Schweiz
International

GLP fordert Hilfe von Schweizer Soldaten in der Ukraine

Zur Friedenssicherung: GLP fordert Entsendung von Schweizer Soldaten in die Ukraine

25.08.2025, 10:0025.08.2025, 16:59

Noch herrscht in der Ukraine seit dem Angriff Russlands Krieg – trotzdem werden bereits Pläne für die Zeit danach geschmiedet. Die grosse Frage dabei lautet: Wie kann im osteuropäischen Land dauerhafter Frieden bewerkstelligt werden? Diskutiert wird in diesem Rahmen auch die Entsendung ausländischer Soldaten in die Ukraine. Wie der Blick berichtet, fordert die GLP nun, dass auch die Schweiz dafür Truppen zur Verfügung stellen soll.

epa12238189 A Ukrainian soldier uses a tablet to review the evolution of an air alert for a Russian attack in Kyiv, Ukraine, 14 July 2025. The Kyiv Territorial Anti-Aircraft Defence team works from mo ...
Ein ukrainischer Soldat in der Nähe von Kiew.Bild: keystone

So finden insbesondere Mitglieder der jungen GLP, dass sich die Schweiz im Ukraine-Krieg bisher teilweise nicht richtig verhalten habe. Sie kritisieren etwa, dass die Schweiz keine Waffen aus Schweizer Produktion durch europäische Staaten liefern lassen will. Zudem seien auch die Sanktionen der EU nur zögerlich übernommen worden. «Und jetzt schwächt die Schweiz auch noch den Schutzstatus S, obwohl es in der Ukraine nirgends einen sicheren Ort gibt», so JGLP-Co-Präsident Gwenaël Richard gegenüber dem «Blick».

Gwenaël Richard GLP Grünliberale
JGLP-Co-Präsident Gwenaël Richard.Bild: grünliberale

Die Schweiz solle die Ukraine deswegen auf eine andere Art unterstützen, fordert Richard. Einerseits müsse man humanitäre Hilfe leisten, weiter sollen aber auch Schweizer Truppen im Rahmen einer Friedensmission in die ukrainische Grenzregion geschickt werden. Die Schweiz habe Erfahrungen mit solchen Aufgaben, so Richard.

Dabei spricht er den Einsatz der Schweizer Armee im Kosovo an, wo im Rahmen der vom UN-Sicherheitsrat beschlossenen friedensfördernden Militärmission KFOR seit 1999 rund 200 Schweizer Soldaten stationiert sind. «Wie im Kosovo sollte ein solcher Einsatz auf freiwilliger Basis sein», sagt Richard. «Die Schweiz könnte und sollte viel mehr tun.»

Die Rufe aus der GLP nach einem solchen Einsatz gehen über die Jungpartei hinaus. Auch Nationalrat Beat Flach hat ähnliche Ideen – der Aargauer habe für die Herbstsession einen entsprechenden Vorstoss vorbereitet, schreibt der «Blick». Konkret denkt er über Beobachtungsmissionen und Patrouillen in der Grenzregion von Schweizer Soldaten nach. «So würde die Schweiz dazu beitragen, die Sicherheit Europas zu stärken», sagt Flach.

Beat Flach, GLP-AG, an der Sommersession der Eidgenoessischen Raete, am Donnerstag, 5. Juni 2025 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Til Buergy)
Beat Flach sitzt für die GLP im Nationalrat.Bild: keystone

Auch in anderen Ländern wird bereits über die Entsendung von Truppen in die Ukraine zur Friedenssicherung diskutiert. Diverse EU-Länder wie Deutschland, Frankreich und Grossbritannien sollen gemäss US-Präsident Donald Trump bereit sein, Friedenstruppen in die Ukraine zu schicken. Die USA selbst schliessen einen solchen Einsatz eigener Soldaten bislang aus. (dab)

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161 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Sisyphus
25.08.2025 10:21registriert Dezember 2021
Soldaten zur Friedenssicherung in der Ukraine. Einige Schweizer Blauhelme sollen also an der Kampflinie platziert werden. Ich frage mich, wie naiv gewisse Politiker sind.
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MadPad
25.08.2025 10:43registriert Mai 2016
Die Leute die sowas fordern, sind meistens nicht mehr Militärdienstpflichtig oder untauglich.
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Sor diac
25.08.2025 10:59registriert März 2014
Ich finde das ehrlich gesagt keine dumme Idee. Wir sind nicht in der NATO und stellen keine Bedrohung dar für Russland. Es gibt auch keinen Grund, die Schweizer Soldaten zu ärgern, wie es bei zB deutschen Soldaten vielleicht eher der Fall wäre. Gleichzeitig sind wir neutral und glaubwürdig genug, Verstösse gegen ein Abkommen zu dokumentieren.
Und: Wir haben uns bisher feige aus allem raus gehalten, wir könnten ja auch mal einen Beitrag leisten.
Ich könnte mir schon vorstellen, dass dies einfacher zu akzeptieren wäre für Russland, als NATO Soldaten direkt an der Front.
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