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In Buchs SG tauchen vermehrt afghanische Migranten auf – und verschwinden wieder

17.11.2021, 13:3917.11.2021, 14:28

Am Grenzbahnhof Buchs SG haben die illegalen Einreisen von afghanischen Migranten stark zugenommen. Der St. Galler Sicherheits- und Justizdirektor Fredy Fässler (SP) informierte am Mittwoch gemeinsam mit Vertretern von Zoll, Polizei, dem kantonalen Migrationsamt und dem Staatssekretariat für Migration (SEM) über die Situation.

17. November 2021: Markus Kobler, Chef «Zoll Ost», an einer Medienkonferenz über die Migrationslage an der Ostgrenze der Schweiz.
17. November 2021: Markus Kobler, Chef «Zoll Ost», an einer Medienkonferenz über die Migrationslage an der Ostgrenze der Schweiz.Bild: keystone

Seit Sommer gelangten vermehrt vor allen afghanische Migranten mit Zügen aus Wien und Bukarest an den Grenzbahnhof in Buchs. Laut Markus Kobler, Chef Zoll Ost, nahmen die Einreisen von aus Österreich kommenden Migranten in Buchs SG seit Anfang Juli von wöchentlich fünf bis 15 sprunghaft zu auf bis zu 250 Personen pro Woche. Allein am Mittwochmorgen seien 38 illegal Einreisende mit dem Railjet aus Wien in Buchs SG eingetroffen.

Es handle sich vor allem um junge Männer und Jugendliche, die sich schon länger auf dem Weg aus dem Balkan nach Zentral- und Westeuropa befänden. Von den rund 2500 Personen, die seit Anfang Juli illegal in den Kanton St. Gallen einreisten, seien, wären rund 1400 von ihnen seien noch nicht 18 Jahre alt. Anders als bei der Flüchtlingswelle von 2015, seien keine Familien dabei.

Etwa 80 Prozent der Eingereisten wiesen sich laut Kobler mit einer österreichischen Asylverfahrenskarte aus. Die meisten hatten zwischen 50 und 250 Euro, ein Handy und kaum Gepäck dabei. Die jungen Afghanen wollen meist nach Frankreich oder Grossbritannien weiterreisen.

Die Rückführung dieser Personen stelle die Behörden vor grosse administrative Herausforderungen, erklärte Bruno Zanga, Kommandant der St. Galler Kantonspolizei. In Buchs finde eine erste Sicherheitsüberprüfung und Identitätsabklärung statt.

Migranten am Folgetag oft nicht mehr auffindbar

Weil diese Abklärungen mehr als eine Tag benötigten und wegen der hohen Zahl der Flüchtlingen reiche der Platz in Buchs aber nicht aus. Deshalb würden die Migranten zusätzlich in einer Unterkunft in Wil SG untergebracht.

Problematisch sei, dass diese Personen am Folgetag oft nicht mehr auffindbar seien. Inhaftieren können man diese Leute aber nicht, dafür fehle die Rechtsgrundlage. Im Dezember soll deshalb ein Bearbeitungszentrum direkt in Buchs in Betrieb gehen.

Daniel Bach, Informationschef des SEM, rechnet damit, dass die Einreisen von Afghanen aus Österreich in die Schweiz noch ein paar Wochen andauern werden. Im Winter dürfte sich die Lage beruhigen, sagte Bach. Für 2022 erwartet das SEM ab dem Frühling erneut ähnlich hohe oder noch höhere Zahlen als im Sommer 2021. (yam/sda)

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