Nach dem aussergewöhnlichen Angriff auf die schiitische Terrormiliz im Libanon lag schnell der Verdacht nahe, dass es sich dabei um eine israelische Geheimdienstoperation handelte. Bald wurde bekannt, dass die Pager von einer ungarischen Firma stammten.
Doch die norwegischen Journalisten fanden nun heraus, dass eine in Hongkong registrierte Firma namens «Ellenberg Trading» Millionenbeträge via eine bulgarische Firma an die Firma in Ungarn überwiesen hatte. Das Handelsregister in Hongkong führt als Gründerin und Besitzerin eine Schweizerin mit Namen P. Ellenberg, die im Zentrum von Zürich wohnen soll – gemäss Firmenunterlagen.
Recherchen der norwegischen Zeitung VG, des Organized Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP) und des Tages-Anzeigers lassen jedoch daran zweifeln, ob P. Ellenberg überhaupt existiert. Der Tages-Anzeiger besuchte die Adresse in Zürich, fand dort jedoch keine Hinweise auf eine Person dieses Namens, dafür ein vietnamesisches Restaurant und ein Nagelstudio. Bei den Klingeln und Briefkästen sucht man den Namen Ellenberg vergebens. Die Anwohnerinnen und Anwohner haben noch nie von einer Frau Ellenberg gehört.
Laut der Post ist unter der Adresse keine P. Ellenberg registriert und das Steueramt sagt gar, dass es im gesamten Kanton keine Frau mit diesem Namen gebe. Es gibt keine Konten auf sozialen Medien und auch sonst keine digitale Spur. Die Website der Ellenberg Trading listet keine weiteren Namen von etwaigen Mitarbeitern. Auch Adressen oder Kontaktinformationen sind dort nicht zu finden.
Ein weiterer Blick auf die Adresse der Ellenberg Trading in Hongkong zeigt, dass dort eine Firma ansässig ist, die anderen dabei hilft, Unternehmen zu gründen und sich um den notwendigen Papierkram bei den Behörden zu kümmern.
Die norwegischen Journalisten fanden weiter heraus, dass die Ellenberg Trading rund 1,4 Millionen Franken an ein Unternehmen in Bulgarien überwies, welches diese wiederum an das ungarische Pager-Unternehmen übermittelte. Die bulgarische Firma gehört einem Norweger, der zum Zeitpunkt der Pager-Explosionen in den USA war – seither ist er nicht mehr nach Hause zurückgekehrt und gilt als vermisst.
Vielleicht sollte man den eher in Zug suchen, dort gibt es davon nämlich Hunderttausende …