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Wenn der Mann beim Sex heimlich das Kondom abstreift, nennt man das «Stealthing». Bild: shutterstock

Interview

«Ja zu Sex mit Kondom ist nicht dasselbe wie Ja zu Sex ohne Kondom»

Ein Mann zog während dem Sex heimlich das Kondom aus. Am Donnerstag sprach ihn das Zürcher Obergericht vom Vorwurf der Schändung frei. Im Interview sagt die Juristin Nora Scheidegger, warum jetzt das Sexualstrafrecht reformiert werden muss.



Frau Scheidegger, ist Stealthing eine Straftat?
Nora Scheidegger: Stealthing an und für sich ist kein Straftatbestand. Es ist eine Handlung, die einen Namen bekommen hat. Die bisher noch nicht endgültig geklärte Frage ist, ob Stealthing strafrechtlich fassbar ist. Momentan sieht es danach aus, dass es nicht als Sexualdelikt betrachtet wird.

Heute bestätigte das Obergericht das Urteil des Bezirksgerichts Bülach und sprach einen Mann vom Vorwurf der Schändung frei. Er entfernte während dem Sex heimlich das Kondom, obwohl dies die Frau nicht wollte. Warum wurde der Mann freigesprochen?
Weil der Tatbestand der Schändung im Raum stand und dieser nicht erfüllt war. Bei der Schändung geht es darum, ob ein Opfer widerstandsunfähig ist. Bei Stealthing liegt allerdings eher eine Täuschung und nicht Widerstandsunfähigkeit vor. Meiner Auffassung nach ist der Freispruch korrekt. Ein Grundsatz im Strafrecht lautet: Es gibt keine Strafe ohne Gesetz. Man darf nur Verhaltensweisen bestrafen, die auch wirklich unter Strafe gestellt sind. Und wenn man diesen Grundsatz ernst nimmt, dann muss man freisprechen, wenn es bei Stealthing um den Vorwurf der Schändung geht. Aber der Fall zeigt, dass das Sexualstrafrecht reformiert werden muss.

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Nora Scheidegger

ist Juristin am Institut für Strafrecht und Kriminologie und schrieb ihre Dissertation über den Reformbedarf im Sexualstrafrecht.

Inwiefern?
Für mich stellt Stealthing eine Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung dar. Aber von den Tatbeständen, die wir jetzt haben, greift keiner, um ein solches Verhalten angemessen zu bestrafen. Im Gesetz müsste deswegen klar stehen, dass Sex ohne Einwilligung eine Straftat ist. In Deutschland ist jetzt Sex gegen den erkennbaren Willen einer Person gesetzlich verboten und Stealthing kann dort als Sexualdelikt bestraft werden.

«Das Obergericht in Zürich und zuvor auch schon das Bezirksgericht kamen zum Schluss, dass ein Opfer von Stealthing nicht als widerstandsunfähig gelten kann.»

Anders als das Zürcher Obergericht urteilte das Waadländer Kantonsgericht. Es verurteilte 2017 einen Mann wegen Schändung, weil er beim Sex mit einer Escort-Dame das Kondom heimlich auszog. Warum entschieden die Gerichte so unterschiedlich?
Es ist eine Auslegungsfrage. Und es kommt ab und zu vor, dass Gerichte Tatbestände unterschiedlich auslegen und zu unterschiedlichen Urteilen kommen. Das Kantonsgericht Waadt sagte, dass eine Person widerstandsunfähig ist, wenn sie nicht sieht, dass kein Kondom benutzt wird. Darum befand es, dass es sich um Schändung handelte. Das Obergericht in Zürich und zuvor auch schon das Bezirksgericht schauten das genauer an und kamen zum Schluss, dass ein Opfer von Stealthing nicht als «widerstandsunfähig» gelten kann.

Ist denn «Schändung» einfach der falsche Tatbestand, der angeklagt wurde?
Das erstinstanzliche Gericht in Waadt sprach zuerst sogar noch von einer Vergewaltigung. Aber das wurde von der zweiten Instanz zu Recht verneint. Diese ordnete Stealthing stattdessen wie gesagt als Schändung ein. In Zürich und in Basel-Land hingegen entschieden die Gerichte, dass es auch keine Schändung ist. Eine andere Sexualstraftat, die hier in Frage kommen könnte, gibt es nicht. Das einzige, das in Frage käme, wäre die Körperverletzung. Wegen den ganzen Nebenwirkungen, die diese Art von Missbrauch nach sich zieht. Mit den HIV-Prophylaxen und der Pille danach. Aber dies wurde in den Stealthing-Fällen, die bisher vor Gericht waren, offenbar nicht angeklagt.

