Schweiz
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Ein Patient niesst in Berlin am 14. Januar 2005 in einTaschentuch.  Alle Jahre wieder erwarten die Mediziner in diesem Winter eine Grippewelle, bei der Husten und Schnupfen auftreten koennen. (KEYSTONE/AP Photo/Roberto Pfeil)

Fast 100‘000 Praxis-Besuche seit Winterbeginn: Der Schweiz droht eine der schwersten Grippeepidemien der letzten 10 Jahre.
Bild: AP

Schon mehr als 100'000 Infizierte: Der Schweiz droht eine schwere Grippe-Epidemie

Die Grippe hat die Schweiz fest im Griff. Besonders in den vergangenen zwei Wochen hat die Zahl der Infizierten stark zugenommen.



Allein im Februar haben 47'250 Menschen mit Grippesymptomen einen Arzt aufgesucht. Das zeigen die neusten Zahlen des Bundesamtes für Gesundheit, die von der «Schweiz am Sonntag» publiziert wurden.

Insgesamt registriert das BAG fast 100‘000 Praxis-Besuche seit Winterbeginn. «Wir verzeichnen eine mittelstarke Grippeepidemie», sagt Daniel Koch, Leiter der Abteilung Übertragbare Krankheiten beim BAG zur Zeitung «Schweiz am Sonntag».

Aber: «Nehmen die Infektionen weiter so stark zu wie im Februar, könnten wir eine der schwersten Grippeepidemien der letzten 10 Jahre erleben.»

Junge Menschen am schwersten betroffen

Bereits letztes Jahr war die Grippe besonders hartnäckig. Damals gingen während des ganzen Winters 276‘000 Menschen wegen der Infektionskrankheit zum Arzt.

Doch da nie alle Erkrankten Hilfe suchen, weiss auch das BAG nicht, wie viele Personen tatsächlich die Grippe haben oder hatten.

«In Wirklichkeit dürften es x-mal mehr sein, als wir erfassen», sagt Koch. Am stärksten betroffen sind aktuell junge Menschen. Gegen die Influenzaviren geimpft hatten sich diesen Herbst rund 1,2 Millionen Menschen.

«Vor allem bei den über 65-Jährigen stellen wir eine höhere Akzeptanz als noch vor ein paar Jahren fest», sagt Koch.

So sind mittlerweile über 60 Prozent der Senioren geimpft. «Das ist erfreulich, doch es reicht noch nicht, um vor allem die sehr alten und schwachen Menschen zu schützen.»

Wichtig sei, dass sich sämtliche Bezugspersonen von Hochaltrigen impfen. Also angefangen vom Pflegepersonal über die Coiffeuse bis hin zum Enkelkind. «Die Vorbehalte sind hierzulande allerdings noch immer gross.» So hat die Schweiz eine der tiefsten Impfraten in Europa.

Unverständlich für Koch ist vor allem, dass nur knapp 20 Prozent des Gesundheitspersonals geimpft sind.

Die Folge der niedrigen Impfrate: Jedes Jahr müssen bis zu 5000 Grippekranke ins Spital. 1500 Menschen sterben. (az)

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    Alle Leser-Kommentare
  • ostpol76 22.02.2016 00:25
    Highlight Highlight Naja.... 1 Tag Selbstverteidigungkurs. Da wird bei denen nicht viel hängen bleiben.
  • Martin1610 21.02.2016 18:06
    Highlight Highlight Moin, ich lese jeden Tag watson aber der Artikel haut mich von den Socken! Gibt's nebenher 'n bissel Knete von der Pharmaindustrie? 😃 Wenn überhaupt sollten sich Bezugspersonen von Frühchen und Säuglingen impfen lassen damit den Kleinen das erspart bleibt.
    • Ignorans 21.02.2016 21:23
      Highlight Highlight Wenigstens mal keine Wahlpropaganda...
  • giguu 21.02.2016 17:02
    Highlight Highlight warum gehen leute wegen einer grippe zum arzt? ich habe jeden winter grippe, trinke tee und bin 4-5 tage später wieder fit. wozu zum doktor rennen? vielen dank all denen, die unsere kk prämien damit in die höhe treiben. trinkt tee und schluckt meinetwegen medis! bald kann man sich die prämie nicht mehr leisten, wenn das so weitergeht!

    ach gott, ich höre mich an, wie ein wutburger, sorry :)
    • Be3 21.02.2016 17:56
      Highlight Highlight Ich kann mich nicht erinnern wann ich das letzte mal ne Grippe hatte und erst recht nicht wann ich das letzte mal wegen ner Erkrankung beim Arzt war.
      ABER, falls mich die Grippe trotzdem wieder mal erwischt, muss ich wohl oder übel zum Arzt. Die meisten Arbeitgeber verlangen nämlich ab dem dritten Tag ein Arztzeugnis. Und eine richtige Grippe (nicht einfach ne Erkältung/Schnupfen) dauert nun mal 7-14 Tage.
  • Maya Eldorado 21.02.2016 16:42
    Highlight Highlight Ach, immer diese Grippe-Hysterie.
    Ich werde nun diesen Sommer 69 und habe mich noch nie gegen Grippe impfen lassen - und das wird auch so bleiben.
    Ich hatte in meinem Leben schon etwa gefühlte 2 oder 3 mal die Grippe. Die Bettruhe hat mir gut getan.

    Wenn ich alt und schwach bin, habe ich nichts gegen eine Grippe einzuwenden, die mich vielleicht für immer einschlafen lässt.
    Ich will nicht selbstbestimmt meinen Tod bestimmen. Ich will aber auch nicht im Alter um jeden Tag kämpfen zur Lebensverlängerung.
    Das Schicksal hat schon seinen Sinn. Und ich möchte mich dem nicht entgegenstellen.
    • xBLUBx 21.02.2016 17:46
      Highlight Highlight Soso. Als Folge der niedrigen Impfrate gibt es die Toten und Kranken. Folglich sind alle nicht geimpften die Täter. Komisch nur, dass selbst Geimpfte die Grippe bekommen können. Grundsätzlich bin ich für das Impfen - aber wenn ich solchen Mist lesen muss, wirds mir übel.
    • xBLUBx 21.02.2016 17:49
      Highlight Highlight Sorry Maya - die Post soll nicht an Dich gehen. Ich war nur unfähig in den Hauptstrang zu posten.
    • Tanja Assadian 24.02.2016 11:10
      Highlight Highlight Ich arbeite in der Geriatrie.
      Eine echte Grippe lässt keinen Menschen friedlich einschlafen.
      Es ist eine elende Qual.
      Die meisten Menschen verwechseln eine simple Erkältung mit einer Grippe.
      Ich habe schon viele Menschen ganz elend an Grippe sterben sehen.

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