Gespräch zwischen Cassis und Lawrow: Auch der Ukraine-Krieg wird zum Thema
Das Treffen zwischen dem Schweizer Aussenminister Ignazio Cassis und seinem russischen Pendant Sergej Lawrow in Moskau hat begonnen. Dies zeigt ein Video, das das russische Aussenministerium auf X veröffentlichte.
🔴 #LIVE: Russia's Foreign Minister Sergey Lavrov’s opening remarks during talks with Chairperson-in-Office, Federal Councillor of the Swiss Confederation Ignazio Cassis and OSCE Secretary General Feridun Sinirlioglu in Moscow. https://t.co/g1rxudHpGG
— MFA Russia 🇷🇺 (@mfa_russia) February 6, 2026
Cassis stellte zu Beginn klar, dass er nicht als Vertreter der Schweiz anwesend sei. Der FDP-Bundesrat amtet gleichzeitig als Vorsitzender der OSZE. «Wir sind hier, um Türen zu öffnen», so Cassis zu Lawrow, der ihn willkommen hiess.
Lawrow kritisierte in der Folge die OSZE. Diese riskiere die «Selbstzerstörung» und befinde sich in einer «tiefen Krise», so der Putin-Vertraute. Trotzdem schätze man, dass die Schweiz, welche den Vorsitz der Organisation innehat, den Dialog mit Russland aufgenommen habe.
OSZE-Rolle im Ukraine-Krieg spaltet Cassis und Lawrow
Auch der Ukraine-Krieg wurde zum Thema. So hat Cassis Moskau auf ein Ende des Ukraine-Kriegs gedrängt.
Die diplomatischen Bemühungen müssten erneuert werden, um das Leid der Zivilbevölkerung zu lindern, sagte Cassis. «Fast vier Jahre nach Kriegsbeginn leiden die Zivilisten weiterhin. Angriffe auf Zivilisten und kritische Infrastruktur verursachen langfristige Schäden», liess es sich in der OSZE-Mitteilung zitieren.
Die OSZE stehe mit ihren Instrumenten bereit, um eine solche Lösung und deren Umsetzung zu unterstützen. Zudem wurde die Freilassung von drei inhaftierten OSZE-Mitarbeitern gefordert.
Cassis unterstrich die Bereitschaft der Organisation, einen Verhandlungsfrieden zu unterstützen. Die OSZE stehe mit ihrer langjährigen Erfahrung und ihren Instrumenten bereit, um eine ausgehandelte Lösung und deren Umsetzung vor Ort zu begleiten. Ein zentrales Ziel des Besuchs sei es gewesen, «die verfügbaren Werkzeuge der OSZE zu präsentieren», wurde Cassis zitiert.
OSZE Generalsekretär Feridun Sinirlioglu ergänzte, dass die OSZE gegründet worden sei, um Spannungen zu bewältigen. Dieser Gründungszweck sei heute wichtiger denn je. Als einziges inklusives regionales Sicherheitsforum, das von Vancouver bis Wladiwostok reiche, sei die Organisation einzigartig positioniert, um einen sinnvollen diplomatischen Dialog zu ermöglichen. Zudem könne sie Mechanismen zur Risikominderung, Rüstungskontrolle und Transparenz wiederbeleben, die für den Wiederaufbau der europäischen Sicherheit unerlässlich seien.
Sinirlioglu sprach bei dem Treffen auch die Situation von drei inhaftierten lokalen OSZE-Mitarbeitern an. Er forderte die Freilassung von Wadim Golda, Maxim Petrow und Dmitro Schabanow. (dab/sda)