«In einem zeitgemässen Sexualstrafrecht muss die Einwilligung zum Sex Dreh- und Angelpunkt sein.»

Die unterschiedlichen Urteile zeigen: Es fehlt eine klare Rechtsprechung. Was muss jetzt passieren?
Jetzt kann die Staatsanwaltschaft das Urteil an das Bundesgericht weiterziehen. Dieses müsste dann entscheiden, ob es sich bei Stealthing um Schändung handelt oder nicht. Wenn das Bundesgericht zum Schluss kommt, dass es keine Schändung ist, dann muss man schauen, ob man die Lücke auf gesetzgeberischem Weg schliessen kann.

Sie machen sich stark für eine Reform des Sexualstrafrechts. Warum?
Weil in einem zeitgemässen Sexualstrafrecht die Einwilligung zum Sex Dreh- und Angelpunkt sein muss.

Und Stealthing könnte nach einer Reform des Sexualstrafrechts erfasst werden?
Ja, das hängt damit zusammen. Eine Einwilligung zu Sex mit Kondom ist halt nicht dasselbe wie eine Einwilligung zu Sex ohne Kondom. Und beim Stealthing geht es ja gerade darum: Um ungeschützten Geschlechtsverkehr, der ohne Einwilligung passiert. In einem reformierten Sexualstrafrecht wäre das also vermutlich erfassbar.

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53
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53Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hoci 30.11.2019 00:41
    Highlight Highlight Für mich ganz klar Körperverletzung inkl. Körperliche seelische und finanzielle Folgen wegen der Angst vor Krankheit und Schwangerschaft. Im Prinzip sogar Totschlag, wenn sie deswegen stirbt.
    Im Übrigen geht es hier klar um Betrug und Vortäuschen, denn die Kommunikation ist ja klar: Ein explizites Nein von der Frau, dass nicht respektiert wurde. Wieder einmal. Wenn ein Kondom runterfällt ist das offensichtlich/ merkt man das.


  • Der Rückbauer 29.11.2019 07:46
    Highlight Highlight Einfach Kondom? Es kommen nur Markenprodukte in Frage (https://www.srf.ch/sendungen/kassensturz-espresso/kondome-im-test-drei-geben-krebsverdaechtige-stoffe-ab). Es empfiehlt sich, vorher die Marke gemeinsam zu bestimmen. Am besten ist Gruppensex. Oder mit einem staatlich ernannten Aufseher, der nicht mitmischen darf. Dann herrscht gemeinsame Kontrolle und vor Gericht gibt's Zeugenaussagen.
    Herz=Satire
    Blitz= zu sarkastisch
    Null Bewertungsaktivität=bin verwirrt.
    • RatioRegat 29.11.2019 14:31
      Highlight Highlight Toll, wahnsinnig originell. Bravo. Hier hast du ein Chläberli.
  • ichibansenshi 28.11.2019 23:48
    Highlight Highlight Heikles Thema, und ich kann mir auch vorstellen wie sich die Frau fühlt. Das ist ein Vertrauensbruch, kein schönes Gefühl.

    Aber, so schlimm wie sich das anhört, aber die Frau hat entschieden mit einem fremden, oder auch nicht fremden Mann ins Bett zu steigen. Ich rechtfertige nicht seine Aktion, aber wer sich nicht zeit nimmt das Gegenüber besser kennen zu lernen bevor man mit der oder dem ins Bett steigt, dann muss man mit allem rechnen. Stellt euch vor ich schleppe eine ab und die steht auf Bondage und will mit Highheels auf meine Eier treten... So prüfe wer sich für ein Quickie findet
    • RatioRegat 29.11.2019 14:38
      Highlight Highlight WTF?

      Auch und gerade wenn man jemanden nicht gut kennt, hat diese Person jegliche unerwünschte Eingriffe in die sexuelle Integrität zu unterlassen (und umgekehrt).

      Deswegen ist es gerade in solchen Situationen wichtig, dass die Beteiligten verbal und non-verbal miteinander kommunizieren, im Zweifel nachfragen und Handlungen unterlassen, die das Gegenüber nicht auch will.

