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Medically trained personnel place the cotton swab in a solution for a Corona rapid test after the swab has been taken in Berlin, Germany, Thursday, Feb. 18, 2021. (Kay Nietfeld/dpa via AP)

Bild: keystone

Erste indische Virusmutation in der Schweiz festgestellt: Was wir wissen und was nicht



In der Schweiz ist der erste Fall einer Infektion mit der Coronavirus-Mutation B.1.617 aus Indien aufgetaucht. Hier ein Überblick, was bisher zu dem Fall bekannt ist – und was noch nicht.

Was wir bisher wissen

Woher stammt die Probe?

Wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Samstag bekanntgab, handelt es sich bei der betroffenen Person um einen Passagier, der via eines Transitflughafens eingereist ist.

Die Probe mit der indischen Coronavirus-Mutation stammt demnach von Ende März und wurde an der ETH-Basel sequenziert. Die Passagierin oder der Passagier sei aus einem europäischen Land als Transitpassagier in die Schweiz eingereist.

Gemäss Blick stammt die Probe aus einem Abstrich aus Solothurn. Tanja Stadler, Biostatistikerin der ETH, hat das BAG am Freitag über den Fund informiert. Dieser war laut ihrer Aussage nur eine Frage der Zeit. «Wir stellen eine sehr hohe Zirkulation des Virus auf der ganzen Welt fest. Und je zahlreicher es zirkuliert, desto grösser ist die Gefahr, dass bedenkliche Mutationen entstehen und sich verbreiten», zitiert der Blick die Forscherin.

Wie reagiert das BAG?

«Die Konsultation darüber läuft, Indien auf die Liste der Risikoländer zu setzen», schrieb das BAG auf Twitter. Der Grund sei die schnelle Ausbreitung der Variante im Land, teilte das BAG auf Anfrage mit. Indien sei bereits auf der Liste des Staatssekretariats für Migration (Sem). Das bedeute, dass nur Schweizer Bürgerinnen oder Bürger oder Personen mit Aufenthaltstitel aus Indien einreisen dürften.

Wie reagieren andere Länder?

In Deutschland gilt nach Angaben der Nachrichtenagentur DPA ab Montag ein weitgehendes Einreiseverbot für Menschen, die sich zuvor in Indien aufgehalten haben.

Wie ist die Lage in Indien?

Indien erreichte am Freitag den zweiten Tag in Folge einen weltweiten Höchstwert an Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Innerhalb von 24 Stunden wurden 332'730 Corona-Fälle erfasst – so viele wie in keinem anderen Land der Welt an einem Tag zuvor. Damit haben sich innert vier Tagen mehr als eine Million Menschen in Indien mit dem Virus infiziert.

Schuld daran dürfte eine verbreitete Sorglosigkeit sein, hiess es. Es gab lange Massenveranstaltungen für anstehende Regionalwahlen und religiöse Feste, bei denen Menschen weder Masken trugen noch Abstand hielten. Aber auch Virusmutationen dürften eine Rolle spielen.

Was wir noch nicht wissen

Variante unter Beobachtung

Nach Angaben des BAG vom Samstag gibt es derzeit noch keine genauen Informationen über die Auswirkungen auf die Übertragbarkeit, Reinfektionen, Durchbruchsinfektionen oder die Schwere der Infektion. Entsprechende Abklärungen liefen, hiess es. Die indische Variante B.1.617 steht zurzeit bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter Beobachtung.

Bisher zu wenig bekannt

Am Dienstag sagte Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit beim BAG, vor den Medien, die indische Virusvariante sei von internationalen Behörden noch nicht bewertet worden. Sie sei potenziell immun-invasiv. Man wisse zurzeit noch zu wenig darüber, um bereits Massnahmen wie ein Einreiseverbot zu evaluieren. Gesundheitsminister Alain Berset erklärte, es gebe derzeit keine Direktflüge zwischen Indien und der Schweiz. (viw/sda)

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«Bleiben Sie zuhause!»: Corona in der Schweiz in Zitaten

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«Bleiben Sie zuhause!»: Corona in der Schweiz in Zitaten
quelle: keystone / peter klaunzer
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