Schweiz
Graubünden

Graubünden greift durch: Zwei Jungwölfe aus dem Beverin-Rudel geschossen

Graubünden greift durch: Zwei Jungwölfe aus dem Beverin-Rudel geschossen

02.08.2022, 08:2202.08.2022, 11:14

Die Bündner Wildhut hat in der Nacht auf Montag zwei Jungwölfe des Beverin-Rudels erlegt. Das Rudel hatte in der ersten Julihälfte auf zwei benachbarten Alpen eine Mutterkuh gerissen und eine weitere schwer verletzt. Zudem rissen die Beverin-Wölfe zahlreiche Schafe.

Bei den geschossenen Tieren handelt es sich um männliche Jungwölfe, wie das Amt für Jagd und Fischerei am Dienstag mitteilte. Die Wildhut konnte sie im Hinterrheintal auf der Stutzalp in unmittelbarer Nähe einer Schafherde erlegen. Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) hatte am 14. Juli auf Gesuch des Kantons Graubünden den Abschuss vorerst zweier Jungwölfe aus dem Rudel bewilligt.

Der Wolfschutz in der Schweiz wird nicht gelockert. (Archivbild)
Das Beverin-Rudel hat sich 2019 etabliert (Symbolbild)Bild: sda

«Die Abschussaktion war sehr personalintensiv», erklärte Arno Puorger vom Amt für Jagd und Fischerei gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Zwei Wochen lang seien Tag und Nacht mehrere Wildhüter vor Ort gewesen.

Der Abschuss gelang schliesslich wie erwünscht in der Nähe einer Nutztierherde. Dabei geht es um den Vergrämungseffekt. Die Wölfe sollen Herden mit Lebensgefahr assoziieren.

Die Wildhut überwacht das Streifgebiet des Beverin-Rudels weiterhin intensiv, insbesondere um die Grösse des diesjährigen Wurfes festzustellen. Sobald das klar sei, werde der Kanton beim Bafu ein Abschussgesuch für insgesamt die Hälfte der Jungtiere und das besonders auffällige Vatertier M92 einreichen, erklärte Puorger.

Abschuss des ganzen Rudels

Die Wildhut geht davon aus, dass der auffällige Leitwolf sein problematisches Verhalten an die Jungtiere weitergegeben hat. Das Ziel des Kantons Graubündens ist deshalb der Abschuss des ganzen Rudels. Das ist aber zur Zeit vom Gesetz her nicht möglich.

«Wir setzen uns beim Bund dafür ein, dass diese Möglichkeit geschaffen wird», erklärte der Grossraubtier-Spezialist. «Das Problem wird mit dem Abschuss einzelner Jungtiere nicht gelöst.» Das Beverin-Rudel zeige seit mehreren Jahren eine zunehmend konfliktträchtige Entwicklung.

Die beiden erlegten Wölfe werden nun für die pathologische Untersuchung an das Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin in Bern überführt. Die genetische Untersuchung wird am Laboratoire de Biologie de la Conservation der Universität Lausanne vorgenommen. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Dieser fettleibige Hund ist nach seiner Veränderung nicht wiederzuerkennen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Nationalrätin Giacometti tritt «glücklich» von der Politbühne ab
Nach sieben Jahren im Nationalrat ist die Bündner Nationalrätin Anna Giacometti (FDP) am Freitag offiziell verabschiedet worden. Im Interview mit Keystone-SDA spricht sie über die Gründe für den vorzeitigen Rücktritt, wieso das Ankommen in Bundesbern sich schwierig gestaltete, und was ihr überraschendster Moment war.
Anna Giacometti, wie fühlt es sich an, Ihre politische Karriere zu beenden?
Ich bin glücklich, weil ich weiss, dass ich zur richtigen Zeit die richtige Entscheidung getroffen habe. Ich gehe, bevor jemand anfängt zu denken: «Die könnte auch langsam mal gehen.» Ich habe von mehreren Leuten gehört, dass sie es bedauern. Ich bin wirklich sehr dankbar und geehrt, diese Erfahrung gemacht haben zu dürfen.
Zur Story