      Und wer den Willen des Gegenübers bewusst nicht respektiert und dieses damit als blosses Objekt zur eigenen Befriedigung misshandelt, der soll sich damit strafbar machen.

    • ichibansenshi 29.11.2019 14:53
      Highlight Highlight @Ratio bei meiner Antwort ging es gar nicht um die Frage ob es Strafbar ist oder nicht, sondern lediglich darum dass man sich jemandem "ausliefert" ohne diese Person zu kennen. Wenn ich jemand auf der Strasse bitte meine Aktentasche, mit 10000.- in Bar, zu halten damit ich mir kurz die Schuhe binden kann, muss ich mich nicht wundern wenn 80% mit der Tasche wegrennen. Ich würde dies auch nur mit jemanden machen den ich zuvor richtig "abgecheckt" habe. Ich vergleiche hier nicht den Schweregrad der Tat, sondern das Gefahrenpotential hintergangen zu werden.
  • Gummibär 28.11.2019 22:27
    Highlight Highlight Auch wenn das "Stealthing" in einem überarbeiteten Gesetz explizit unter Strafe gestellt wird bleibt die schwierige Beweislage, weil in den meisten Fällen Behauptung gegen Behauptung stehen wird.

    Auch wenn man dem tatsächlichen Täter einen Cocktail von Gommorhea, Chlamydia, Herpes und Trichomoniasis an den Hals, respektive den Penis wünscht, besteht die Gefahr, dass etwas, das in der Hitze der Leidenschaft geschieht, später als Mittel zu Druck oder Rache benutzt wird.

    Ausweg ? Bald gibt es eine App ...............
  • Joshuuaa 28.11.2019 22:08
    Highlight Highlight "In Deutschland [...] [kann] Stealthing [...] als Sexualdelikt bestraft werden." Ich lebe in DE und begrüße die Sexualstrafrechtsreform. Trotzdem ist anzumerken, dass der umgekehrte Fall (Frau sagt, sie kümmere sich um die Verhütung, tut dies aber nicht) hier nicht strafbar ist. Begründung : Die Handlung ist dieselbe. Es geht mir um zweierlei : Einerseits zeigt dies eine konkrete Asymmetrie der Gesetzgebung, die problematisch ist, keinesfalls aber das Ausmass sexueller Gewalt gegen Frauen relativieren soll; andererseits, dass es das perfekte Recht nicht gibt. Wir müssen Strukturen zerbrechen.
    • goschi 28.11.2019 22:44
      Highlight Highlight nein, das ist nunmal nicht das gleiche
      Das eine (Stealthing, u.ä.) verletzt die körperliche und psychische Integrität des Opfers direkt.
      Das andere (ausgelassende Verhütung) hat nur finanzielle Folgen, aber beinhaltet keinerlei körperliche oder psychische Verletzung durch die tat.

      Das sind einfach grundverschiedene Dinge und nicht zu vergleichen und erst Recht nicht gleichzusetzen!
    • sidi77 28.11.2019 23:04
      Highlight Highlight Nur finanzielle Folgen? Und was ist mit dem Kind, das später geboren wird?
    • Maragia 28.11.2019 23:28
      Highlight Highlight @goschi. Aha, Sex ohne Kondom verletzt als die körperliche und psychische Integrität des Opfers.
    Weitere Antworten anzeigen
  • humpfli 28.11.2019 22:05
    Highlight Highlight Wenn das Stealthing unter Strafe stehen sollte, wie sieht es dann aus, wenn die Frau die Pille danach trotz Versprechen nicht nimmt?
    • goschi 28.11.2019 22:44
      Highlight Highlight da es der körper der Frau ist, der davon betroffen ist, ist es die Entscheidung der Frau, die davon betroffen ist.
      Der Mann hat hier keinerlei Einfluss!
    • sickkicks21 28.11.2019 23:53
      Highlight Highlight Dann soll der Mann aber auch keine Alimente zahlen müssen, wenn er nicht will.

