Schweiz
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Werbeverbot für Babynahrung: SP sagt Muttermilch-Ersatz den Kampf an



Women breastfeed during a demonstration in support of breastfeeding in public, in Buenos Aires, Argentina, Saturday, July 23, 2016. The rally was organized after a woman was ejected last week from a public park by municipal police officers after she refused to stop breastfeeding her child. (AP Photo/Agustin Marcarian)

Stillen soll gefördert werden, findet SP-Nationalrätin Yvonne Feri – Demonstration von stillenden Müttern in Buenos Aires. Bild: AP/AP

Kalzium, Antikörper, Abwehrenzyme: Muttermilch enthält wichtige Nährstoffe- und Abwehrstoffe für Säuglinge. Ausserdem senkt sie das Risiko von Erkrankungen bei Mutter und Kind. 

Der Bund empfiehlt deshalb, das Kind in den ersten vier bis sechs Monaten ausschliesslich zu stillen. Danach soll nach Möglichkeiten weiter bis zum 12. Monat gestillt werden.  

Mit einer Werbebeschränkung für Muttermilchersatz-Produkte will die Weltgesundheitsorganisation WHO erreichen, dass das Stillen gefördert wird. Die Schweiz hinkt dieser Vorgabe hinterher. Hierzulande ist das Bewerben von Babymilch-Produkten zwar ebenfalls eingeschränkt – allerdings nur für Produkte für Kinder bis zu einem Alter von sechs Monaten.

Die SP-Nationalrätin Yonne Feri will diese Regelung ausdehnen. Für Babymilch-Produkte soll neu eine Werbeeinschränkung bis zu einem Alter von 12 Monaten gelten. Das verlangt eine Motion, die die SP-Nationalrätin mit der Unterstützung zahlreicher anderer Politiker vergangene Woche eingereicht hat.

Feri betont, dass es ihr nicht darum gehe, Eltern vorzuschreiben, wie sie ihre Kinder ernähren sollen. «Es liegt in der Eigenverantwortung der Mutter, ob sie stillen will oder nicht, sei dies aus persönlichen, beruflichen oder familiären Gründen.» Allerdings soll keine Mutter durch Werbung davon abgehalten werden, ihr Kind zu stillen.

epa05051996 Aptamil baby formula cans at a production line of Danone Nutricia Early Life Nutrition division, in Cuijk, The Netherlands, 02 December 2015. French company Danone is building a new factory for the production of baby food in the Dutch city of Cuijk, with an investment of 240 million euros.  EPA/JERRY LAMPEN

Weniger Werbung für Muttermilch-Ersatz-Produkte, fordert SP-Nationalrätin Feri. Bild: EPA/ANP

Man habe das Gespräch mit den Produzenten von Babymilch gesucht, sagt Feri, sei aber auf taube Ohren gestossen. «Eine gesetzliche Ausweitung der Werbebeschränkung ist das letzte Mittel.»

SP-Nationalraetin Yvonne Feri nach der verlorenen Wahl in den Aargauer Regierungsrat, am Sonntag, 23. Oktober 2016, in Aarau. (KEYSTONE/Walter Bieri)

SP-Nationalrätin Yvonne Feri. Bild: KEYSTONE

Die Hersteller wehren sich gegen eine Werbeeinschränkung. Man habe zwar Verständnis dafür, dem Stillen gesundheitspolitisch den Vorzug zu geben, schreibt der Verband Swiss Infant Nutrition Association (Sina), bei dem alle grösseren Hersteller von Babymilch vertreten sind. Allerdings dürfe dies nicht auf dem Weg einer Diskriminierung geschehen. 

Überdies spielten gemäss Einschätzung des Verbands andere Faktoren, wie zum Beispiel der auf vier Monate beschränkte Mutterschutz, eine viel grössere Rolle dafür, dass Mütter mit dem Stillen aufhören.

Feri ist sich der Problematik der Vereinbarung von Mutterschaftsrurlaub und Stillförderung bewusst. Sie sieht darin aber keinen Widerspruch, das Arbeitsgesetzt enthält die notwendigen Vorschriften. «Man kann gleichzeitig gegen Werbung für Muttermilch-Ersatz und für einen bessern Mutterschutz sein – die Wahlfreiheit der Mütter ist wichtig und richtig.»

Du glaubst, das ist nur Baby-Gebrabbel? Du hast ja keine Ahnung!

