die Anzahl Infektionen diese Marke, arbeiten Bundesländer mit der Bundesregierung schärfere Massnahmen, wie etwa regionale Lockdowns, aus.

Wann würde die Schweiz gemäss diesem Grenzwert also zum Risikoland? Die Schweiz hat rund 8,57 Millionen Einwohner. Wenn sich also innerhalb einer Woche 4285 Personen mit dem Coronavirus ansteckten, würde es zum Risikoland hochgestuft. Die täglich gemeldeten Neuinfektionen dürften also nicht über 612 steigen. Zuletzt wurden am 8. April in der Schweiz über 600 Fälle gemeldet.

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Aktuell stuft das RKI nur Schweden als Risikoland ein. bild: rki

Grenzwert 2: 30 Neuinfizierte pro 100'000 in 7 Tagen

Nicht überall in Deutschland gelten die gleichen Regeln. So drohen in Bayern oder in Berlin bereits Verschärfungen, wenn es 35 beziehungsweise 30 Neuinfizierte pro 100'000 Personen innerhalb von sieben Tagen gibt. Letzteres würde für die Schweiz bedeuten, dass sich nicht mehr als 2'571 Personen pro Woche mit dem Coronavirus infizieren dürfen. Pro Tag entspricht das 367 Neuinfektionen.

Grenzwert 3: 16 Neuinfizierte pro 100'000 in 14 Tagen

Nun gibt es aber noch einen weitaus tieferen Grenzwert, der diese Woche die Runde machte. Am Dienstag entschied die EU nämlich, dass lediglich Staatsangehörige aus 14 aussereuropäischen Ländern wieder einreisen dürfen. Bürgerinnen und Bürger aus den USA dürfen etwa weiterhin nicht einreisen.

Entscheidend für die Lockerung der Einreisebeschränkungen sei künftig vor allem die Zahl der Covid-19-Neuinfektionen der vergangenen 14 Tage, hiess es aus Brüssel. Zudem sollen unter anderem der Trend im gleichen Zeitraum sowie der Umgang des jeweiligen Staates mit der Pandemie eine Rolle spielen.

Konkret ist vorgesehen, dass die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen zwei Wochen pro 100'000 Einwohner «nahe an oder unter» dem EU-Durchschnitt ist, der zuletzt bei 16 lag. Der Trend neuer Fälle im gleichen Zeitraum soll im Vergleich zu den vorherigen 14 Tagen «stabil oder abnehmend» sein.

Rechnen wir dies also für die Schweiz durch. Der EU-Durchschnitt ist hier dann übertroffen, wenn es innerhalb von zwei Wochen 1371 Neuinfektionen gibt. Pro Tag wären dies dann also ziemlich genau 98. Diese Zahl hat die Schweiz am Mittwoch bereits überschritten.

Der Trend ist zum Vergleich der vorherigen 14 Tagen im grosszügigsten Fall als «stabil» zu bezeichnen. Abnehmend ist er sicher nicht, eher «zunehmend».

Wie der Rat der EU gestern mitteilte, soll die Einreiseliste alle zwei Wochen überarbeitet werden, das nächste Mal also Mitte Juli. Gehen die Neuansteckungen in den kommenden Tagen nicht zurück und wendet die EU bei der Schweiz die gleichen Regeln wie bei der USA an, dann könnten die geplanten Auslands-Sommerferien ins Wasser fallen.

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