Superreiche aus der Golfregion flüchten in den Kanton Zug
Der steuergünstige Kanton Zug zieht Reiche und Firmen aus der Golfregion an. Wie der Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler gegenüber der Financial Times erklärt, interessierten sich vermehrt vermögende Privatpersonen und Unternehmen für eine Niederlassung im Kanton. «Wir verzeichnen einen Anstieg der Anfragen», sagt er. Man bedauere die Umstände, dennoch lasse sich nicht leugnen, dass Zug profitiere.
Der Gründer des Schweizer Vermögensverwalters Alpen Partners, Pierre Gabris, hilft Kunden aus dem Mittleren Osten, eine neue Niederlassung zu finden. «Jeder kennt Zug, selbst wenn man noch nie da war», sagt er zur «Financial Times». «Der erste Wunsch der Klienten ist fast immer Zug.»
Wohnungsnot verschärft Situation
Bewerbungen von Kundenbetreuern von US-Banken hätten sich vervierfacht und die Schlangen bei Wohnbesichtigungen wurden länger, heisst es im Bericht weiter. So sollen Wohnungsinteressenten am Tag der Besichtigung von Dubai in die Schweiz geflogen sein. Das verschärft die Situation auf dem ohnehin schon angespannten Wohnungsmarkt weiter.
Wegen des begrenzten Angebots würden Interessenten jedoch auch auf andere Kantone ausweichen, etwa das Tessin, wo die Nachfrage ebenfalls gestiegen sei.
Doch Anja Beck von Engel & Völkers in Zug warnt: «Man kann nicht einfach so auftauchen, selbst wenn man einen europäischen Pass hat.» Wer eine Wohnung will, muss beispielsweise einen Arbeitsvertrag vorlegen oder ein Unternehmen gründen. Solche Dinge brauchten Zeit.
Trotzdem rechnet man gerade im Tessin damit, dass dies erst der Anfang war und weitere Interessenten folgen werden. (vro)
