Schweiz
Gesundheit

Bund soll Tarife für Laboranalysen weiterhin selbst festlegen

Bund soll Tarife für Laboranalysen weiterhin selbst festlegen

27.08.2024, 13:12
Mehr «Schweiz»

Auch künftig soll der Bund festlegen, wie viel die Krankenkassen für Laboranalysen zahlen müssen. Die zuständige Ständeratskommission hat sich gegen einen Systemwechsel ausgesprochen, wonach neu die Tarifpartner das letzte Wort hätten.

Eine Frau bei der Arbeit in einem Labor. (Symbolbild)
Eine Frau bei der Arbeit in einem Labor.Bild: KEYSTONE

Wie die Parlamentsdienste am Dienstag mitteilten, beantragt die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Ständerats (SGK-S) mit 7 zu 5 Stimmen, nicht auf die entsprechende Vorlage des Bundesrats einzutreten. Diese stützt sich auf eine 2018 vom Parlament angenommene Motion der SGK-S. Der Ständerat entscheidet voraussichtlich im September als Erstrat über die Vorlage.

Damals sah die Kommission vor, die Kompetenz zur Aushandlung der Tarife für Laboranalysen, die im Rahmen ambulanter Behandlungen durchgeführt werden, an die Tarifpartner zu übertragen. Derzeit wird die Liste der Analysen, die von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) übernommen werden, einschliesslich der Tarife vom Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) erlassen.

In der Zwischenzeit hat der Wind in der Ständeratskommission gedreht: Nach Auffassung einer Mehrheit würde die Übertragung der Kompetenzen an die Tarifpartner zu grossen Komplikationen führen, wie es in der Mitteilung hiess. Ein Systemwechsel würde insbesondere das Risiko bergen, dass die Tarifverhandlungen aufgrund der bestehenden Divergenzen zwischen den zahlreichen beteiligten Akteuren blockiert würden.

Weiter verwies die Kommission auf laufende Arbeiten zur Kostendämpfung im Bereich der Laboranalysen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) führt derzeit eine gründliche und differenzierte Prüfung aller Tarife in der Analyseliste durch. Als Übergangslösung wurden ab dem 1. August 2022 alle Tarife um zehn Prozent gesenkt, mit Ausnahme der für Hausärzte besonders wichtigen Schnelltests. (saw/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1
    «Gezielte Zerstörung»: Schweizer Forscher finden spezielles Protein im Coronavirus
    Forscher der Universität Bern haben entdeckt, wie das Coronavirus menschliche Zellen manipuliert, um sich zu vermehren. Diese Studienerkenntnisse können zu neuen antiviralen Medikamenten gegen Corona führen.

    Das Coronavirus ist noch nicht verschwunden, für Hochrisikopatienten ist es weltweit weiterhin eine Gefahr. Die Veränderungen im Erbgut des Virus führen zu schnellen Veränderungen und zur Überwindung der Wirksamkeit von Impfstoffen und Medikamenten, die immer wieder angepasst werden müssen.

    Zur Story