Schweiz
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Quality Repeat: Swiss Federal Attorney Michael Lauber puts on his jacket at the end of a media conference at the Media Centre of the Federal Parliament in Bern, Switzerland, on Friday, 10 May 2019. Federal Attorney Michael Lauber is criticised for informal meetings with FIFA head Gianni Infantino. The supervisory authority for the Federal Prosecutor's Office is opening a disciplinary investigation against Lauber. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Bundesanwalt Michael Lauber stellte sich heute den Medien. Experten hat er nicht überzeugt. Bild: KEYSTONE

«Man muss ihm vertrauen können»: SVP-Nationalrat will Bundesanwalt Lauber verhören

Jürg ackermann / ch media

Der SVP-Nationalrat Roland Büchel ist Fifa-Kenner. Der St. Galler kritisiert Bundesanwalt Michael Lauber.



Wie beurteilen Sie den Auftritt von Bundesanwalt Michael Lauber?
Roland Büchel: Er war schwach, obwohl Michael Lauber einer der besten Kommunikatoren im Land ist. Mir fehlt noch immer eine glaubwürdige Erklärung auf die Frage des dritten Treffens mit Fifa-Präsident Gianni Infantino. Sich mit Vergesslichkeit herauszureden, genügt mir nicht. Ich habe darum in der SVP den Antrag gestellt, dass der Bundesanwalt vor der Fraktion Auskunft geben und kritische Fragen beantworten muss.

Rino Büchel, SVP Nationalrat

Aussenpolitiker und St. Galler SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel. bild: zvg

Gegen Bundesanwalt Lauber läuft ein Disziplinarverfahren. Ist seine Wiederwahl gefährdet?
Wenn es nächste Woche eine Empfehlung durch die Gerichtskommission gibt, dann wird er wohl wiedergewählt. Ganz grundsätzlich aber gilt: Bundesanwalt ist einer der wichtigsten Positionen im Land – mit sehr weitgehenden Kompetenzen. Ich muss ihm als kleiner Nationalrat nicht sagen, wie er die Arbeit machen soll. Aber ich stelle den Anspruch, dass er sie korrekt macht und ehrlich darüber Auskunft gibt. Man muss ihm vertrauen können.

Sollte die Wahl verschoben werden, bis ein Ergebnis dieses Disziplinarverfahrens vorliegt?
Das muss die Kommission entscheiden. Im Prinzip bin ich dagegen. Ich finde, wir müssen wie geplant im Juni entscheiden, ob wir ihm das Vertrauen weiter aussprechen können. Eine Bundesratswahl wird ja auch nicht verschoben, nur weil ein Kandidat in Schwierigkeiten ist.

Wie kann es sein, dass es im prestigeträchtigen Fifa-Dossier auch nach bald vier Jahren noch immer nicht zu einer Anklage gekommen ist?
Es dauert ganz klar zu lange. Auch für die Betroffenen. Vor allem dann, wenn es nicht zu einer Anklage kommen sollte. Da fragt man sich schon, wie das sein kann, wenn man auf die Mittel schaut, die der Bundesanwaltschaft zur Verfügung stehen.

Der Fifa-Fall steht unter Beobachtung der Weltöffentlichkeit. Muss die Schweiz einen Imageschaden befürchten?
Ja, damit ist zu rechnen. Und ich habe ehrlich gesagt keine Lust, dass wir wieder wie eine Bananenrepublik da stehen wie bei früheren Fifa-Geschichten. Der Fifa-Fall ist wichtig, aber er ist vor allem auch darum so gross, weil ihn Bundesanwalt Lauber so gross gemacht hat, beispielsweise durch seinen Auftritt mit der US-Justizministerin Loretta Lynch vor drei Jahren. Schon unmittelbar nach Laubers Wiederwahl vor vier Jahren machte der Fifa-Fall weltweit Schlagzeilen, weil Lauber mit einer gross inszenierten Pressekonferenz riesige Erwartungen geweckt hatte. (CH Media)

Alle FIFA-Weltfussballer seit 1991

Fifa soll unter politische Aufsicht gestellt werden

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • 1+1=3! Initiative 11.05.2019 10:54
    Highlight Highlight Gibts denn wirklich keinen anderen für den Job!?
    • olmabrotwurschtmitbürli 11.05.2019 11:07
      Highlight Highlight Ein erfahrener Staatsanwalt aus den Kantonen könnte das fachlich wohl bestens. Aber ich bin nicht sicher, ob so einer zur BA will 🙄
  • winglet55 11.05.2019 08:22
    Highlight Highlight Hätte der Herr Lauber nicht mit Loredana zusammen können eine PK abhalten?
  • MacB 11.05.2019 08:02
    Highlight Highlight Lauber ist kaum noch tragbar. Ebenso übel finde ich, dass man bei der SVP analig den USA Hearings vor Parteifraktionen machen will, nur dem Wähler zuliebe. Bei Bundesratswahlen ok, ansonsten reines Parteigeplänkel... Bitte aufhören.
    • MacB 11.05.2019 08:09
      Highlight Highlight Eine Parteifraktion ist kein Gericht.
  • Don Alejandro 11.05.2019 07:51
    Highlight Highlight An der PK ging er voll auf Angriff, anstatt sich zu erklären. Will er einige Exponenten der FIFA anklagen, trifft sich aber mehrmals mit Infantino und kann sich an ein Treffen nicht erinnern? Sorry, völlig unglaubürdig oder zumindest für einen BA höchst unprofessionel.
  • N. Y. P. 11.05.2019 07:34
    Highlight Highlight Dem St. Galler SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel gilt ein grosses Dankeschön.

    Er will Bundesanwalts Lauber von
    der SVP - Fraktion befragen lassen. Und zwar VOR der Wiederwahl.

    Herr Büchel, ich finde es gut, dass Sie erkannt haben, dass wir, zwar schleichend, aber akzentuierend als BANANENREPUBLIK wahrgenommen werden.

    Wie zur Hölle sollen wir im Ausland erklären, dass Lauber seinem Duzfreund solche sms schickt :

    "Du Gianni, wir haben noch ein paar Minuten Verspätung.."

    Nur schon dieses sms lässt die nötige Distanz zwischen FIFA und Bundesanwaltschaft vermissen..
  • Fairness 11.05.2019 07:11
    Highlight Highlight Ein Bundesanwalt mit Demenz ist schlichtweg nicht tragbar. Er vergisst ja auch den Fifa- und andere Fälle immer wieder - bis zur Verjährung. Absichtliche Demenz ist noch kränker.

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