Schweiz
Graubünden

Ex-Bischof Huonder beigesetzt

Le cerceuil de l'eveque emerite de Coire, Monseigneur Vitus Huonder, est photographie lors d'une ceremonie pour ses funerailles ce mercredi 17 avril 2024 a l'Eglise d'Econe de la F ...
Bild: keystone

Ex-Bischof Huonder beigesetzt – nicht dort, wo Bischöfe eigentlich die letzte Ruhe finden

17.04.2024, 15:4817.04.2024, 15:48

Der ehemalige Churer Bischof Vitus Huonder ist am Mittwoch in Ecône VS beigesetzt worden. Der Anfang April verstorbene Huonder hatte seinen Wunsch geäussert, neben dem Gründer der Priesterbruderschaft St. Pius X., Marcel Lefebvre, seine letzte Ruhe zu finden.

Normalerweise werden die Bischöfe von Chur vor der Kathedrale der Bündner Hauptstadt beigesetzt. 2022 hatte Bischof Huonder dem Bistum jedoch bereits seinen Wunsch mitgeteilt, nicht dort beigesetzt zu werden. Ein Wunsch, den er kurz vor seinem Tod gegenüber seinem Nachfolger Joseph Bonnemain bestätigte.

Laut dem Bistum Chur hatten die beiden Männer bei einem Treffen im Institut Sancta Maria der Bruderschaft St. Pius X. in Wangs SG, wo Huonder seit 2019 lebte, «offen über die bevorstehende Beerdigung gesprochen». Bischof Bonnemain hatte versichert, dass er diesen Wunsch respektieren werde, betonte jedoch, dass viele seine Wahl wahrscheinlich nicht verstehen würden.

Am Freitag soll in Chur dennoch eine Zeremonie zum Gedenken an den ehemaligen Bischof stattfinden. In Ecône versammelten sich am Mittwoch mehrere hundert Gläubige, um den ehemaligen Bischof auf seinem letzten Gang zu begleiten, wie ein vor Ort anwesender Journalist von Keystone-SDA berichtete.

Umstrittene Bruderschaft

Die Priesterbruderschaft St. Pius X. wurde 1970 von dem Franzosen Marcel Lefebvre in Ecône gegründet. Es handelt sich um eine erzkonservative Gruppierung, die sich von Rom abgespalten hat. Sie wurde in Frankreich häufig beschuldigt, Verbindungen zur extremen Rechten zu unterhalten.

Der Vatikan exkommunizierte Lefebvre 1988, weil er gegen den Willen Roms vier traditionalistische Bischöfe geweiht hatte. Papst Benedikt XVI. hob diese Strafe im Januar 2009, 18 Jahre nach dem Tod des französischen Kirchenmannes, auf. (sda)

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