Salmonellen schneller als Bund: Käsewarnung erst nach vier Tagen
Eine Luzerner Käserei fand kurz vor Ostern Salmonellen in einem Weichkäse, wie der «Tages-Anzeiger» berichtete. Am Karfreitag rief die Käserei Landbrügg ihr gesamtes Käsesortiment zurück. Migros und Coop verbreiteten die Warnung am selben Tag, der Bund erst am Dienstag – vier Tage später.
Nach einer Infektion mit Salmonellen kommt es meist innerhalb von 6 bis 72 Stunden zu heftigem Durchfall. Für geschwächte und ältere Menschen sowie für Kleinkinder kann dies schnell gefährlich werden.
Verantwortlich für Rückrufe seien Hersteller, Importeure und Verkäufer. Sie melden sich beim zuständigen kantonalen Amt, welches wiederum den Bund informiert. Gemäss Susanne Losio, stellvertretende Luzerner Kantonschemikerin, erfolgte die Meldung des Rückrufs an den Bund bereits am Karfreitag, wie sie im «Tages-Anzeiger» erklärt.
Beim Bund entstünden keine Verzögerungen, sagt Mediensprecherin Yasmin Matthys des Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) dem «Tages-Anzeiger». Bei akuten Gesundheitsrisiken veröffentliche das BLV umgehend eine Warnung.
Verzögerung kein Einzelfall
Laut dem «Tages-Anzeiger» sei es nicht das erste Mal, dass sich das BLV mit Rückrufen Zeit lasse. Auch im internationalen Vergleich scheint der Bund eher langsam zu reagieren, wie das Beispiel der Babymilch mit Spuren des Giftstoffs Cereulid zeigt. Dabei griff der Bund erst Wochen nach anderen Länder ein.
Braucht ein effizienteres System
Konsumentenschützerin Sara Stalder kenne das Problem und kritisiere es schon lange. Im «Tages-Anzeiger» fordert sie ein effizienteres System. Sie hofft auf das Abkommen zur Lebensmittelsicherheit mit der EU, welches Teil der Bilateralen III ist. Laut dem «Tages-Anzeiger» sehe auch das BLV sehr positive Auswirkungen auf die Verzögerungen, sollte das Abkommen zustande kommen. (nil)