    • michirueegger 29.11.2019 06:17
      Highlight Highlight Tja dann solte man auch einführen dass dan der mann nicht bezahlen muss schliesslich war es eine einseitige eigenwillige entscheidung
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hummingbird 28.11.2019 21:46
    Highlight Highlight Und was braucht es, damit das Sexualstrafrecht entsprechend reformiert wird? Dies sollte dann auf der Basis von Konsent geschehen...
  • dany1991 28.11.2019 20:40
    Highlight Highlight Oh du lieber Tinder, was hast du wieder angestellt?
    • MeinSenf 28.11.2019 21:58
      Highlight Highlight mir ne tolle Freundin beschert... können wir wieder zum Thema zurückkommen?
  • Füürtüfäli 28.11.2019 20:31
    Highlight Highlight Wirklich übel, aber auch teilweise eine Folge von ONS und casual sex. Nicht, dass ich moralische Vorbehalte hab, aber wenn ich mit Hinz und Kunz in die Kiste spring ist die Wahrscheinlichkeit höher irgendwelche Wahnsinnigen zu erwischen.
    Kein 100% Schutz aber ein bisschen kennenlernen schadet sicher nicht, traut sich einer sicher auch nicht so leicht, wenn man weiß wo er wohnt, arbeitet usw.
  • Allion88 28.11.2019 20:24
    Highlight Highlight Zum glück bin ich nicht mehr jung. Früher hatte man angst vor einem tripper, heute eher von einem einschreiben eines anwalts
  • Papierli-Tschingg 28.11.2019 20:07
    Highlight Highlight Die Einwilligung ist zentral. Und eigentlich selbstverständlich. Wir müssen hinkriegen, dass alles andere als diese Selbstverständlichkeit nicht toleriert wird. Ich bin mir aber mehr als unsicher ob Gesetze der richtige Weg dafür sind. Ich war nämlich selber mal in so einer Situation und ich war logischerweise wahnsinnig empört, wütend und enttäuscht. Daraufhin habe ich ihr ganz klar zu verstehen gegeben dass es unter keinen Umständen, nicht mal ansatzweise okay ist. Und sie hats eingesehen... Ich meine das war deutlich wirksamer, als wenn ich sie verklagt hätte.
  • Habicht 28.11.2019 19:54
    Highlight Highlight Wenn so geschehen wie von der Frau dargelegt, was ich mir vorstellen kann, absolut verwerflich... Wie immer bei einem Delikt mit nur zwei Beteiligten ist die Sachlage nur schwer zu klären.
    Einen Menschen wegen Schändung zu verurteilen, obwohl Aussage gegen Aussage steht, ist aber auch nicht ohne.
    Es gibt auch Kondome für die Frau, da weiss sie was passiert und es lässt sich wohl nicht unbemerkt entfernen.
  • Bambusbjörn aka Planet Escoria 28.11.2019 19:42
    Highlight Highlight Ist doch logisch.
    Ein Ja zu Sex mit Kondom, ist nur ein Ja zu Sex mit Kondom.
    Was soll jetzt an dieser Situation so schwer zu widerstehen sein?
    Meine Frage, kurz bevor wir Sex haben, "benötigen wir ein Kondom?".
    Ich mag Kondome zwar nicht besorgen, weil es dann einfach zu schnell geht bei mir, aber der Wunsch meiner Partnerin ist und bleibt bestehen und in Kraft.
    Manchmal habe ich einfach das Gefühl, dass sich die Idioten genau auch wegen solcher Aktionen unkontrolliert vermehren.
  • Clank 28.11.2019 19:26
    Highlight Highlight "Er entfernte während dem Sex heimlich das Kondom, obwohl dies die Frau nicht wollte."
    Hört auf unbestätigte Vermutungen als Fakt zu verkaufen! Das ist doch eben nun keine Tatsache, sondern einfach die Version der Anklägerin. Der Angeklagte dagegen behauptet, die Anklägerin hätte den Kondom entfernt beim Oralverkehr und dann aufgefordert weiter Sex zu haben.
    Egal wie die Gesetzeslage aussieht, egal was die beiden vorher bezüglich Kondom abgesprochen haben, es ändert nichts an der Tatsache, das bei so einem Fall höchstens Aussage vs Aussage gilt und die Unschuldsvermutung gilt.
    • Dubliner 28.11.2019 19:51
      Highlight Highlight Das Gericht hält im Urteil trotz Freispruch fest, dass dies so geschehen ist. Ab dem Moment gilt es als Fakt.

