Schweiz
International

Schweiz stoppt ihre Entwicklungshilfe für Eritrea

Schweiz stoppt ihre Entwicklungshilfe für Eritrea

03.02.2025, 07:4803.02.2025, 08:56

Die Schweiz beendet die Entwicklungshilfe in Eritrea. Grund ist das Verfehlen der Ziele, insbesondere im Bereich Migration. Betroffen sind Projekte in der Berufsbildung.

Bundesentwicklungsminister Gerd Mueller, CSU, trifft Isaias Afewerki, Praesident von Eritrea, Asmara, 24.08.2018. Asmara Eritrea *** German Development Minister Gerd Mueller CSU meets Isaias Afewerki  ...
Eritreas Präsident Isayas Afewerki.Bild: www.imago-images.de

Die Hilfe für Eritrea war im Jahr 2016 nach zehn Jahren Unterbruch wieder aufgenommen worden. Die Schweiz wollte damit Eritrea dabei unterstützen, die Berufsbildung zu stärken und insbesondere jungen Erwachsenen eine Zukunftsperspektive zu ermöglichen. Im Gegenzug sollte sich Eritrea bereit erklären, abgewiesene Asylsuchende wieder zurückzunehmen.

Eine externe Evaluation zeigt nun gemäss SRF, dass diese Ziele nur sehr bedingt erreicht wurden. «Mit dem Projekt konnte die Berufsbildung gestärkt werden», sagte Michael Steiner, Sprecher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), am Montag im Schweizer Radio SRF. Die Wirkung auf die Lebensperspektiven und die Beschäftigungsmöglichkeiten sei aber begrenzt gewesen, «weil es in Eritrea einfach wenig private Unternehmen gibt und die Berufswahlmöglichkeiten eingeschränkt sind», sagte Steiner.

«Keine grösseren» Fortschritte

Vor allem aber wurden die Ziele bei der Rücknahme von abgewiesenen Asylsuchenden nicht erreicht. «Beim Thema Migration konnten keine grösseren Fortschritte verbucht werden», sagte Steiner. Eritrea nimmt nur abgewiesene Asylsuchende wieder auf, die freiwillig zurückreisen. Aus diesem Grund wird die Unterstützung gestoppt. Im Moment unterstütze die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) in Eritrea keine weiteren Projekte, sagte Steiner dazu.

Die Hilfe soll gemäss SRF-Beitrag per Ende Mai eingestellt werden. Der Entscheid sei unabhängig von der Sparrunde beim Bund gefallen. Das Engagement belief sich auf rund sechs Millionen Franken.

Menschenrechtslage «besorgniserregend»

Die Menschenrechtslage im autoritär geführten Land im Nordosten Afrikas ist gemäss Menschenrechtsorganisationen wie der Flüchtlingshilfe «besorgniserregend». Menschenrechtsverletzungen seien an der Tagesordnung.

Asylgesuche aus Eritrea kommen nach Afghanistan und der Türkei denn auch am dritthäufigsten vor. Die Schweiz sucht bereits seit Längerem Lösungen für deren Abschiebung, wenn der Asylantrag abgewiesen wurde. Geprüft wird etwa die Auslagerung von Asylverfahren in Drittstaaten. Der Bund will ausserdem wieder eine Verbindungsperson für Gespräche in die Region entsenden. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Proteste in Frankreich eskalieren: Historisches Rathaus in Limoges zerstört
Nach einem frankreichweiten Protesttag mit beispiellosen Ausschreitungen und Plünderungen in Paris und anderen Städten blieb die Lage am Abend angespannt. In der zentralfranzösischen Grossstadt Limoges kämpften Feuerwehrleute gegen einen von Randalierern gelegten Brand, der das grosse historische Rathaus weitgehend zerstörte.
Zur Story