Schweiz
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Santésuisse: Gesundheitskosten per Ende März um 5 Prozent gestiegen



Die Direktorin des Krankenkassenverbandes Santésuisse, Verena Nold, erwartet keine Anhebung der Prämien im kommenden Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie. (Archivbild)

Verena Nold. Bild: KEYSTONE

Die Gesundheitskosten in der Schweiz sind nach Angaben des Krankenkassenverbandes Santésuisse im ersten Quartal überdurchschnittlich gestiegen. Für die Bewältigung der Pandemie sei bei den Krankenkassen aber genügend Geld vorhanden.

Die Krankenkassen verfügten über Reserven von acht Milliarden Franken, mit denen sich Zusatzkosten der Corona-Krise finanzieren liessen, erklärte Santésuisse-Direktorin Verena Nold in einem Interview mit dem «SonntagsBlick». Diese Summe entspreche drei bis vier Monatsprämien.

«Wenn keine zweite Infektionswelle kommt, werden die Kassen ihre Geldreserven nicht aufstocken müssen», sagte Nold. Den Einfluss des Coronavirus auf die Gesundheitskosten kenne man noch nicht. Tatsache sei, dass von Januar bis März 2020 die Kosten im Schweizer Gesundheitswesen um fünf Prozent gestiegen seien. Im Schnitt der letzten 20 Jahren habe der Anstieg in diesem Zeitraum zwischen drei und vier Prozent betragen.

Höhere Prämien für 2021 vermeiden

Die grössten Kostentreiber sind laut Nold die Pflegeheime, Physiotherapien und ambulanten Spitalaufenthalte. Kostenmässig besonders stark zu Buche schlagen Intensivbehandlungen. Belege ein Corona-Patient während zwei bis drei Wochen ein Intensivmedizinbett, könne das bis zu 120'000 Franken kosten.

Für die Krankenversicherer stünden die Kosten aber nicht an erster Stelle, betonte Nold. Sie wollten einen Beitrag zur Bewältigung der Krise leisten und die Menschen wegen des Coronavirus nicht noch zusätzlich finanziell belasten. Höhere Prämien für das kommende Jahr sollen wenn immer möglich vermieden werden.

Aufgrund der Corona-Krise haben die Krankenkassen laut Angaben von Nold ihre Notfalldispositive hochgefahren. Man tue alles dafür, Rechnungen rasch zu beglichen, Konsultationen via Video zu möglichen und Kostengutsprachen schnell zu erteilen, betonte Nold. Für ganz teure Medikamente gebe es beispielsweise im Normalfall vertiefte Prüfverfahren über deren medizinische Notwendigkeit. Dieser Prozess werde jetzt beschleunigt und im Zweifelsfall werde von den Versicherungen bezahlt.

Schutzmaterialien und Pflichtlager für Medikamente

Als eine Lehre aus der Corona-Krise muss laut Nold in Zukunft garantiert sein, dass in der Schweiz die notwendigen Schutzmaterialien vorhanden sind. Ausserdem seien Pflichtlager für Medikamente zentral. Die Krise habe gezeigt, dass ein hohes Preisniveau bei den Medikamenten die Schweiz nicht gegen eine mögliche Knappheit schütze. Vereinzelt sei es zu Versorgungsengpässen gekommen. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • benn 10.05.2020 16:51
    Highlight Highlight Na ja das kennen wir ja, der selbstbedienungsladen bleibt geöffnet, langt kräftig zu!
    • Amboss 10.05.2020 22:55
      Highlight Highlight Dass es ein Selbstbedienungsladen ist, ja, dem kann man zustimmen. Etwas bös formuliert vielleicht, aber nicht falsch...

      Aber wie man den Selbstbedienungsladen schliessen, regulieren, eindämmen kann, ist eben nicht so einfach. Darüber haben sich schon viele kluge Leute den Kopf zerbrochen... Händ es einfache Lösungen, man hätte sie doch schon längst gefunden...
    • Jürg Müller - Der Katzenmann 11.05.2020 05:08
      Highlight Highlight Amboss: Einheitskrankenkasse, vielleicht?
    • Amboss 11.05.2020 05:48
      Highlight Highlight @Müller: vielleicht auch nicht... Wo soll da das Einsparpotenzial sein...? Knapp 5% der Prämien fliesst in die Verwaltung. Selbst wenn die Einheitskasse da ein bisschen billiger ist (ob sie das ist, ist völlig offen) macht das am Schluss nur ein paar Rappen aus...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lotta_80 10.05.2020 11:44
    Highlight Highlight "Höhere Prämien, könnt ihr mich höören?"😏
  • imposselbee 10.05.2020 11:01
    Highlight Highlight Kann ja der Bund ein paar Milliärdchen reinpumpen, so what?

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