      Ist bei anderen Straftaten dasselbe: Auch wenn jemand behauptet, einen Mord nicht begangen zu haben, ist es ein Fakt, sobald er wegen Mordes verurteilt ist. Auch wenn es sich beispielsweise um einen Indizienprozess handelt und Aussage vs. Aussage steht.
    • Zwei Fallende Stimmen 28.11.2019 19:52
      Highlight Highlight Die Richter fanden die Aussage der Frau glaubhafter. Der Fall ist nicht ungeklärt.
    • Shabaqa 28.11.2019 20:07
      Highlight Highlight Bei Aussage gegen Aussage gibt es auch glaubwürdige Aussage gegen unglaubwürdige Aussage.

      "Nachdem das Gericht beide Seiten angehört hatte, sprach es den Mann frei – «leider», wie der Gerichtsvorsitzende bei der Urteilsverkündung betonte. Denn an der Version der Frau gebe es keine Zweifel. Der Mann hingegen sei den wesentlichen Fragen ausgewichen und habe «herumgeschwurbelt»."

      https://www.watson.ch/schweiz/gesellschaft%20&%20politik/165460888-waehrend-dem-sex-kondom-ausgezogen-strafbar-oder-nicht-urteil-kommt-heute#comment_2255870
    Weitere Antworten anzeigen
  • Scaros_2 28.11.2019 19:24
    Highlight Highlight Muss ein Gesetz eigentlich nicht möglichst neutral geschrieben werden?

    Ich finde das Thema zudem extrem komplex. Weil wenn was passiert hast du ja Aussage gegen Aussage und im eifer des Gefechts kann ja auch ein "Unfall" passieren oder die Frau stülpt es unbewusst selbst ab weil sie einen BJ geben möchte.

    Auch Alkohol, Drogen oder sonst was kann die Situation verzerren.

    NATÜRLICH!!! Vollends bewusstes tun sollte man unter strafe setzen. vor allem wenn es vorsätzlich ist.
    • RatioRegat 28.11.2019 19:37
      Highlight Highlight Mit dem letzten Satz sprechen Sie gerade den entscheidenden Punkt an. Wer nicht vorsätzlich handelt, sich nicht bewusst über den Willen der anderen Person hinwegsetzt, wird auch künftig nicht strafbar sein.
    • Traugottli.ch 28.11.2019 19:48
      Highlight Highlight Es liegt keine Körperverletzung vor und solange der Sex unter Erwachsenen einvernehmlich war ist dies kein Fall für den ein Strafgericht.
    • Kiro Striked 29.11.2019 07:36
      Highlight Highlight @Ratio
      Das problem ist aber, wie will man es nachweisen?

      Es gibt in diesem Fall leider keinen Weg sowas beweisen zu können. Männer werden hier als berechnende Schweine hingestellt und der Frau wird bei der Reform erlaubt, nach eigenem Gutdünken anzuklagen.

      Die einzige Möglichkeit für den Mann auf nummer sicher zu gehen, dass ja nichts passiert ist ein Konsensvertrag zu unterschreiben, der genau darstellt, was okay und was nicht ist.

      Ich bin zu 100% gegen zwang oder Gewalt beim Sex (ausser abgesprochen dass es okay ist, gibt ja solche) aber man darf Sex nicht so regeln wie gewünscht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Frances Ryder 28.11.2019 18:57
    Highlight Highlight Sie widerspricht sich hier ein wenig. Sie sagt, dass man ein Gesetz braucht, welches Einwilligung zum Sex vorschreibt um Stealthing strafrechtlich zu ahnden. Gleichzeitig gibt sie aber auch Deutschland an, wo stealthing strafbat ist, obwohl dort der erkennbare Wille entscheidend ist und nicht die Einwilligung.
    • Zwei Fallende Stimmen 29.11.2019 13:51
      Highlight Highlight Die Gerichte in D sagen halt Stealthing sei Handeln gegen den erkennbaren Willen - das ist kein Widerspruch.
    • RatioRegat 29.11.2019 14:30
      Highlight Highlight Nein. Die deutsche Regelung ist zwar grundsätzlich als "nein heisst nein"-Regelung ausgestaltet, sie enthält aber Ergänzungen aufgrund derer ein Nein in besonderen Situationen nicht erforderlich ist. Insofern entspricht diese Lösung materiell weitestgehend der Einwilligungslösung.
  • Okguet 28.11.2019 18:49
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