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35Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • JoJodeli 19.09.2017 18:37
    Highlight Highlight Ich finde es viel schlimmer dass Müttern die nicht stillen können oder wollen, ein so schlechtes Gewissen gemacht wird und sich diese oft unbegründet Vorwürfe machen wenn es nicht klappt. Stillen kann sehr anstrengend, frustrierend und kräftezehrend sein. Es ist ein Glück für solche Kinder dass es sichere und gute Alternativen in Form von Pulver gibt!
  • Lami23 19.09.2017 17:40
    Highlight Highlight Für alle die jetzt hier sagen, dass sich stillende Mütter davon nicht beeinflussen lassen: Das würde ja implizieren, dass Werbung nicht funktioniert und dass das nicht stimmt, zeigen ja diverse Beispiele...
    • Menel 19.09.2017 19:19
      Highlight Highlight Genau! Darum sind ja auch Werbungen für Zigaretten verboten und das für Spirituosen stark eingeschränkt. Bei der Einschränkung der Spirituosen-Werbung sieht man auch gut, mit welchen psychologischen Tricks gearbeitet wird, denn bei dem Bewerben von Spirituosen darf es nur um das Produkt gehen und kein zB. Lebensgefühl vermittelt werden.
    • Lami23 19.09.2017 21:40
      Highlight Highlight Was bedeuten die Blitzer?
    • Menel 19.09.2017 22:02
      Highlight Highlight Das viele nicht wahrhaben wollen, dass freier Wille eine Illusion ist 😄
    Weitere Antworten anzeigen
  • Thinktank 19.09.2017 16:43
    Highlight Highlight Sind die Frauen so unselbständig und beeinflussbar? Wieder mal eine typisch linke Bevormundungsaktion. Es fehlen noch Bilder von toten Babies auf den Verpackungen. Was ist wenn Muttermilch gar nicht gesünder ist oder notwendig wenn das Kind nicht trinkt?
  • Bolly 19.09.2017 16:42
    Highlight Highlight Es sollte jeder Mutter erlaubt sein was für sich und dem Baby am Besten ist. Ich wollte bei beiden Kinder länger stillen, beide hatten Mühe damit klar zu kommen. Habe mich jeweils 3 Monate Tag und Nacht hingegeben. 2x Brustentzündung mit Fieber eingefangen. Das Resultat, musste umstellen auf Shoppen, und mein Busen ist jetzt hin!!!!! Gefühle nix mehr da. Was habe ich davon auch nichts mehr. Wenn ich das gewusst hätte, von Anfang an Ersatz genommen. So war es nur ne Plaggerei und viel Stress. Tränen warum es nicht geht, usw. Mit den Folgen muss ich jetzt leben. ☹️ das sind Probleme.
    • Raphael Stein 20.09.2017 14:21
      Highlight Highlight @Bolly,

      leider habe ich deine Bemerkung viel zu spät gesehen.
      ...und mein Busen ist jetzt hin!!!!! Gefühle nix mehr da.

      War da niemnad der dich beraten hat?
  • John Smith (2) 19.09.2017 16:13
    Highlight Highlight Bevor ich die Kommentare gelesen habe, habe ich eine Wette mit mir selbst abgeschlossen. Ich habe sie gewonnen.

    Ich finde das Werbeverbot gut. Manche Verhaltensweisen sollten einfach nicht beworben werden dürfen. Wer schöppeln muss, weil sie nicht anders kann (oder von mir aus auch einfach will), die findet das passende Produkt auch ohne Werbung.
  • danbla 19.09.2017 15:46
    Highlight Highlight Sonst hat die keine Probleme, oder was?
  • Maranothar 19.09.2017 15:40
    Highlight Highlight Sind das wirklich die Probleme die wir jetzt lösen müssen?
  • T0815 19.09.2017 15:05
    Highlight Highlight Es gibt Mütter, die können nicht stillen, wir mussten bei unserer Tochter auch nach "schöppele". Ob jetzt wirklich eine Mutter früher mit stillen aufhört, nur weil sie die Werbung für eine Ersatzmilch gesehen hat... ich zweifle...
  • lilW 19.09.2017 14:57
    Highlight Highlight Lasst es doch so, wie es ist! Man hat jetzt schon genug Gewissensbisse, wenn man auf Schoppenmilch umstellt und dann kommt noch die herrschende Unsicherheit, welches Produkt für sein Kind am besten ist. Nach einigen Monaten interessiert sich das Kind für Essen vom Tisch und etwa zu dieser Zeit ist Werbung doch voll Ok.
  • Goldbach 19.09.2017 14:07
    Highlight Highlight Dieses Werbeverbot wäre wirkungslos.
    Diese Werbeverbot ist medizinisch unbegründet. Die Muttermilch enthält mehr Schadstoffe, als Muttermilchersatzprodukte.
    Bei Suchtkranken Müttern ist stillen schädlich.
    Für arbeitstätige Mütter ist Stillen ein so grosser Stress, dass die Milch schier schon in den Brüsten sauer wird.
    Der Vorschlag für diese Werbeverbot ist eine Unmündigkeitserklärung des Bürgers. Das ist die typisch sozialistische Attitüde der SP gegenüber ihren Wählern: Bürger sollen dressiert und bevormundet werden. Darum wählt nie die SP!
    • Menel 19.09.2017 15:15
      Highlight Highlight Ist nicht Werbung eine Bevormundung? Wenn wir alle so mündig sind und Werbung nicht funktioniert, wieso gibt es dann Werbung?
    • satyros 19.09.2017 16:08
      Highlight Highlight So sehr mich dieser Vorstoss nervt: Das ist eine Person und nicht die ganze Partei. Und der Vorstoss hat etwa den gleichen Einfluss auf mein Leben, wie der sprichwörtliche Sack Reis in China.
    • MasterPain 19.09.2017 17:02
      Highlight Highlight Goldbach = Rickli, oder?

      😂
    Weitere Antworten anzeigen
  • Miicha 19.09.2017 14:01
    Highlight Highlight Boa sind die bescheuert. Es gibt nunmal auch Mütter die nicht stillen können, es reicht schon überall zu lesen, dass es das beste fürs Kind ist.
  • who cares? 19.09.2017 13:50
    Highlight Highlight Ich spreche jetzt jeder Mutter die geistige Kapazität zu, sich nicht durch Babymilchwerbung gegen Stillen beinflussen zu lassen.

    Ich finde man sollte eher bei Werbungen mit zweifelhaften Versprechen ansetzen. Also irgendwelche Antifalten-cremes und solche die angeblich den Bauchumfang verkleinern sowie "probiotische" Joghurts oder Abnehmpillen. Die sind meiner Meinung nach die grösseren Übel.
  • Wald Gänger 19.09.2017 12:11
    Highlight Highlight Die ewig gleiche SP-Leier: Wir wollen ja niemandem Vorschriften machen, tun es aber trotzdem...

    Und welche Mutter wird durch Werbung von irgendwas abgehalten? Fällt diesen Müttern immer wenn sie gerade stillen wollen ein Werbeplakat auf den Kopf?
    Ausserdem redet doch die SP die ganze Zeit von der Selbstbestimmung der Frauen. Sollte es da nicht auch die freie Wahl der Frauen sein, ob sie wunde Brustwarzen toll finden oder nicht?
    • Menel 19.09.2017 15:18
      Highlight Highlight Mir ist der SP-Vorstoss total egal, aber wenn ich so Sachen lese, dann frage ich mich; wenn das stimmt, was sie über die Selbstbestimmung sagen, wieso gibt es dann überhaupt noch Werbung?
    • Menel 19.09.2017 21:34
      Highlight Highlight Ich weiss nicht, aus welchem Bereich sie kommen, aber ich weiss aus der Forschung, wie unfrei unser Wille ist und wie wenig Ahnung wir über uns selbst haben.
      Wir wissen zwar, was wir wollen, aber wir wissen kaum wieso.
    • Menel 19.09.2017 22:41
      Highlight Highlight Das in unserer Umgebung hat aber meistens mit unserer Realität zu tun. Einfach mal überlegen, was man konsumieren würde, wenn man nicht ständig von den Medien berieselt würde. Was für ein Bild von uns, wie wir sein sollten, müssten um glücklich zu sein, wird über die Medien transportiert. Was wäre, wenn es das nicht gäbe? Was für Bedürfnisse, Wünsche (konsumtechnisch gesehen) hätten wir dann? Damit beantwortet sich jeder selbst diese Frage.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Butzdi 19.09.2017 11:46
    Highlight Highlight Wieder Mal wollen die Alternaiven Frauen an den Pranger stellen, die zuwenig oder keine Muttermilch haben und ihnen Zugang zu Infos verwehren. Klar kann man sich die Infos selber besorgen, aber die 'Rabenmutter'-Message ist klar. Alle Kinder die ich kenne - inkl meiner eigenen - welche mit Pulvermilch aufgezogen wurden weisen weder psychische noch physische Störungen vor.
    • Gondeli 19.09.2017 16:56
      Highlight Highlight Ich kenne ein paar... Die sind jetzt SCB Supporter ;)
  • satyros 19.09.2017 11:40
    Highlight Highlight "Allerdings soll keine Mutter durch Werbung davon abgehalten werden, ihr Kind zu stillen." Wie soll das genau funktionieren? Mutter will stillen und wird von der Werbung davon abgelenkt und vergisst es?
    • Menel 19.09.2017 15:24
      Highlight Highlight Nein, so funktioniert Werbung doch nicht. Werbung will nicht ihre Meinung auf einen Schlag ändern. Werbung will, dass sie in Form von Bildern und Emotionen in ihren Kopf gelangt. Sie will, dass sie bei nächsten kognitiven Prozessen im impliziten Gedächtnis aufpoppt. Sie haben beim nächsten Einkaufen dann immer noch das Gefühl, aus freiem Wille das eine oder andere Produkt gekauft zu haben, weil sie zu den Kaufentscheidungen im impliziten Gedächtnis gar keinen bewussten Zugriff haben 😉
      Werbung will nur, dass sie über eteas nachdenken, am besten unbewusst.
    • satyros 19.09.2017 16:05
      Highlight Highlight Ich finde einfach das Wort "abhalten" etwas fehl am Platz, wenn gleichzeitig die WHO, das Bundesamt für Gesundheit und dutzende NGO millionenschwere Kampagnen für das Füttern mit Muttermilch fahren. Etwas, das wohl von allen ÄrztInnen und Hebammen, Grossmüttern und dem gesamten sozialen Umfeld propagiert wird.

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